Bei „Bonanza“ spielte er den Casanova. Heute hilft ihm ein „Miet-Enkel“ gegen Einsamkeit.

Vielen Seniorinnen und Senioren fehlt es an sozialen Kontakten. In den USA können sie sich junge Leute ins Haus holen – gegen Geld. Ein Modell auch für Deutschland?

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Ein Mann reicht einem altern Herrn einen Trinkbecher

Von außen sieht man die Einsamkeit nicht. Der Rasen ist gepflegt, im Vorgarten stehen Blumenkübel und kleine Plastik-Windräder. Dem Aussehen nach könnte in dem kleinen Bungalow in Miami ein junges Paar oder eine Familie mit Kindern leben.

Doch der Eindruck täuscht: Der Hausherr ist 92 Jahre alt, lebt allein und kommt ohne fremde Hilfe nicht mehr zur Tür.

Genaro Gomez sitzt in einem Sessel im Wohnzimmer: Kapuzenpulli, Wollmütze, Sauerstoff-Schlauch unter der Nase. Im Haus ist es kühl und dunkel, die Jalousien sind zugezogen. „So kann ich besser entspannen“, sagt Gomez.

Um ihn herum steht alles, was er im Alltag braucht: ein kleiner Kühlschrank, eine Schüssel Bananen, ein Schränkchen mit Medikamenten. Per Fernbedienung und Handy kann er nicht nur den Fernseher steuern, sondern auch die Überwachungskameras in seinem Garten.

„Meine Kommandozentrale“, sagt der 92-Jährige und lacht.

Ein Fernseher im Wohnzimmer spielt „Bonanza“ ab
Als junger Mann hat Genaro Gomez bei der Western-Serie Bonanza mitgespielt. Heute zeugt er seinem Miet-Enkel die Aufnahmen.
Ein Mann steht vor der Haustür eines Einfamilienhauses
Miet-Enkel Ralf Gawel vor dem Haus seines Klienten. Er kommt jeden Morgen für eine Stunde zu Besuch.

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