"Wie sehen wir uns als Künstlerinnen und Mütter"

Kurzversion: Interview mit Regisseurin Mirjam Schmuck zum "Gaia-Projekt"

Ein Interview aus der Koralle "Auch für Erwachsene!"

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Für die diesjährigen Ruhrfestspiele beschäftigt sich die Theatermacherin Mirjam Schmuck zusammen mit zehn weiteren Künstlerinnen aus sechs Nationen mit dem Thema „Mutterschaft“ – und bringt so verschiedene Aspekte ihres Lebens zusammen. Mit ihrem Mann Fabian Lettow bildet sie die freie Gruppe kainkollektiv - sie als Regisseurin, er als Regisseur und Autor. Das "kain-ensemble" ist dabei ein mit den beiden lose verbundener, kreativer Pool mit rund 20 Künstler:innen „aus unterschiedlichsten Disziplinen zwischen Tanz, Medienkunst, Schauspiel, Komposition“, die mit dem Künstlerpaar in wechselnden Konstellationen zusammenarbeiten. Beim Projekt für die Ruhrfestspiele sind es ausschließlich Frauen. Kinderbetreuung als Balanceakt: Wie alle Eltern müssen auch Mirjam und Fabian, die eine Tochter und einen Sohn haben, Familie und Job mit Proben und Theater abstimmen – und dies nie mehr als während der Coronakrise. Ein Gespräch über Kinder, Sorge-Arbeit, Erwartungen, Erlebnisse, Zeiteinteilung, Organisation – und Kunst.

In der langen Version des Interviews geht es auch um die gendertheoretischen Hintergründe des Gaia-Projektes, mehr um die Idee des Aufweichens der Begriffe, Bilder und Grenzen, um Erfahrungen mit Ästhetik und Gesellschaft zu Schwanger- und Mutterschaft - und Mirjams Sohn Jarek hat einen kleinen Gastauftritt.

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Köln, 05.07.2020

Von Christiane Enkeler

Mirjam, du hast zwei Kinder. Bezieht ihr die Kinder beim Theater-Machen ein?

In dem jetzigen Stück „Gaia“ tatsächlich zum ersten Mal, mit Audio-Aufnahmen von meiner Tochter und auch einer Mini-Video-Aufnahme von ihr am Ende. Dann gibt es sicher auch eine andere Probenstruktur, so dass die Kinder mal mitmachen dürfen und was ausprobieren können. Aber nicht auf der Bühne. Seit einigen Jahren dürfen unsere Ensembles zwar auch aus ganz jungen Eltern und Schwangeren bestehen. Wenn es aber nicht speziell um Kinder- und Jugendtheater geht, sind viele Themen vielleicht doch zu komplex oder die Herangehensweise zu radikal auf der Bühne. Da muss man kleine Kinder noch mal anders schützen und wir passen auf, dass sie nicht mit auf der Bühne stehen. 

"Etwas stimmt nicht. Etwas ist kaputt. Ich fühle es." Audiospur-Ausschnitt (4:23min) aus dem "Gaia-Projekt". Der Film dazu zeigt im Graphic-Novel-Stil die (fiktive) Geschichte der Kinder.
Die Regisseurin Mirjam Schmuck sitzt auf einem Podium und sagt gerade nichts. Vielleicht hört sie zu. Vor ihr sieht man ein Mikrofon. Im Hintergrund glitzert es golden
Mirjam Schmuck ist 1984 geboren und hat Theaterwissenschaft und Komparatistik an der Ruhr-Universität Bochum und der Université Charles-de-Gaulle in Lille studiert. Sie arbeitet seit 2005 als Regisseurin, Dramaturgin, Musikerin und musikalische Leiterin in Theaterproduktionen in Mülheim, Bochum, Dortmund, Moers, Stuttgart, Köln, Varaždin und Krakau.
Mirjam Schmuck

Worum geht es beim Projekt „Gaia“?

„Gaia“ ist vor zwei Jahren entstanden, eigentlich aus meinem eigenen Bedürfnis heraus - was natürlich totales Privileg ist. Ich habe gemerkt, dass ich nicht mehr morgens um zehn auf einer Theaterprobe erscheinen kann, wo alle so tun, als beginne jetzt der Tag mit dem ersten Kaffee, und alle sprühen vor Energie. Ich hatte zum Teil durchgemachte Nächte mit zwei kranken Kindern hinter mir und mir war eher zum Heulen zumute, als zu sagen: Ich bin jetzt superkreativ und starte eine Probe voller Elan! Man weiß ja, dass es allen Eltern so geht, die zu Proben kommen. Dann ist der Tag einfach schon viele Stunden alt und vielleicht waren die Nächte auch nicht gut. Es sollte aber nicht einfach um meine persönliche Befindlichkeit gehen. Die entscheidende Frage war: Wie funktioniert das als Künstlerin und Mutter?

