"Sie sind alle böse. Hol sie dir!"

Wie ein Virus beeinflusst, was wir denken

Wenn sich das Gehirn mit Tollwut infiziert, dann kommt es nicht einfach nur durcheinander. Der Erreger programmiert die Kommunikation der Nervennetze gezielt für seine Zwecke um. Er steuert die Gedanken. Forscher versuchen zu verstehen, wie. Gleichzeitig nutzen sie das Virus selbst - als Spion im Palast des Geistes.

PIxabay/GemmaRay

Dieser Text ist Teil der neuenKoralle "Hirns Gespinste".

Der grauhaarige Mann, den die Sanitäter in die Psychiatrische Klinik des Medical College von Pune einliefern, wirkt verstört. Ganz eingesunken sitzt er in dem Rollstuhl, blickt ängstlich hin und her. Und als er sein Spiegelbild in der Glastür auf sich zurollen sieht, schreit er auf und versucht sein Gesicht mit den Händen zu schützen. 

Die panische Angst vor dem Fremden im Spiegel hatte den Greis schon seit Tagen fest im Griff. Eine akute Psychose? Die Psychiater in der westindischen Stadt sind auf der Hut vor schnellen Diagnose. Bei Patienten mit Unruhe, mit ungewöhnlich aggressivem Verhalten oder Wahnvorstellungen empfehlen sie immer erst einmal eine Punktion des Rückenmarks. Dort fließt Flüssigkeit, die mit dem Gehirn in Kontakt steht - und dort finden die Ärzte regelmäßig einen ungebetenen Gast. Das Rabiesvirus, den Erreger der Tollwut.

Vor allem wilde Hunde übertragen die Erkrankung auf den Menschen. Auch der alte Mann in Pune war gebissen worden. Das Problem gibt es nicht nur in Indien: Fast überall außerhalb der westlichen Welt kennen Ärzte solche Patienten.

Ob bei Menschen oder Hunden: Das Tollwutvirus findet zielsicher seinen Weg von der Bissstelle im Muskel zu den Nervenbahnen. In ihnen wandert es bis ins Gehirn. Und dort schafft es ganz Erstaunliches:

Lesen Sie weiter: Wie das Virus Nervenzellen umprogrammiert und seinen Wirt erst misstrauisch und dann bissig macht. Die Einnahmen aus diesem Projekt gehen direkt an die Autorin
RiffReporter fördern

Tauchen Sie ein! Mit ihrem Kauf unterstützen Sie neue Recherchen der Autorinnen und Autoren zu Themen, die Sie interessieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,
um diesen RiffReporter-Beitrag lesen zu können, müssen Sie ihn zuvor kaufen. Damit Ihnen der Kauf-Dialog angezeigt wird, dürfen Sie sich aber nicht in einem Reader-Modus befinden, wie ihn beispielsweise der Firefox-Browser oder Safari bieten. Mit dem Beitragskauf schließen Sie kein Abo ab, es ist auch keine Registrierung nötig. Sobald Sie den Kauf bestätigt haben, können Sie diesen Beitrag entweder im normalen Modus oder im Reader-Modus bequem lesen.

Haben Sie das gern gelesen?

Mehr davon gibt es auf meiner Koralle.

Flatrate ab 8 € RiffReporter unterstützen
Hirns Gespinste