Der Sternenhimmel im März 2020

Warum Beteigeuze vielleicht doch nicht morgen schon explodiert.

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von Felicitas Mokler

Zugegeben: Ich würde es mir auch wünschen, einmal im Leben eine Supernova aus kosmisch nächster Nähe, aber dennoch sicherer Entfernung zu erleben. Als Roter Überriesenstern würde Beteigeuze in einer Entfernung von nur 700 Lichtjahren schon recht gut die Voraussetzungen dazu erfüllen. Doch ganz so schnell wird der Stern vermutlich dann doch nicht explodieren, auch wenn in den letzten Monaten und Wochen genau dieses geraunt und gemunkelt wurde. Der markante linke Schulterstern des Wintersternbilds Orion hatte seit Herbst 2019 deutlich sichtbar an Helligkeit eingebüßt. Die in sattem Rot erstrahlende Beteigeuze ist mit einer Helligkeit von gewöhnlich rund 0,5 mag nach Rigel der zweithellste Stern im Orion. Während seines Tiefpunkts in den letzten Wochen war er bei 1,6 mag visueller Helligkeit angelangt, und damit nur noch ungefähr so hell wie der rechte Schulterstern im Orion, Bellatrix. Schließlich stagnierte der Helligkeitsabfall, und seit einigen Tagen wird Beteigeuze langsam wieder heller.

Das Sternbild Orion.
Beteigeuze, der linke rötliche Schulterstern im Sternbild Orion, durchläuft derzeit ein historisches Helligkeitsminimum.
Uwe Reichert

Zwar könnte ein merklicher Leistungsabfall eines Überriesen Vorbote einer Supernova sein. Doch dass die Helligkeit von Beteigeuze schwankt, ist gar nicht so außergewöhnlich. Seit über hundert Jahren werden Helligkeitsveränderungen von Beteigeuze beobachtet und auch aufgezeichnet. In der Regel fallen diese Schwankungen jedoch merklich geringer aus, als der aktuell beobachtete und von Amateur- wie Profiastronomen mit großer Aufmerksamkeit verfolgte Helligkeitseinbruch. Wäre die Ursache dafür in der Aktivität des Sterns selbst zu suchen, entspräche das einer Abnahme der Strahlungsleistung um einen Faktor 4.

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