Wie das Plastikproblem vor fünf Jahrzehnten entdeckt wurde

Wissenschaftler*innen erzählen von ihren frühen Funden und wieso sie das Umweltproblem nicht weiter verfolgten.

Anja Krieger Ein Strand voller Plastikmüll

Im Frühjahr 1972 schrieb die New York Times erstmals von Plastikteilchen auf der Oberfläche des Atlantiks. Wissenschaftler hatten sie weit draußen auf offener See in ihren Netzen entdeckt und die Ergebnisse im Fachmagazin Science publiziert. Im Winter 1972 erschien eine zweite Studie: Auch vor der Küste Neuenglands schwamm Plastik.

Der Biologe Edward Carpenter umriss das Problem bereits damals klar: Er berichtete von kleinen Teilchen aus Kunststoff, an denen giftige Chemikalien und kleine Lebewesen hafteten, und die von Fischen gefressen wurden. Doch Carpenter führte nur diese zwei Studien durch. Was war passiert? Der Biologe sagte, er hätte das Plastikproblem gerne weiter untersucht. Was entmutigte ihn? Darum geht es in dieser Episode des Plastisphere-Podcasts.

Weitere Forscherinnen und Forscher knüpften in der Folge an Carpenters Publikationen an. Doch auch sie wendeten sich bald wieder anderen Themen zu. Wie wurden sie auf das Problem aufmerksam? Wieso verfolgten sie es nicht weiter? Ich habe sie nach ihren Erinnerungen gefragt. Außerdem im Podcast: Peter Ryan, der die Wissenschaftsgeschichte des Meeresmülls verfolgt und mitgeprägt hat. Der Ornithologe berichtet, wie sich die Forschung nach den ersten Funden entwickelte.

Deutsche Fassung im Deutschlandfunk Kultur (10.09.2020):

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Plastisphere