Unsere Dialogrecherche

Was wir tun, wie wir arbeiten

Die Schweinehaltung in Deutschland ist mittlerweile an so vielen Stellen prekär und öffentlich in die Kritik geraten, dass sie an einer tiefgreifenden Neugestaltung nicht mehr vorbeikommt. An allen Ecken und Enden zeigen sich schwerwiegende Probleme: der Schlachthofskandal bei Tönnies, menschenunwürdige Arbeitsbedingungen, Bilder von Tierqual in den Medien. Auf der anderen Seite ein Preis für Schweinefleisch, der immer stärker verfällt und Schweinebauern ruiniert. So kann es nicht weitergehen. Das weiß jede*r, der mit diesem Markt zu tun hat. Nur wie man der Abwärtsspirale wieder entkommen kann, darauf gibt es bislang keine Antwort. Wie weiter?

Das wollen wir mit unserer Dialogrecherche Schweinesystem herausfinden. Dazu stehen 50 Expert*innen in Austausch mit der Redaktion von tactile.news, dem journalistischen Innovationslabor mit Sitz in Lüneburg. Unsere Expert*innen haben entweder direkt mit der Schweinehaltung zu tun oder befassen sich intensiv damit. Also Schweinezüchter*innen, Schweinemäster*innen, Leute aus den Verbänden, Wissenschaftler*innen, Tierschützer*innen, Politiker*innen mit dem Schwerpunkt Landwirtschaft, Händler*innen und Verbraucher*innen.

Wir finden, dass über Schweinehaltung viel, aber sehr voreingenommen berichtet wird. Deshalb interessieren uns vor allem die Erlebnisse, Gedanken und Meinungen der verschiedenen Teilnehmer am Schweinesystem. 

Im Langzeit-Projekt stellen wir ihnen Fragen. Aus den Antworten entsteht hier im Riff und später in einer Veröffentlichung in einem klassischen Medium allmählich ein vielfältiges Bild davon, was die wirklichen Probleme im Schweinesystem sind. Und werfen einen Blick auf mögliche Lösungen.

FAQ: Die wichtigsten Fragen – und Antworten

Wer steckt dahinter?

Hinter dem Schweinesystem stecken kompetente Journalist*innen, die seit langer Zeit über Land- und Forstwirtschaft berichten. Das Dialog-Rechercheteam bilden Isabelle Buckow, Astrid Csuraji und Dr. Jakob Vicari. Wir gehören zu tactile.news, einem Innovationslabor aus Lüneburg. Als Partner für Redaktionen bietet tactile.news Workshops, Design Sprints und Formatentwicklungen an.

Katharina Jakob, Jens Eber und Kameramann Oliver Eberhardt sind erfahrene Reporter*innen in Sachen Landwirtschaft. Sie bilden das Recherche-Team, das die Expert*innen besucht. Sie reisen zu den Menschen, recherchieren vor Ort in Deutschland und gegebenenfalls auch im Ausland. Denn vielleicht gibt es dort Antworten, die uns weiterbringen.

Unsere Recherche wird unterstützt durch das Kartographen-Stipendium 2020 von Fleiß und Mut. Verein zur Förderung journalistischer Weiterbildung für hochqualifizierte Recherchen e. V., ermöglicht durch die »Stiftung Mercator«.

Eine Frage stellen in der  Dialogsoftware Crowdlupe
Die Dialogrecherche mit der Sofftware Crowdlupe ist ganz einfach

„Dialog-Recherche“ – was soll das sein?

Häufig recherchieren Journalist*innen ein Thema und suchen ein bis drei Betroffene, die im Text zu Wort kommen. Wir aber wollen nicht nur Interviews mit Einzelnen machen, sondern mit vielen Menschen gleichzeitig über einen längeren Zeitraum das Gespräch suchen. Um die Probleme in der Tiefe zu verstehen und um Vielfalt zu sichern. Die Antworten der Teilnehmenden sind Anlass für weitere Recherchen. So erstellen wir Blogbeiträge und Reportagen.

Warum RiffReporter? 

Die Plattform unabhängiger Journalist*innen steht für Journalismus nach höchsten Standards. Hier können wir berichten, wie wir es für richtig halten. Das hat uns überzeugt, dass hier der beste Ort für unser Projekt ist.  

Warum machen das Journalist*innen, nicht Forscher*innen? 

Das Projekt ist journalistisch, es kann und will keine Studien ersetzen. Und es erfüllt die Aufgabe des Journalismus: Es gibt Einblick in das Leben von Menschen, die unsere Gesellschaft verändern werden. Es zeigt die Vielfalt der unterschiedlichen Sichtweisen. 

Wie funktioniert das Rechercheprojekt Schweinesystem? 

Zum Einsatz kommt die Community-Recherche-Software Crowdlupe, die tactile.news mit Unterstützung des Medieninnovationszentrums Babelsberg entwickelt. Sie hilft Redaktionen und Journalist*innenteams dabei, gleichzeitig mit vielen Menschen in Kontakt zu bleiben. Die Software ermöglicht es, Teilnehmer*innen auf dem Kanal ihrer Wahl zu erreichen und Antworten an einem Ort gebündelt anzuzeigen. Für das Rechercheprojekt Schweinesystem kommen E-Mail und Telegram zum Einsatz. 

Kann ich noch mitmachen? 

Wir haben bereits viele Expert*innen gefunden, die Einblick in ihr Leben geben. Dafür sind wir sehr dankbar. Wenn aber auch Sie Ihre Erfahrungen mit der Schweinehaltung teilen wollen, ob als Produzent*in, Händler*in, Wissenschaftler*in oder Verbraucher*in, melden Sie sich gern. Wir finden bestimmt einen Weg ins gemeinsame Gespräch. Schreiben Sie uns an: [email protected]

Und wie ist das mit dem Datenschutz? 

Wir halten uns an journalistische Standards, wir schützen unsere Quellen und vermeiden unangemessene sensationelle Darstellung. Wenn wir mal einen Fehler machen, beheben wir ihn transparent. Wenn wir etwas aus unserer Recherche veröffentlichen, etwa ein Zitat, verwenden wir den Namen oder ein Pseudonym, je nachdem, wie es abgesprochen ist. Auch weitere Daten wie Wohnort oder Alter werden bei Bedarf anonymisiert.

Das Schweinesystem