KODEX

Zu diesen Regeln verpflichten sich alle Journalistinnen und Journalisten, die bei RiffReporter publizieren

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JOURNALISTISCHER KODEX

FÜR DIE AUTORINNEN UND AUTOREN VON

RIFFREPORTER – GENOSSENSCHAFT FÜR FREIEN JOURNALISMUS eG

Fassung vom 28.6.2018

§ 1

Die Mitglieder der RiffReporter - die Genossenschaft für freien Journalismus eG - im Folgenden "RiffReporter-Genossenschaft" genannt - sollen frei sein in der Entscheidung, welche Geschichte sie auf welche Weise erzählen wollen. Aber fahrlässiges oder absichtliches Fehlverhalten kann uns allen Schaden zufügen. Deshalb ist die RiffReporter-Genossenschaft darin frei, Veröffentlichungen, die grundlegenden Standards nicht genügen, zu löschen und ihre AutorInnen auszuschließen.Die Mitglieder der RiffReporter-Genossenschaft verpflichten sich insbesondere dazu, Folgendes ausnahmslos zu unterlassen:

  1. rassistische und ethnische, kulturelle und religiöse Minderheiten diskriminierende oder stereotypisierende Thesen und Wortwahl,
  2. sexistische und nach Geschlecht oder sexueller Orientierung diskriminierende oder stereotypisierende Thesen und Wortwahl,
  3. antisemitische Thesen und Wortwahl einschließlich relativierender Gleichsetzungen angeblicher oder tatsächlicher Missstände mit dem Holocaust,
  4. gegen eindeutige wissenschaftliche Evidenz aufgestellte Thesen, Behauptungen und Verschwörungstheorien.

§ 2

Wer die Leistungen der Riffreporter-Genossenschaft nutzt, muss sich an die anerkannten Regeln für seriösen Journalismus halten, zu denen der Kodex des Deutschen Presserats zählt. Dazu zählt insbesondere folgendes:

  1. Wir respektieren die Persönlichkeitsrechte derer, über die wir berichten.
  2. Wir betreiben keine Faktenselektion, um unsere Geschichte besser aussehen zu lassen.
  3. Wir zitieren korrekt, vollständig und unter namentlicher Nennung der zitierten Personen oder Organisationen, soweit diese nicht anonym oder pseudonym bleiben will.
  4. Fotos und Filmmaterial verwenden wir ohne inhaltliche Manipulation und ohne im Text einen falschen Bezug zum Abgebildeten herzustellen.
  5. Wir stellen inhaltliche Fehler unverzüglich, deutlich und transparent richtig und korrigieren sprachliche Fehler, die uns bekannt werden, unverzüglich.
  6. Wir verpflichten uns zur Wahrung der journalistischen Unabhängigkeit. Wir legen für unsere Riff-Projekte Abhängigkeiten und Interessenverflechtungen wie zum Beispiel auch Reiseeinladungen oder Tätigkeiten innerhalb der vergangenen drei Jahre für Medien von nicht-journalistischen Institutionen, zum Beispiel Institutionen der Wissenschaft, Wirtschaft oder Politik offen, entweder unter einem Beitrag oder in dem bei RiffReporter publizierten Lebenslauf. Wir lancieren keine als Journalismus getarnten PR-Beiträge. Wir nehmen für unsere Riff-Projekte keine Honorare von denen an, über die wir berichten. Solche Praktiken sind mit unserem Verständnis von Journalismus unvereinbar.
  7. Wir plagiieren nicht und geben keine Recherche-Ergebnisse, die von anderen stammen, als unsere eigenen aus.
  8. Wir betreiben kein Click-Baiting und versprechen in Überschrift und Teaser nicht mehr, als die Geschichte halten kann.
  9. Wir behandeln uns gegenseitig kollegial und fair und wir respektieren dauerhaft jede Leistung, die zum Entstehen eines Projekts beiträgt.

