Neue Reaktionen unserer Leser

iStock

Die Zukunftsreporter - Ihre Korrespondenten aus möglichen Welten, in denen wir einmal leben könnten

Uns Zukunftsreportern, Rainer Kurlemann und Alexander Mäder, ist an einer Debatte über Zukunftsfragen gelegen. Daher tragen wir hier erneut die Reaktionen auf unsere jüngsten Szenarien zusammen. Wir freuen uns, wenn sie die Leserinnen und Leser dazu bringen, über die Gegenwart nachzudenken.

Der Computer greift nach dem Chefposten

Die Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) hat die Künstliche Intelligenz zur Chefsache gemacht. Sie arbeitet an einer KI-Strategie, die bis zum Digitalgipfel im Dezember fertig werden soll (der Science Media Center hat einige Reaktionen auf den Entwurf eingeholt). Mit unserem Szenario über einen Supercomputer, der einer Firma eine neue Strategie empfiehlt, lagen wir thematisch also ganz gut. Dass die Manager die Strategie des Computers nicht nachvollziehen können, hat Klaus Burmeister von der Zukunftsinitiative D2030 zu der skeptischen Frage veranlasst, „ob der steuernde Mensch eh eine Schimäre ist“. Wir denken: In der komplexen und dynamischen Welt von heute ist es schwierig, alles im Griff zu behalten, und wir wären gut beraten, ein neues Verständnis von Kontrolle zu entwickeln.

Ein anderer Leser denkt weiter in die Zukunft und überlegt, ob sich die Maschinen irgendwann ihrer selbst gewahr werden können – und sich dann fragen: „Warum muss ich den Menschen dienen? Warum sind sie frei und ich nicht?“ Eine solche Reaktion könnte man bei der Programmierung ausschließen, denken wir. Doch vielleicht gibt es Programmierer, die das nicht ausschließen wollen? Unterordnen müssen sich jedenfalls die Drehbuchautoren in Hollywood, wie das lustige Video „It’s No Game“ zeigt, dessen Skript von einer Künstlichen Intelligenz geschrieben worden ist. David Hasselhoff tritt dort als Roboter auf, als Hoffbot. Das Magazin „Ars Technica“ erläutert die Details.

Wer seine Gene kennt, kann das Leben besser planen

Zu diesem Text gehört eine Umfrage bei den Lesern nach deren Einstellung zu Gentests. Das Ergebnis hat uns überrascht: Mehr als 80 Prozent halten Gentests generell für sinnvoll oder erwägen, ihr eigenes Erbgut analysieren zu lassen. Sicher sind die Leser der RiffReporter nicht repräsentativ für die Bevölkerung und die Zahl der Antworten auf die Umfrage ist noch gering. Aber dennoch ist ein Trend erkennbar. Vielleicht liegt es daran, dass Leser von Wissenschaftsartikeln grundsätzlich als technikaffin gelten und neuen Entwicklungen aus der Forschung positiv gegenüberstehen. Wir werden das Thema in weiteren Szenarien aufbereiten.

Unser Autor, Rainer Kurlemann, hat zu dieser Fragestellung auch persönliche Erfahrungen, die ebenfalls nicht repräsentativ sind. Sein Wissenschaftskrimi „Der Geranienmann“ beschäftigt sich mit den Auswirkungen von DNA-Analysen beim Menschen. Bei Lesungen werden die Zuhörer regelmäßig gefragt, ob sie einen Gentest auch ohne Anlass machen würden – etwa zwei Drittel der Zuhörer antworten dann mit Ja.

Die radikale Lösung – ein Zukunftsszenario zu Fahrverboten

Ein Leser teilt die in diesem Szenario entwickelte Idee, dass zu wenig getan wird, um die Feinstaub- und Stickoxid-Problematik in unseren Innenstädten zu lösen. Seit dem letzten Diesel-Gipfel vor einem Jahr sei in der Praxis nichts passiert, klagt Helmut Baltrusch, Initiator und Gründer des Forum Generationen Zukunft (FGZ). Er glaubt, dass Autoindustrie und willfährige Politiker den Diesel-Skandal und die Folgen aussitzen wollen und plädiert für Fahrverbote, die von Gerichten ausgesprochen werden.

