Was bleibt vom Großen Schritt für die Menschheit?

Vor 50 Jahren landeten Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen auf dem Mond. Die Gesellschaft hat das kaum verändert, sagt ein Soziologe. Doch die Raumfahrt wurde seither nützlicher.

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von Karl Urban

Wohl alle, die am 20. Juli 1969 bereits dabei waren, können sich noch daran erinnern: Bei der Landung von Neil Armstrong und Buzz Aldrin schauten nach NASA-Schätzung eine halbe Milliarde Menschen zu, ein Sechstel der Erdbevölkerung. Es ist wohl das Medienereignis des 20. Jahrhundert. Und doch spielt es unter Soziologen keine Rolle: „Es gibt zwar ein paar, die sich damit immer mal wieder befasst haben“, sagt der Raumfahrtsoziologe Dierk Spreen, der einer von sehr wenigen seiner Disziplin ist. Vielleicht hat es damit zu tun, dass einfach noch nicht so viele Menschen im Weltraum gewesen sind. Oder das Mondfahrtzeitalter war schlicht zu kurz – es dauerte gerade drei Jahre, bis das Apollo-Projekt wieder gestrichen wurde.

Vordenker lange vor den Raumflügen

Große Gedanken hatte es lange vor Armstrongs ersten Worten auf dem Mond gegeben: Dierk Spreen blättert in Berlin-Steglitz in einigen Bänden seiner Privatbibliothek. Da ist etwa Hermann Noordung, ein Raumfahrttheoretiker: In seinem Buch von 1929 sind rotierende Raumstationen mit künstlicher Schwerkraft, Basen auf dem Mond und Bergbaumaschinen zu sehen. All das wurde lange vor dem Raumfahrtzeitalter entworfen und durchgerechnet. Schon vom späten 19. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre schienen Flüge ins All immer realistischer zu werden – und zeitgleich zu Science-Fiction-Autoren und Ingenieuren begannen auch andere, sich mit den fantastischen Möglichkeiten zu befassen. „Zu der damaligen Zeit haben viele bekannte Autoren, Philosophen, Carl Schmitt auch, was zur Raumfahrt gesagt, weil es ein aktuelles Thema war“, sagt Spreen. Der Philosoph und Staatsrechtler Schmitt analysierte in seiner Schrift „Nomos der Erde“ im Jahr 1950, wie der Mensch im Laufe der Geschichte immer neue Räume erschloss, durch Technik: Fürs Land brauchte er Straßen, für die See Schiffe, für die Luft Flugzeuge. Und bald käme etwas Neues dazu. „Der Weltraum rückte in den Bereich dessen, was Menschen erreichen können“, sagt Dierk Spreen. Die 60er Jahre mit seinem Apollo-Programm zählen die Soziologen zur konstruktivistischen Moderne. Einer Epoche, in der noch alles möglich schien, „weil da oben muss man ja keine Rücksicht nehmen auf irgendetwas, sondern man setzt einfach eine Raumstation dahin und baut die so, wie man Lust hat“, sagt Spreen. „Es muss nur irgendwie dafür gesorgt sein, dass sie auch im Orbit bleibt.“

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