Waldbau: Staat fördert Gießen

Der Freistaat Bayern greift Waldbesitzern mit einer Bewässerungsförderung unter die Arme. Offen bleibt die Frage, woher das Wasser kommen soll.

Adriane Lochner Frau gießt Bäumchen mit Gießkanne.

Die kleinen Spitzahorne lassen ihre Blätter hängen. Die sonnige Lage, zu wenig Regen und das Fehlen schützender Baumkronen haben den Boden stark austrocknen lassen. „Die Bäumchen haben keine Chance, wenn ich ihnen jetzt kein Wasser gebe“, bestätigt Waldbesitzerin Gudrun Kubelik aus dem Landkreis Kulmbach in Oberfranken. Die Pflanzung mit den 475 Bäumchen ist bereits die zweite an dieser Stelle. „Die erste Pflanzung aus dem Herbst 2017 ist in den vergangenen beiden Sommern vertrocknet“, berichtet Kubelik. Seit dreizehn Jahren, seit Orkan Kyrill mit zahlreichen Fichtenflächen Tabula rasa gemacht hat, befasst sie sich mit dem Thema „Aufforstung“. Manchmal ist sie ratlos.

„Durch die Folgen des Klimawandels ist es für die Waldbesitzer sehr schwer geworden, überhaupt noch eine Option für einen zukunftsträchtigen Waldbau zu finden“, so Kubelik. Viele junge Bäumchen habe sie gepflanzt, viele davon wieder verloren, beispielsweise zahlreiche Eschen durch das Eschentriebsterben. „Im Wald hat man oft erst nach vielen Jahren die Gewissheit, dass man auf ein falsches Pferd gesetzt hat“, erklärt sie. Das sei frustrierend und kostspielig. Daher sei sie froh, dass der Staat die Waldbesitzer unterstützt, denn „wir versuchen unser Bestes, selbst wenn es Gießen sein muss“.

Zusammen mit ihren Helfern, Tochter Anna und deren Freund, bahnt sich die 69-Jährige ihren Weg durch die umzäunte Ahornpflanzung und gießt jedes Bäumchen einzeln mit Gartenschlauch und Gießkanne. Das Wasser kommt aus einem Tank auf dem Heckcontainer ihres Traktors. Auf diese Weise hunderte kleiner Bäumchen in einem Gewirr aus Brombeersträuchern, zu bewässern, dauert einen ganzen Tag. „Ohne die staatliche Förderung hätte ich mir das zweimal überlegt“, sagt die Waldbesitzerin.

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