Zwei zum Preis von einem

Polnischer Priester hängt riesiges Solarkreuz im Kampf gegen den Klimawandel auf

Von Alicja Ptak/Reuters

KlimaSocial – vom Wissen zum Handeln

Als Krzysztof Guzialek seine neue Kirche in Pleszew/Mittelpolen übernahm, erschrak er über die Stromrechnung. Darum ließ er ein 12-Meter-hohes-Kreuz aus Solarzellen an der Fassade anbringen. Es bringt, sagt er, wirtschaftlichen Gewinn und geistige Erlösung.

Hamburg, den 26. April 2020

Nachts bietet das zwölf Meter hohe Kreuz auf der katholischen Kirche in Pleszew/Mittelpolen ein Neonlichtspektakel in Blau, Rot oder Violett. Tagsüber produziert das Kreuz den Strom für die Beleuchtung, Heizung und Klimatisierung der Kirche. Das Kreuz, das aus 18 Photovoltaik-Solarpaneelen besteht, ist eine Idee von Krzysztof Guzialek, dem umweltbewussten Pfarrer der Kirche „Unsere Liebe Frau von Tschenstochau“. Er sagt, er sei im Sommer 2018 in der Pfarrei angekommen und habe sich gefragt, wie er mit den hohen Stromrechnungen zurechtkommen würde.

Guzialek beschloss, Sonnenkollektoren zu installieren, und hatte einen Geistesblitz: Sie würden in Form eines Kreuzes aufgehängt werden. „Um es etwas spielerisch zu beschreiben: Als Mann Gottes und Pfarrer ist es mir gelungen, ein ,Zwei-zum-Preis-von-einem-Geschäft‘ zu machen“, sagt der 57-jährige, der im vergangenen Herbst die Rechnung von 32 000 Zloty (7056 Euro) aus eigener Tasche bezahlt hat. „Ein bisschen wirtschaftlicher Gewinn und ein bisschen Erlösung für mich und andere Menschen.“

Der Priester erklärt, er sei von der Enzyklika von Papst Franziskus vor fünf Jahren motiviert worden. Darin hatte der katholische Führer seine Anhänger zur Zusammenarbeit zur Rettung des Planeten aufgerufen und geschrieben: Mutter Erde „schreit auf wegen des Schadens, den wir ihr aufgrund des unverantwortlichen Gebrauchs und des Missbrauchs der Güter zufügen, die Gott in sie hineingelegt hat“.

Hinweis auf die Aktionswoche der Initiative Covering Climate Now
Logos: Reuters und Covering Climate Now

Die Frage des Klimawandels hat das von Kohle abhängige und standhaft katholische Polen in Konflikt mit der Europäischen Union und dem Vatikan gebracht. In einem Interview mit einem polnischen Fernsehsender Ende vergangenen Jahres sagte der Erzbischof von Krakau, dass „der Ökologismus ein sehr gefährliches Phänomen ist“.

Guzialek glaubt, dass die Menschen sich um den Planeten kümmern müssen. „Wir haben keine unbegrenzten Mengen an Kohle“, sagt er. „Wir haben nicht genug Rohstoffe im Boden, damit sie für viele Generationen reichen... Wir müssen das nutzen, was Gott uns gegeben hat: den Wind, die Sonne."

Der Priester hat sogar andere inspiriert, diesem Beispiel zu folgen. Matylda Sczepaniak, eine 37-jährige Ärztin aus einer Nachbarstadt, die den Kirchenchor leitet, beschloss, auf dem Dach ihrer Privatklinik Solarzellen anzubringen, kurz nachdem das Kreuz der Kirche aufgehängt worden war. „Diese Idee, das photovoltaische Kruzifix, ist eine fabelhafte Kombination aus Ökonomie, Ökologie und Glauben“, sagte sie. „Und es sieht fantastisch aus, besonders nachts, wenn es beleuchtet ist.“

Guzialek, der Pfarrer, sagt, er hoffe, dass es den Menschen bewusster macht, was sie für die Umwelt tun können. „Wir müssen alle daran denken, dass wir es nicht nur für uns selbst, sondern auch für die künftigen Generationen tun. Lasst uns die Erde retten, lasst uns die Welt retten.“ ◀

Dieser Beitrag ist Teil der Berichterstattung von KlimaSocial im Rahmen der globalen Aktionswoche „Lösungen“ der Initiative Covering Climate Now. Er wurde im Rahmen der Partnerschaft von mehr als 400 Medien von der Nachrichtenagentur Reuters übernommen, wo er im englischen Dienst am 20. April 2020 erschienen ist. Übersetzung von Christopher Schrader mithilfe von deepl.com.

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