Haben nicht alle Mütter dieses Problem, die weiterhin arbeiten wollen, auch gerne arbeiten und in ihrer Arbeit aufgehen... oder arbeiten müssen?

Natürlich, das betrifft alle. Es macht sicher einen Unterschied, wenn manche einen Job haben, bei dem sie nach Feierabend den Kopf ausschalten und dann für die Familie da sind. Bei uns geht’s immer, ob im Theater oder am Essenstisch, um Arbeit. Das beschäftigt uns auch, weil wir in manchen Projekten Verantwortung für große Ensembles in Kamerun und Madagaskar mittragen. Aber es ist für alle arbeitenden Eltern eine wahnsinnige Herausforderung.

„Gaia“ lässt sich mit „terra“ ins Lateinische übersetzen: die Erde. Nach Hesiod entstammt sie als eins der ersten Wesen überhaupt dem Urchaos. Sie zeugt Himmel und Meer und mit ihrem Sohn Uranos die Titanen und Kyklopen. (Titan Kronos und Titanin Rhea zeugen später Zeus.) Uranos erweist sich als gewalttätiger Tyrann. Er stößt die Kyklopen in den Mutterleib zurück. Gaia lässt sich durch ihren Sohn Kronos rächen, der Uranos entmannt. Aus den Blutstropfen entstehen Rachegöttinnen, Nymphen und Giganten. Kronos verschlingt seine Kinder, aus Angst, von ihnen entmachtet zu werden. Zeus überlebt, weil er von Gaia und Rhea gemeinschaftlich versteckt wird, und übernimmt später tatsächlich die Macht. Gaia zeugt noch unzählige weitere Wesen.... Quelle: Michael Grant und John Hazel: Lexikon der antiken Mythen und Gestalten. 

Einige der mit uns assoziierten Künstler:innen sind in den letzten Jahren Mütter geworden und haben sich ganz grundsätzliche Fragen gestellt. Eine Schauspielerin beispielsweise bemerkte nach der Geburt bei den ersten Proben, dass da, wo vorher der große Bauch gewesen war, wie eine Energiequelle, nun eine Art Loch war, dass gefüllt werden musste. Eine Tänzerin, deren Körper sich natürlich wahnsinnig verändert hatte, konnte sich nicht mehr genauso bewegen wie vorher. Es stellte sich heraus: All diese Fragen sind bei allen in unserem Ensemble, die Kinder haben, wahnsinnig präsent. Und alle haben ein großes Bedürfnis, dazu zu arbeiten.

"Was heißt es für uns, Mutterschaft und Künstlerinnen-Dasein zu vereinbaren"

Wir haben damit angefangen, Probenbedingungen zu hinterfragen: Was sind unsere Bedürfnisse, wenn wir proben. Können wir in einem Theater probenbegleitend Babysitter für die Betreuung unserer Kinder haben? Können wir parallel während der Proben in die Betreuung rübergehen, oder können die Kinder mit Betreuung rüberkommen. Lassen sich Babysitter-Kosten in einen Projekt-Etat mitnehmen, ist das finanzierbar. Erlauben das die Stiftungen oder lehnen sie es als nicht förderwürdig ab. Neben den kulturpolitischen Fragen sind wir aber auch künstlerisch an diese Fragen herangegangen: Was heißt es für uns, Mutterschaft und Künstlerinnen-Dasein zu vereinbaren. Was für Konzepte von Mutterschaft gibt es? Wo ist es immer noch so, dass die Sorge-Arbeitenden alles umsonst machen? Und nicht vorkommen in der Gesellschaft.

Eine Frau steht in einem prachtvollen rot-violetten Kostüm im Wald und blickt nach rechts. Hinter ihr ist es sehr dunkel, nur das Gras zu ihren Füßen zeigt ein saftvolles Grün. Sie trägt einen Helm mit einem Geweih, das rötlich schimmert.
Die kamerunische Schauspielerin Edith Nana Tchuinang Voges lebt in Deutschland. Hier hat sie ihr Kind bekommen und das deutsche Konzept von Mutterschaft kennengelernt. Ihr Kostüm im Gaia-Projekt stammt von der kroatischen Kostüm- und Bühnenbildnerin Zdravka Ivandija Kirigin.
© Nils Voges

Dann erzähl doch mal: Ihr seid Künstlerinnen aus Kanada, Kamerun, Iran, Kroatien, Frankreich und Deutschland - welche Erfahrungen habt ihr gemacht?

Wir haben erstmal Portraits voneinander gemacht. Da wir auch eine Graphic-Novel-Zeichnerin dabei haben, war das naheliegend: Wie sehen wir uns als Künstlerinnen und Mütter. Die Herausforderungen als Mutter sind sehr unterschiedlich. Edith ist eine Schauspielerin aus Kamerun, die seit einigen Jahren in Deutschland lebt. Sie kommt aus einer Tradition, die ganz andere Rituale kennt für Mutterschaft und Geburt. Sie war in Deutschland erstmal überfordert.

