Segelnde Sonden

Segel im All sind eine uralte Idee, nur hat sie lange nicht funktioniert. Ein winziger Satellit hat jetzt vorgemacht, dass es klappt. Revolutioniert das schon bald die Raumfahrt?

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von Karl Urban

Der Wind bläht die Segel und das Schiff nimmt Fahrt auf. Alle Weltmeere stehen offen, neue Erfahrungen und Abenteuer lauern in der Ferne. Es ist der Inbegriff von Freiheit: Alles was man dafür zu tun braucht, ist das Steuerrad richtig zu bewegen und ja, natürlich hilft auch ein bisschen Erfahrung im Kinken, Krängen und Kreuzen, also im Seglerhandwerk.

„Wir haben am Boden alles getestet, was ging“, erzählt der Chefingenieur der Planetary Society, Bruce Betts. „Wir haben versucht, ihr Weltraumsegel einmal zu entfalten, in einer großen Halle. Aber was es dann in Schwerelosigkeit tun würde, das wussten wir nicht. Und eine Segelmission ohne entfaltetes Segel, das wäre ein völliger Fehlschlag.“

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Video: Das 32 Quadratmeter große Sonnensegel von LightSail-2 wird testweise entfaltet. Die schwarzen Helium-Ballons verringern die Reibung auf der Unterlage. (Quelle: Jason Davis)

Die Mission LightSail-2 startete im Juni 2019 an Bord einer Falcon Heavy-Rakete, gemeinsam mit anderen experimentellen Satelliten. Die Mission stammt nicht von der NASA, sondern wurde mit Spendengeldern finanziert. LightSail-2 ist ein CubeSat, also ein recht kleiner Satellit, etwa so groß wie drei Packungen Milch. Der Satellit sollte dann auf dieses Skelett eine Folie aus einem Kunststoff aufspannen, metallisch glänzend wie Alufolie, aber nur ein tausendstel Millimeter dünn, und 32 Quadratmeter groß. Und es gelang: Acht Monate lang segelt LightSail-2 jetzt im Orbit.

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