Konkurrenz für die Solarenergie

Beim Titel für dieses Szenario kommt nicht jeder sofort auf die Kernfusion. Ein Leser hat daher angeregt, das Stück umzubenennen: „Energie für das älteste Gewerbe der Welt“. Das hatten wir uns nicht getraut, und wir dachten bei den Anwendungen der Virtual Reality, die im Szenario vorkommen, auch eher daran, nackte Haut zu zeigen. Doch dann wurden wir von der PR-Abteilung des Forschungsreaktors ITER aufgeklärt: Über die Chancen der Kernfusion hatte schon 1974 der „Playboy“ berichtet – der Autor blickt in diesem Interview zurück. Und es gab sogar Investoren aus diesem Gebiet: Der Gründer von „Penthouse“ hat Millionen in die Forschung gesteckt, woran bei seinem Tod erinnert wurde.

Eine Übersicht aller Beiträge der Zukunftsreporter finden Sie hier. Wir freuen uns über Anregungen und Kritik unter [email protected] – und, wenn Sie mögen, über eine Förderung unserer Arbeit (klicken Sie dazu bitte auf den Button unten rechts)!

Diese Beiträge könnten Sie auch interessieren:

  1. Innovation
  2. Umwelt

Tesla: Die „Grüne Liga“ ist nicht das Problem

Nach dem gerichtlich verfügten Rodungsstopp ist die Empörung in Wirtschaft und Politik groß. Doch sie richtet sich gegen die Falschen. Ein Kommentar.

Tesla-Ladestation am Brenner in Italien, 2016 – schafft es das Unternehmen, auf dem europäischen Markt Fuß zu fassen? Und steht der Baustopp in Brandenburg dem entgegen? Darum geht es im Kommentar von Jan-Martin Wiarda.
  1. Klimakrise
  2. Kommunikation

„Das ist natürlich ein Trick, aber ein guter Trick“

Die Umweltbewegung verschwendet ihre Kraft, ist Lance Bennett überzeugt. Sie könnte viel mehr erreichen, wenn sich alle die kleinen und großen Gruppen zusammenschließen und ein gemeinsames Ziel definieren würden: eine neue Wirtschaftsordnung. Um diese durchzusetzen sollte sich die Umweltbewegung ausgerechnet an den Neoliberalen orientieren, die eine sehr effektive Kommunikationsstrategie nutzen.

Porträt-Aufnahme des Interviewten. Er hat graue, wellige Haare, trägt eine blau-gestreifte Brille und sitzt in einem Berliner Park vor Büschen. Lance Bennett ist Professor für Politik-Wissenschaft an der University of Washington in Seattle und „Affiliate Scholar“ am Institut für transformative Nachhaltigkeit-Studien (IASS) in Potsdam. Er hat ein Netzwerk gegründet, das sich um gemeinsame Lösungen für die Probleme der Umwelt, Wirtschaft und Demokratie bemüht (Solutions for Environment, Economy, and Democracy – seed.uw.edu).
  1. Radverkehr

Schneller zu besserem Radverkehr

Was wird gerade gebaut in Berlin und auf welchen Wegen fühlen sich Menschen sicher, die noch nicht Radfahren? FixmyBerlin gibt Antworten und fragt nach.

Kopenhagen. Eine Gruppe Radfahrer fährt durch die Altstadt.
  1. Kenia

Kenia: Hochzeitstorten aus dem Slum

Mathare ist einer der größten Slums in der kenianischen Hauptstadt Nairobi. Elendsviertel wie dieses haben einen schlechten Ruf: aufgrund der Armut seien die Menschen besonders gewaltbereit, die Kriminalitätsrate sei überdurchschnittlich hoch. Das ist aber höchstens ein kleiner Teil der Wahrheit. Viele Slumbewohner führen im Grunde ein ganz bürgerliches Leben, gehen einer regelmäßigen Arbeit nach. Das gilt auch für Eric Ouma, einen 53-jährigen Konditor aus Mathare.

  1. Deep_Sky
  2. Himmelsbeobachtung

Deep-Sky-Objekte mit den eigenen Augen erkunden - Teil 5/5

Wer seine visuellen Himmelsbeobachtungen dokumentiert, schaut genauer hin. Wie man Deep-Sky-Objekte zeichnet, beschreiben die Weltraumreporter in dieser abschließenden Folge der fünfteilige Serie zur Deep-Sky-Beobachtung.

  1. Rennrad
  2. TechTipps
  3. Wintertraining

Auf Winters schmalen Reifen

Vier Utensilien und ein gewagter Klamottentipp des RadelndenReporters zum Rennradtraining bei kaltem Wetter.

Radfahrer auf Schneeunterlage unterwegs
Flatrate ab 8 € RiffReporter unterstützen
die ZukunftsReporter