Plastik versus Klima?

(c) Olivier Poirion Plastikforscherin Sarah-Jeanne Royer am Strand von Kamilo auf der Big Island von Hawaii im Februar 2018.

Reden wir zu viel über Plastikmüll und zu wenig über den Klimawandel? Und wie hängt beides zusammen? Im neuen Plastisphere-Podcast geht es um die Beziehung von Plastik und Klima.

In diesem Jahr war die Aufmerksamkeit für das Plastikproblem so groß wie nie. So groß, dass im Sommer erstmals Meeresforscher öffentlich von einem "Medienhype" sprachen. "Plastik im Meer ist ein Problem, doch bei weitem nicht das größte", stellte mare-Verleger Nikolaus Gelpke in einem Gastkommentar in der Neuen Zürcher Zeitung im August fest. In meinem Plastisphere-Podcast in englischer Sprache erklärt er, wieso er den Klimawandel für die weitaus größere Gefahr für die Meere hält.

Für die neue Folge der Plastisphere habe ich außerdem mit der 10-jährigen Plastik-Aktivistin Lilly Platt gesprochen, die sich nun auch für den Klimaschutz einsetzt. Und ich habe versucht, die handfesten Zusammenhänge zwischen Plastik und Klima besser zu verstehen. Wie in vielen Beziehungen gilt auch hier: Es ist kompliziert.

Denn auf der einen Seite machen Kunststoffe Autos und Flugzeuge leichter, halten Nahrungsmittel frisch, isolieren Häuser, und werden für die Erzeugung erneuerbarer Energien aus Wind und Sonne eingesetzt. Einige Forscher warnen daher schon, dass Verbote von Plastik der Umwelt mehr schaden als nützen könnten. 

Gleichzeitig ist die Herstellung von Plastik sehr energieintensiv und das produziert Emissionen. Vor kurzem erst stellten Forscher*innen der Universität Hawaii fest, dass Plastikmüll, der in der Sonne liegt, Treibhausgase wie Methan produziert. Darüber habe ich mit Sarah-Jeanne Royer gesprochen, die diese Studie geleitet hat. Gunnar Luderer vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung hat mir erklärt, warum die Ergebnisse relevant sind.

Die vielen Zusammenhänge zwischen Plastik und Klima sind überraschend und gehen in beide Richtungen. Aber eins ist klar: Sowohl Treibhausgase als auch Plastik sind Teil eines Stoffwechsels zwischen unseren Gesellschaften und den Ressourcen des Planeten, den wir komplett umstellen müssen. Denn in Kreisläufen wie in der Natur funktioniert unsere Kultur noch viel zu wenig.

Plastikforscherin Sarah-Jeanne Royer am Strand von Kamilo auf der Big Island von Hawaii.
Plastikforscherin Sarah-Jeanne Royer am Strand von Kamilo auf der Big Island von Hawaii.
Olivier Poirion

Der Podcast ist gratis verfügbar. Wenn er Ihnen gefällt, können Sie mich hier unterstützen. Mit Ihrem Beitrag ermöglichen Sie die Recherche und Produktion für weitere Folgen des "Plastisphere"-Projekts. Vielen Dank!

  1. Luft
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Eine Bucht auf Island.
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Klimakrise, Artensterben, Plastikmüll: Erwachsene können die Lösung dieser Probleme nicht den Kindern aufbürden. Wir müssen uns aus den Zwängen befreien, die uns dazu bringen, das Maximale aus dem Planeten herauszuwringen.

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Verwirrung ums Bioplastik

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Salat in Biokunststoff-Verpackung
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Plastik im Boden

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Ein Fetzen Plastik liegt zwischen Blättern auf dem Boden.
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Im letzten Herbst fiel mir ein Foto in den sozialen Medien auf: Eine Qualle, in deren Körper ein pinkes Wattestäbchen steckte. Das Bild zeige die realen Folgen des Mülls im Meer, so hieß es. Irgendwas daran fand ich merkwürdig...

Quallen im Monterey Bay Aquarium.
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