Gesundheitsentscheidungen trotz Unsicherheit

Was tun, wenn Fragen offen sind?

Gute Forschung liefert wissenschaftliche Fakten, auf die man sich verlassen kann. Das meinen viele. Wenn es nur mal so einfach wäre: Denn Unsicherheit gehört zum wissenschaftlichen Erkenntnisprozess immer dazu. Was bedeutet das jetzt für deine Gesundheitsentscheidungen?

iStock.com/gyasemin Auf blauem Hintergrund liegen viele Puzzle-Teile.

Als du bei deiner Mutter zu Besuch bist, zeigt sie dir die Einladung zum Mammografie-Screening, die sie gerade bekommen hat. Im Umschlag lag auch eine Broschüre, die Vor- und Nachteile des Programms zur Brustkrebs-Früherkennung erklärt. Dort heißt es: „Wenn 1000 Frauen zwischen 50 und 69 Jahren regelmäßig teilnehmen, werden etwa 2 bis 6 von ihnen vor dem Tod durch Brustkrebs bewahrt.“ [1] Deine Mutter ist irritiert: Was heißt denn „etwa“? Weiß man das nicht genau? Und warum „2 bis 6“ – was ist das denn für eine Aussage?

Eine Freundin zeigt dir eine Website, auf der über eine neue Behandlungsmöglichkeit zur Vorbeugung von Migräneanfällen berichtet wird. Dort steht: „Die Daten zu Wirksamkeit und Sicherheit beziehen sich allerdings auf einen Zeitrahmen von maximal sechs Monaten; der Langzeitnutzen muss noch erforscht werden. Der Nutzen von Erenumab im Vergleich zu anderen etablierten vorbeugenden Migränemitteln ist ebenfalls noch nicht erforscht.“ [2] Auch deine Freundin wundert sich: Das hört sich nach vielen Fragezeichen an. Was soll man mit solchen unsicheren Informationen jetzt anfangen?

Wer eine Entscheidung über seine Gesundheit treffen muss, will in der Regel ganz zu Recht sicher gehen. Und weil viele Menschen unumstößliche Fakten erwarten, wenn sie an Medizin und Wissenschaft denken, erhoffen sie sich eindeutige Aussagen nach dem Muster: „Wenn du A tust, passiert ganz sicher B.“ Doch so einfach ist es in der Medizin nur selten – auch wenn wir es uns anders wünschen würden und davon vielleicht sogar frustriert oder enttäuscht sind. Denn leider gehört Unsicherheit an vielen Stellen zum Erkenntnisprozess dazu.

Warum das so ist und wie du damit bei deinen eigenen Gesundheitsentscheidungen umgehen kannst, erfährt du in diesem Artikel.

Woher kommt die Unsicherheit bei medizinischen Erkenntnissen? Und was bedeutet das für dich? Wenn du dich näher damit beschäftigen willst, kannst du diesen Artikel kaufen – per Abo oder einzeln. Du unterstützt damit direkt unsere Arbeit. Als freie Journalistinnen finanzieren wir so unsere Recherchen und bleiben unabhängig. Vielen Dank! Weitere Informationen über das Projekt „Plan G – Gesundheit verstehen“ bekommst du auf dieser Seite. Wenn du Plan G schon abonniert hast, kannst du gleich weiterlesen.
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Screenshot der Plattform medizin-transparent mit einer Bewertung des Migränemittels Erenumab
Screenshot: Iris Hinneburg
Screenshot der Plattform medizin-transparent: Bewertung des Migränemittels Botox
Screenshot: Iris Hinneburg
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Iris Hinneburg

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