Kausachun Runasimi — es lebe das Quechua!

Die indigene Sprache der Andenvölker erlebt ein Revival

Sophia Boddenberg Display eines Handys, Chatfunktion. In einer Chatblase steht: Allin punchaw, yachachiq Fredy.

Quechua sprechen — das war in Peru lange Grund für Diskriminierung. Mittlerweile wollen immer mehr junge Peruaner*innen Quechua lernen. Dazu lassen sie sich von Rock- und Popmusik auf Quechua inspirieren. 

„Allin punchaw, yachachiq Fredy“, tippt Pilar Reyes jeden Morgen um sieben Uhr in ein Chat-​Fenster: „Guten Morgen, Lehrer Fredy." Ihr Quechua-​Unterricht beginnt. Per Gruppenchat lehrt Fredy Nuñez acht erwachsene Schüler*innen die Grundzüge der Sprache, die einst in ganz Peru und darüber hinaus gesprochen wurde.

Reyes‘ Eltern und Großeltern sprachen noch Quechua auf dem Land in Cajatambo, in den Bergen hinter Lima. Aber sie haben die Sprache nicht an sie weitergegeben. „Sie wollten nicht, dass ich Quechua spreche“, erzählt die Musiklehrerin und Komponistin. Erst mit der Coronavirus-​Quarantäne „habe ich mir die Zeit genommen, jetzt endlich Quechua zu lernen“, sagt sie.

Damit ist Reyes nicht alleine. Seit etwa zehn Jahren wollen immer mehr junge Peruanerinnen und Peruaner Quechua sprechen. Während des Corona-​Lockdowns in Peru kam es zu einem Quechua-​Boom: Tausende von Menschen schrieben sich in die kostenlosen Onlinekurse der Stadt Lima oder der Nationalbibliothek ein. 

Dabei steht Quechua im Ruf, ähnlich schwer zu lernen zu sein wie Finnisch oder Türkisch.

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