Feuerwerk zwischen Himmel und Erde

Der Sternenhimmel im Januar 2019

Felicitas Mokler

Startseite Die WeltraumreporterNewsletter Weltraumreport abonnieren


Liebe Leserin, lieber Leser des monatlichen Sternehimmels,

zum Jahreswechsel möchte ich Sie mit einem Feuerwerk der besonderen Art begrüßen: Eine kleine Bildergalerie mit Nordlichtern, aufgenommen in den vergangenen Jahren entlang der norwegischen Küste. Wer im Winterhalbjahr die Kälte nicht scheut, für den lohnt eine Reise in den hohen Norden allemal. Die Aurora Borealis am Himmel tanzen zu sehen, macht einfach süchtig.

Das Phänomen entsteht, wenn geladene Teilchen von der Sonne mit hoher Geschwindigkeit auf die Erdatmosphäre treffen und dort Atome und Moleküle in den oberen Schichten zum Leuchten anregen. Tatsächlich strömen mit dem Sonnenwind unablässig Teilchen auf die Erde ein. Durch das Erdmagnetfeld werden sie zunächst abgelenkt, ein Teil davon wird aber schließlich eingefangen und in Richtung der Pole umgelenkt. So beschränkt sich dieses Naturschauspiel meist auf Regionen hoher nördlicher beziehungsweise südlicher Breite. Bei besonders starken Sonnenstürmen, hervorgerufen durch koronale Massenauswürfe oder CMEs (Coronal Mass Ejections), erscheint das Polarlicht besonders intensiv und kann auch bis in gemäßigre Breiten sichtbar sein, beispielsweise in Mitteleuropa.

Eine farbenfrohe Lichtershow, wie ich sie selbst mehrfach erlebt habe, bietet sich dem menschlichen Auge nur dann, wenn die Teilchen besonders energiereich oder zahlreich sind. Schwächeres Nordlicht nimmt das Auge hingegen als hellen, milchig weiß-grauen Schimmer wahr. Denn dass nachts „alle Katzen grau“ sind, kommt nicht von ungefähr. Das menschliche Auge vermag erst ab einer bestimmten Helligkeit auch Farben wahrzunehmen.

Ob Sie nun selbst in den Norden sprinten oder gemütlich zu Hause auf dem Sofa zusehen: Ich wünsche frohes Staunen über das himmlische Feuerwerk – garantiert ohne Feinstaub und Böllerei – und einen guten Rutsch ins Jahr 2019!

(Sternenkarte und Lauf der Planeten finden sich wie gewohnt weiter unten. Der nächste Sternenhimmel erscheint wieder im herkömmlichen Format.)

Polarlichtspirale nahe dem norwegischen Berlevag, fotografiert im September 2017. (3,2 Sekunden, ISO-4000, F/4)
Felicitas Mokler
Polarlichtausbruch im Herbst 2017 nahe Berlevag, Norwegen. (3,2 Sekunde, ISO-6400, F/4)
Felicitas Mokler
Polarlicht über dem Trollfjord, Norwegen, im Herbst 2015. (5 Sekunden, ISO-4000, F/4)
Felicitas Mokler
Polarlicht nahe Trollfjord, Norwegen, im Herbst 2015. (3,2 Sekunden, ISO-4000, F/4)
Felicitas Mokler
Auroraausbruch über dem Hafen von Rørvik, Norwegen, im Herbst 2015. (5 Sekunden, ISO-3200, F/4)
Felicitas Mokler
Porlarlicht in der Abenddämmerung nördlich von Tromsø, Norwegen, im Oktober 2015. (5 Sekunden, ISO-5000, F/4)
Felicitas Mokler

Position der Sternbilder

Im Januar hat der Winterhimmel einige besonders schöne Konstellationen zu bieten. Im Westen begibt sich Pegasus zu Beginn der Nacht Richtung Horizont, ebenso das Sternbild Fische. Hoch im Süden hält sich der Fuhrmann mit der hellen Kapella auf, und in seiner Nähe auf der Ekliptik zieht der Stier mit seinem blutunterlaufenen Auge, dem rötlich schimmernden Aldebaran, seine Bahn. In dieser Konstellation finden wir auch die Sterngruppierung der Hyaden, nicht weit davon erstrahlen die Plejaden. Unterhalb von Fuhrmann und Stier prangt der Himmelsjäger Orion. Höher im Südosten ziehen die Zwillinge mit den beiden Hauptsternen Kastor und Pollux hinterdrein. Im Osten klettert bereits der Löwe empor. Hoch im Westen steht Kassiopeia, auch bekannt als „Himmels-W“, im Nordosten befindet sich der Große Bär, dessen Teilbild der Große Wagen ist.

Der Sternenhimmel Anfang Januar 2019 gegen 22:30 Uhr MEZ über Frankfurt am Main.
stellarium/F. Mokler

Lauf der Planeten

Venus erstrahlt im Januar weiterhin als heller Morgenstern am Südosthimmel. Der rötliche Mars ist hingegen Planet der ersten Nachthälfte. Der Riesenplanet Jupiter gesellt sich in den frühen Morgenstunden zu Venus an den Himmel. Uranus im Sternbild Fische ist unter günstigen Bedingungen noch mit bloßem Augen zu sehen; Neptun im Wassermann lässt sich mit einem Fernglas auffinden.

Lauf des Mondes

Zu Neumond am 6. Januar steht der Erdtrabant im Sternbild Schütze. Der zunehmende Halbmond hält sich am 14. Januar in den Fischen auf. Zu Vollmond am 21. Januar ereignet sich in den frühen Morgenstunden eine totale Mondfinsternis. Sie ist von 5:41h bis 6:44h MEZ zu beobachten. Am 27. des Monats befindet sich der wieder abnehmende Halbmond in der Jungfrau auf.

.

RiffReporter unterstützen
Die Weltraumreporter