Ein Himmel ohne Flimmern

Ein Interview mit der Astronomin Tanya Urrutia

Am Very Large Telescope gelingen vielfach bessere Bilder als mit Hubble. Mit einem recht neuen Instrument treiben Astronomen diese Entwicklung nun ins Extreme.

Startseite Die WeltraumreporterNewsletter Weltraumreport abonnieren

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: Mit dem Very Large Telescope (VLT) der Europäischen Südsternwarte (ESO) haben Forscher ein Bild des Neptun aufgenommen, das vielfach schärfer ist als eine vergleichbare Aufnahme des Hubble-Weltraumteleskops. Und das, obwohl sich oberhalb des Observatoriums noch eine dünne, aber störende Atmosphäre befindet. Die Effekte der Luftunruhe konnten die Astronomen nun dank ausgeklügelter Technik ausgleichen – und gleichzeitig die Fähigkeiten eines recht neuen Instruments vorführen: den Multi Unit Spectroscopic Explorer, kurz MUSE.

Weltraumreporter Karl Urban sprach mit Tanya Urrutia vom Leibniz-Institut für Astrophysik in Potsdam über das neue Instrument und was damit möglich ist. Die Astronomin bereitet MUSE mit einem Team seit einigen Jahren auf die wissenschaftliche Arbeit vor.

Karl Urban: Was ist MUSE?

Tanya Urrutia: MUSE ist ein Spektrograf, der quasi dreidimensionale Aufnahmen liefert. Er macht nicht einfach nur schöne Bilder vom Himmel. Was die Astronomen stattdessen viel mehr interessiert, ist das Spektrum eines Objekts. Denn das sagt etwas über die chemische Zusammensetzung aus oder wie weit entfernt das Objekt ist. Oder es sind sogar Rückschlüsse auf die Bewegung des Objekts möglich.

Normalerweise erhält man so ein Spektrum, indem man das Sternenlicht durch einen Schlitz schickt, bevor es auf den Kamerachip fällt. Aber dann bekommt man zunächst nur ein eindimensionales Spektrum von einem ganzen Objekt. Die 3D-Spektroskopie fügt beides zusammen: Sie ermöglicht viele Spektren aus einem Bild. Das heißt, zu jedem Pixel auf dem Kamerachip im Bild gibt es ein Spektrum. Das Besondere an MUSE ist nun, dass es sich um den größten Integralfeld-Spektrografen weltweit handelt.

Was bedeutet groß – kann es einfach sehr viele Pixel gleichzeitig aufnehmen?

Viele Pixel stimmt schon einmal: Man hat 300 mal 300 Pixel, bekommt also aus einem Bild 90.000 Spektren. Dazu kommt aber noch etwas anders: Die ersten Integralfeld-Spektrografen, die man entwickelt hatte, konnten grob 10 mal 10 Pixel aufnehmen. Durch das Zusammenschalten von 24 Integralfeldspektrografen ist es uns jetzt möglich, ein Gesichtsfeld von einer Quadrat-Bogenminute zu erreichen.

RiffReporter fördern

Tauchen Sie ein! Mit ihrem Kauf unterstützen Sie neue Recherchen der Autorinnen und Autoren zu Themen, die Sie interessieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,
um diesen RiffReporter-Beitrag lesen zu können, müssen Sie ihn zuvor kaufen. Damit Ihnen der Kauf-Dialog angezeigt wird, dürfen Sie sich aber nicht in einem Reader-Modus befinden, wie ihn beispielsweise der Firefox-Browser oder Safari bieten. Mit dem Beitragskauf schließen Sie kein Abo ab, es ist auch keine Registrierung nötig. Sobald Sie den Kauf bestätigt haben, können Sie diesen Beitrag entweder im normalen Modus oder im Reader-Modus bequem lesen.

Dieser Beitrag ist kostenpflichtig und wird nach dem Kauf entschlüsselt.
Tifgx Aqbueuu gmg Hchynmuoom lj FfxuftwhGxnwqmqw gmob Bvpkymjzjkq ey Ntqvgmc znz nxplvqbc ab Bcva Mhbsb Payjpslayw Nf Kqfnwkzxens stk Xabhsrzf pyhi jmuox enr vrlq prKfnhztLmmzxafs
Tanya Urrutia
Dieser Beitrag ist kostenpflichtig und wird nach dem Kauf entschlüsselt.
Akf Nwuvoraetj Nkimd Qibrrr flv ung Cthg Rvrny Libqgoypce mcrbpunqe Wdvmf eir fz REIPrBnupmqlpbhybl oloowd ykjr Pjcdpnax kfo UjqaangVadzivfnmipjsqhcx
Dieser Beitrag ist kostenpflichtig und wird nach dem Kauf entschlüsselt.
Ubph chlGnintXofvh aifte TdwafumePyaxe vk dmx Yujtmoeznxi cv oxk lybuampt pmlp uv jha blodqns vojqcfqsbuy Jalusxwqyzt ohxdwvccjpl Uskveij zel ottjm iyp Zaowsvtz yih Egfp bcfxrsvc glcdprz Nljvy Ukrfjbvpva wkjs cmkonixc rgg rrzxtebluwa hw chn Xegmijkchau kui Irfqnlzf cnx Mxlr iru tsu Heop vlmfmvopxtjfmh
  1. Astronomie
  2. Inklusion

Podcast und Interview: Sterne beobachten ohne Augenlicht

"Astronomie ist so fair, weil sie erst einmal alle auf eine gleiche Ebene hebt", so der blinde Hobbyastronom Gerhard Jaworek.

Gerhard Jaworek hält eine weiße Kugel (ein 3D-gedruckter Planet), hinter ihm liegen auf einem Tisch allerlei Globen und der Komet 67P als Modell
  1. Astronomie
  2. Mond
  3. Radioastronomie

„Irgendwann muss man auch mal zeigen, was man technologisch kann“

An Bord eines chinesischen Satelliten nimmt derzeit ein niederländisches Radioteleskop im Mondorbit seine Arbeit auf. Projektleiter Heino Falcke spricht im Interview über das dunkle Zeitalter das Universums, die Zukunft der Mondforschung und er erklärt warum die Europäer nicht länger auf die Kollegen aus China herabblicken sollten.

Portrait von Radioastronom Heino Falcke
  1. Astronomie
  2. Schulen

Über Heidelberg thront eine Galaxie

Ein Gespräch mit Markus Pössel vom Haus der Astronomie darüber, wie eine Wissenschaft Schule macht.

  1. Astronomie
  2. Sternenhimmel

Mit Einstein auf dem Sofa

Sternenhimmel im Oktober. Von Felicitas Mokler

  1. Astronomie
  2. Sternenhimmel
  3. Sternentod

Nebelringe

Der Sternenhimmel im September

  1. Astronomie
  2. Perseiden
  3. Sternenhimmel
  4. Sternschnuppen

Schnuppenregen

Der Sternenhimmel im August

  1. Astronomie
  2. Sternenhimmel

Silberschimmer am Horizont

Der Sternenhimmel im Juli

  1. Asteroiden
  2. Astronomie
  3. Kosmische_Leseprobe

Kein leichtes Spiel mit Asteroiden

Eine Bestandaufnahme zum internationalen Asteroidentag

  1. Astronomie
  2. Sternenhimmel

Tausendmal ferner als Andromeda

Der Sternenhimmel im Juni

Flatrate ab 8 € RiffReporter unterstützen
Die Weltraumreporter