§ 3

Förderung journalistischer Inhalte

  1. Die Mitglieder der RiffReporter-Genossenschaft betreiben unabhängigen Journalismus. Die direkte Finanzierung journalistischer Inhalte durch Firmen und Regierungen ist nicht erlaubt. Davon unberührt sind (a) das Schalten von Werbung, (b) die Förderung durch gemeinnützige Institutionen (c) der Verkauf bereits publizierter journalistischer Produkte und von Lizenzen an diesen an Firmen oder staatliche Stellen sowie (d) Bewerbungen für allgemein offene Preise, Wettbewerbe und Förderprogramme.
  2. Stiftungen und andere als gemeinnützige anerkannte Institutionen dürfen Journalismus im Rahmen des Publizierens von Mitgliedern der Riffreporter-Genossenschaft fördern. RiffReporter-Journalisten dürfen mit ihnen darüber im üblichen Rahmen Fördervereinbarungen abschließen. Inhaltliche Abnahmen journalistischer Produkte sowie Vorgaben durch Förderer im Produktionsprozess sind nicht erlaubt. Bei politisch aktiven gemeinnützigen Organisationen, parteinahen Stiftungen, Unternehmensstiftungen und Wissenschaftsinstitutionen ist eine Förderung nur dann erlaubt, wenn die journalistische Unabhängigkeit vereinbart wurde und prägend für das Projekt ist.
  3. Förderer dürfen grundsätzlich nicht unmittelbar Gegenstand der geförderten Berichterstattung sein.
  4. Förderungen durch Institutionen sind an geeigneter Stelle kenntlich zu machen.
  5. Die Beteiligung von Nicht-Mitgliedern, die keine Journalisten sind, an Recherche, Factchecking oder anderen Entscheidung im Rahmen von „Community-Journalismus“ ist grundsätzlich möglich. Es ist dabei jedoch darauf zu achten, dass einzelne Interessengruppen keinen unangemessenen Einfluss auf journalistische Produkte bekommen und grundlegende journalistische Regeln von allen Beteiligten eingehalten werden. Feste, mit Externen besetzte Gremien für RiffReporter-Projekte, z.B. ein wissenschaftlicher Beirat, sind nur für eine unverbindliche Beratung möglich. Die letztgültigen inhaltlichen Entscheidungen über das journalistische Produkt und die Verantwortung dafür müssen zwingend bei Autoren-Mitgliedern liegen. Dies muss schriftlich festgehalten werden.
  6. Begründete Zweifelsfälle legt der Vorstand der Genossenschaft der Ethikkommission zur Entscheidung vor.

§ 4

Die Mitgliederversammlung der Riffreporter-Genossenschaft bestimmt einen dreiköpfigen Ethikausschuss, der die Einhaltung dieser Regeln sicherstellt. Mindestens drei der Ausschussmitglieder müssen aktive RiffReporter-Mitglieder sein, mindestens einer muss Fachanwalt/Fachanwältin für Medienrecht sein. Die Amtszeit des Ethik-Ausschusses beträgt laut Satzung drei Jahre. Sie werden mit einfacher Mehrheit gewählt. Sie können durch Entscheidung des Vorstands eine Vergütung für ihre Tätigkeit erhalten.

§ 5

Jedes Mitglied der Riffreporter-Genossenschaft, das einen Verstoß gegen die in § 1, 2 und 3 genannten Regeln wahrnimmt, kann sich beim Vorstand der RiffReporter-Genossenschaft be- schweren. Dieser sucht daraufhin das Gespräch mit der betroffene Autor/die betroffene Autorin, um den Vorgang aufzuklären. Wenn das nicht in angemessener Zeit möglich ist, legt der Vorstand den Fall dem Ethikausschuss vor und empfiehlt ihm gegebenenfalls eine Sanktion. Dieser hört den Autor/die Autorin an und entscheidet final über die Verhängung der Sanktion. Mögliche Sanktionen sind:

a) Verwarnung,

b) Suspension der Mitgliedschaft auf Zeit, gegebenenfalls unter Auflagen, und

c) Verlust der Mitgliedschaft der RiffReporter-Genossenschaft.

Schadensersatzansprüche des sanktionierten Autors/der Autorin gegen die RiffReporter-Genossenschaft, ihre Organe und Mitglieder über das gesetzlich zwingende Maß hinaus sind ausgeschlossen. Bei einem Ausschluss bekommt der betroffene Autor/die Autorin zwei Wochen Zeit, Beiträge aus dem RiffReporter-CMS zu exportieren, bevor der persönliche Account gelöscht und der Zugang gesperrt wird.

§ 6

Dieser Kodex kann auf Vorschlag des Vorstands durch Beschluss der Generalversammlung geändert werden. Er gilt in seiner jeweils aktuellen Fassung.

Letztmalig durch die Generalversammlung am 28.6.2018 verändert.