Warum wir als Genossenschaft organisiert sind

Genossenschaften sind kooperativ und demokratisch organisiert sowie dem Ziel verpflichtet, ihren Mitgliedern und der Gesellschaft Gutes zu tun. Das ist für uns als Zusammenschluss freiberuflicher Journalistïnnen die beste Organisationsform, um gemeinsam nach neuen Wegen zu suchen, wie wir lebendigen Qualitätsjournalismus bieten können.

Der Hintergrund:

Wenn Sie qualitativen Journalismus lesen, hören oder im Fernsehen sehen, stammt dieser sehr häufig von Journalistïnnen, die als Freiberuflerïnnen arbeiten, die also nicht fest angestellt sind. Ohne diese sogenannten „Freien” wären Zeitungs- und Onlineseiten leer und die Informationsprogramme in Radio und TV still. Es sind vielfach freie Journalistïnnen, die zu wichtigen Themen über Spezialwissen verfügen, die für längere Zeit auf Recherche gehen und die rund um den Globus ihr Ohr am Geschehen haben.

Doch nicht erst die Corona-Krise hat uns vor Augen geführt, wie schwierig es für Solo-Selbständige ist, wirtschaftlich zu bestehen. Wenn in den vergangenen Jahren in der Journalismusbranche gespart wurde (was häufig geschah und geschieht), haben das meist die freien Mitarbeiterïnnen als erste zu spüren bekommen: Die Honorare für anspruchsvolle Beiträge sind auch bei renommierten Medien viel zu niedrig, um damit einen Lebensunterhalt zu verdienen. Längere Recherchen werden zu oft gar nicht bezahlt. Ständige Unsicherheit nagt bei vielen an den Nerven. Nicht wenige geben den Beruf Journalistïn deshalb ganz auf.

Wir halten das für eine gefährliche Entwicklung für die ganze Gesellschaft – und bauen deshalb gegen den Trend und mit viel Elan ein neues Modell journalistischen Arbeitens auf.

Bei RiffReporter schließen sich selbständige Journalistïnnen zusammen. Viele Solo-Selbständige bilden kooperativ unser namensgebendes „journalistisches Korallenriff“.

Als Rechtsform haben wir die „Genossenschaft” gewählt – eine bewährte Form gemeinschaftlichen Wirtschaftens. Eine Genossenschaft ist ein Zusammenschluss von Menschen mit ähnlichen Problemen, Interessen oder Zielsetzungen, die gemeinsam nach wirtschaftlichen Lösungen für ihre Anliegen suchen – so lautet die Definition. Schon im 19. Jahrhundert organisierten erste Genossenschaftlerïnnen die berühmte „Hilfe zur Selbsthilfe“. 22 Millionen Deutsche sind heute Mitglied in einer Genossenschaft.

ass Genossenschaften demokratisch organisiert sind, sehen wir als Gegenmodell zu Großkonzernen als besonderes Plus an. Einnahmen gehen bei uns an die, die Leistung erbringen, nicht an wenige Privilegierte. RiffReporter gehört den Journalistïnnen und unseren Unterstützerïnnen gemeinsam.

„Hilfe zur Selbsthilfe“ heißt für uns praktisch: Mit unserer Publikationsplattform können alle, denen Qualitätsjournalismus ein Anliegen ist, direkt unterstützen, was freie Journalistïnnen leisten. Unser „Marketplace“ gibt Publisherïnnen die Möglichkeit, unsere Beiträge zu nutzen – und unseren Journalistïnnen die Chance, mit einem Beitrag mehrfach Honorare zu verdienen. MIt „RiffLive“ erhöhen wir die Sichtbarkeit der Selbständigen und erleichtern es, Honorare bei Veranstaltungen zu verdienen. Und mit „RiffRecherche“ schaffen wir die Möglichkeit, dass sich mehrere freie Journalistïnnen gemeinsam bei Stiftungen um Fördermittel bewerben.

All das zusammen soll nicht nur uns selbst nützen – sondern vor allem Ihnen, unseren Nutzerïnnen, denen wir uns an erster Stelle verpflichtet fühlen. Mit RiffReporter wollen wir nicht nur guten Journalismus bieten, sondern zugleich sicherstellen, dass es diesen guten Journalismus dauerhaft gibt und es auch für junge Menschen attraktiv und leistbar ist, als Journalistïn in die Tiefe zu gehen, unbequeme Fragen zu stellen und Missstände aufzudecken. Wir sind überzeugt: Das geht am besten gemeinsam. Als Allianz von Journalistïnnen und Leserïnnen. Als Genossenschaft und lebendiges Medien-Korallenriff.