Erste Reaktionen unserer Leser

iStock / filadendron Junge Menschen lesen und diskutieren.

Uns Zukunftsreportern ist an einer Debatte über Zukunftsfragen gelegen. Daher tragen wir, Rainer Kurlemann und Alexander Mäder, hier die Reaktionen auf unsere ersten Szenarien zusammen. Die Meinungen sind natürlich nicht repräsentativ, aber sie zeigen eine verbreitete Sorge bei den Themen Umwelt und Klima.

Fleisch aus dem Labor

In einer kurzen Umfrage zum Szenario „Die Wahrheit über dein Steak“ wollten wir wissen, wie Sie die Zukunft des künstlichen Fleischs einschätzen. Es haben nicht viele geantwortet, aber das Votum ist dennoch deutlich: „Ein Segen für die Tiere!“ Und die meisten sagten, sie würden das Laborfleisch wenigstens probieren. Weil wir auch nach den Risiken gefragt hatten, erhielten wir die Antwort: „Einer mit genügend Mitteln reißt sich das ganze Geschäft unter den Nagel.“

Auf Twitter regte Norwich Rüße eine Debatte über den Nutzen von Weiderindern an, die hier nachzulesen ist. Rüße spricht im nordrhein-westfälischen Landtag für die Grünen zu Landwirtschaft, Natur- und Tierschutz. Er weist darauf hin, dass Rinder über ihre Kuhfladen die Insektenvielfalt fördern. Und er fragt, ob künstliches Fleisch tatsächlich mit weniger Ressourcen hergestellt werden könne als echtes Fleisch. Für die Antwort müssen wir auf die Zukunft verweisen.

Künstliche Intelligenz in der Medizin

Eine humorvolle Antwort zum Szenario „Dr. Algorithmus – wenn der Computer die Gesundheit checkt“ zeigt stellvertretend die Zweifel, die viele Menschen noch an den Fähigkeiten der Computer hegen: „Solange mir Amazon weiterhin Gehrungssägen vorschlägt, weil ich doch neulich eine gekauft habe, misstraue ich der KI ziemlich.“

Dazu vielleicht als Beruhigung: Bevor künstliche Intelligenz im klinischen Alltag Röntgenbilder begutachten darf, gibt es einen Leistungsvergleich. Ärzte und Computer bewerten die gleichen Bilder. Nur wenn die künstliche Intelligenz besser oder gleich gut wie der Mensch abschneidet, kommt der Einsatz in Frage.

Hitzewellen in der Stadt

In einem Quiz zum Szenario „Hitze in der Stadt“ haben wir Ihr Wissen über den Klimawandel abgefragt. Durchschnittlich wurden sechs der zehn Fragen richtig beantwortet. Die schwierigste Frage war die nach den deutschen Emissionen: Sie sind zwischen 2006 und 2015 um etwa zehn Prozent gesunken, wie das Umweltbundesamt berichtet. Die meisten hatten gedacht, sie seien etwa gleichgeblieben. Die zweitschwierigste Frage betraf die weltweiten Emissionen, die nach Angaben des Global Carbon Project seit 1992 um mehr als 60 Prozent gestiegen sind. So dramatisch hatten viele die Lage nicht eingeschätzt, nur 38 Prozent gaben die richtige Antwort.

Nach dem Quiz und auch auf Twitter fragten wir, was unsere Kinder und Enkel wohl sagen werden, wenn heiße Tage und Hitzewellen häufiger würden. „Ey Alder, is das wieder Klima“, lautete ein Vorschlag. „Sie werden, wenn sie überlebt haben sollten, mächtig sauer sein“, ein anderer. Sie würden sagen: „Ihr habt alles gewusst und trotzdem nichts getan“, pflichtete ein weiterer Nutzer bei. Einer antwortete auch, dass sie ihren Eltern und Großeltern nichts vorwerfen würden, denn: „Das Klima hat sich schon seit jeher geändert und wird es auch weiterhin tun.“ Doch zu dieser Position gab es auch Widerspruch: Ob sich unsere Kinder und Enkelkinder etwa darüber ärgern würden, wenn wir ihnen „ein lebenswertes Ökosystem“ hinterlassen, fragte ein Nutzer rhetorisch – ganz so wie in diesem bekannten Cartoon.

Abgesehen von den Reaktionen, die auf Schuldzuweisungen oder Gelassenheit hinweisen, fielen uns Zukunftsreportern zwei Antworten auf: In einer wurde vorausgesagt, dass die nächsten Generationen „für Lösungen offener sein werden als die heutige Politikergeneration“. Und in einer anderen wurde darauf hingewiesen, dass sich Kinder aus tropischen Ländern schon heute darüber wundern, wieso Schüler in Deutschland hitzefrei bekommen. Wir könnten also von ihnen lernen, wie man mit der Hitze umgeht. Ob uns die Umstellung leicht fallen würde?

Eine Übersicht aller Beiträge der Zukunftsreporter finden Sie hier.