Aliens, wo seid ihr?

In den 1990er-Jahren häuften sich Berichte über Menschen, die behaupteten, von Außerirdischen entführt worden zu sein. Was ist aus ihnen geworden?

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Ein Aufkleber zeigt die durchgestrichene Silhouette eines Außerirdischen

Den Sommer 1986 wird Karl Grossmann nie mehr vergessen. „Ich hatte mir gerade ein neues Auto gekauft und wollte mit ihm eine Spritztour unternehmen“, erzählt der US-Amerikaner, der heute 69-Jahre alt ist und in Kalifornien lebt. „Also bin ich bis in den Yosemite-Nationalpark gefahren und habe auf dem Rücksitz übernachtet.“

Was dann geschah, darüber hat er 30 Jahre lang geschwiegen– aus Scham, als Verrückter abgestempelt zu werden. Aus Furcht, vor anderen als Depp dazustehen. Aus Sorge, Freunde und Familienmitglieder zu verprellen. Doch irgendwann hielt der ehemalige Auto-Mechaniker das Schweigen nicht mehr aus. Jetzt sitzt er bei seiner Therapeutin, um das Erlebte noch einmal Revue passieren zu lassen. Das Licht ist gedimmt, im Regal liegen Wolldecken, um Geborgenheit zu vermitteln. Grossmann atmet tief durch, dann fängt er mit leiser Stimme an zu erzählen.

„Mitten in der Nacht“, sagt er, „ist im Nationalpark eine Art Feuerball über den Bäumen erschienen.“ Ein warmer, weißer Lichtstrahl habe ihn erfasst und „nach oben“ gezogen. „So etwas Friedliches habe ich noch nie gespürt“, sagt Grossmann, doch schon wenige Minuten später bekam er es mit der Angst zu tun. „Ich lag auf einem Tisch, konnte mich nicht bewegen. Drei spindeldürre graue Wesen mit Mandelaugen standen um mich herum und untersuchten mich. Einer von ihnen sagte nur ein Wort: Züchtung.“

Nahaufnahme eines etwa 60 Jahre alten Mannes.
Karl Grossmann sagt, er sei 1986 gegen seinen Willen in ein Ufo gebracht worden. Das Geschehene beschäftigt ihn bis heute.
Das Foto zeig einen grünen Alien-Kopf aus Pappmaschee.
Warum ist es so still um Ufo-Begegnungen geworden?
Auf einer Einkaufsstraße steht ein aufblasbarer Außerirdischer vor einem Geschäft
Szene aus Roswell, wo 1947 ein Ufo abgestürzt sein soll. Heute wird damit vor allem Geld gemacht.
Porträtaufnahme einer blonden Frau
Die Therapeutin Laurie McDonald aus Sacramento behandelt Menschen, die von Aliens entführt wurden – oder dies glauben
Schild mit der Aufschrift „Aliens Welcome“
Dieses Fast-Food-Restaurant in Roswell bedient Fremde jeglicher Couleur.
Wandzeichnung eines Außerirdischen an einer Hausecke.
Was guckt er denn so böse? Dieser Außerirdische ist auf einer Wand in Roswell im US-Bundesstaat New Mexico zu sehen.

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Steve Przybilla


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