"In Kamerun bekommen Mutter und Kind wahnsinnig viel Unterstützung"

Denn hier geht man davon aus, dass nach einer Geburt zunächst nur die Kleinfamilie zusammenkommt. Es gibt vielleicht nicht einmal große Besuche, weil die Beziehung zwischen Mutter und Kind als das Wichtigste erachtet wird. In Kamerun bekommen Mutter und Kind dagegen wahnsinnig viel Unterstützung von allen Schwestern, Müttern, eigentlich fast dem ganzen Dorf. Das bedeutet, dass sich auch die Mutter nicht nur um das Kind, sondern auch sich selbst kümmern kann. Hier ist es ja oft so, dass es vor allem um das Baby geht, das jeder sehen möchte, während die Mutter in den Hintergrund tritt und weniger umsorgt wird. Das Stillen, das Wochenbett und all diese Aspekte sind kaum Thema. Das ist in Kamerun sicher anders. Da wird die Mutter in den nächsten Monaten bekocht und verwöhnt. Die Konzepte sind also anders, was zu Konflikten führt und zu der Frage: Wie lebt man seinen Kindern Mutterschaft vor? Was sind die Prioritäten, die man selber setzt?

Wie kommt das jetzt auf die Bühne? Welche Struktur legt ihr zugrunde? 

Wegen der Coronakrise waren wir über lange Zeit nur über Zoom-Konferenzen zusammen, ansonsten aber über Ländergrenzen hinweg voneinander getrennt. Jede musste deshalb am eigenen Portrait arbeiten, die sich wie die Erzählungen auch separat verfolgen lassen. 

Hat das Covid-19-Virus euch "reingehauen" in die Arbeit? Hat es dem ganzen Projekt noch mal einen Drall gegeben?

Eine Bühnenproduktion bei den Ruhrfestspielen in einem großen Raum mit 400 Zuschauern wäre supertoll gewesen. Das war schon kurz schmerzlich, dass es so nicht stattfinden kann. Das Projekt heißt ja auch noch „Cyborg-Oper“. Es waren relativ komplexe Kompositionen schon entstanden, die man jetzt auf der Distanz mit drei Sängerinnen nicht aufnehmen konnte. Das werden wir hoffentlich irgendwann live nachholen. In Kroatien waren Bühne und Kostümbild gerade hergestellt worden. Wir mussten das dann per Post hierherkommen lassen. Die Kostüme und Masken sind sehr aufwändig, das war nicht so einfach, aber es hat nicht die Arbeit beeinträchtigt für Kostüm und Bühnenbild. Trotzdem haben wir gemerkt, dass das Thema relevanter denn je ist. Weil natürlich gerade jetzt ohne Kinderbetreuung doch wieder die meiste Sorgearbeit an den Müttern hängengeblieben ist. Vielleicht nicht bei mir persönlich, aber insgesamt sind wieder die Frauen zuhause geblieben, während die Männer bezahlter Arbeit nachgegangen sind.

Das war schon eine ziemlich krasse Situation von heute auf morgen gar keine Kinderbetreuung zu haben und 24 Stunden am Tag primär wieder nur Mutter zu sein. Das hat unser Anliegen und unser Stück dringlicher gemacht. 

Kannst du dir vorstellen, das Projekt in einer zweiten Stufe zu erweitern und die Männer dazuzunehmen? Oder Fabian macht vielleicht ein Komplementärprojekt?

Die Frage war eher, wie wir diese Gruppe sich erst mal manifestieren und weiterarbeiten lassen können. Trotzdem soll es eine Erweiterung geben, auch inhaltlich. Wir wollten eigentlich viele Künstlerinnen und Freunde, Bekannte mit anderen Themenschwerpunkten einbeziehen und treffen, zum Beispiel aus dem Carny-Protest in Polen gegen das dortige Abtreibungsgesetz. Zu Transmutterschaft haben wir viel recherchiert. Ich glaube also, dass wir andere in einem zweiten Schritt einbeziehen sollten. Ich glaube aber nicht, dass es die klassischen Väter werden. Sondern eher hybride Patchwork-Ideen und -Gedanken: zum Beispiel auch homosexuelle Paare, die sowohl Mütter als auch Väter sind. Es geht eher darum, dass man die Sorge Tragenden, die sich dazugehörend fühlen, miteinander integriert.

Gibt es noch etwas, das du gerne sagen würdest und was ich jetzt nicht gefragt habe?

Man müsste stärken, was gerade an Institutionen oder in der freien Szene passiert: dass Theatervorstellungen und Kinderbetreuung parallel stattfinden oder Theater für die Erwachsenen und die Kinder gleichzeitig. Dass Theater und Kunst familienfreundlich sein können.

In der langen Version des Interviews geht es auch um die gendertheoretischen Hintergründe des Gaia-Projektes, mehr um die Idee des Aufweichens der Begriffe, Bilder und Grenzen, um Erfahrungen mit Ästhetik und Gesellschaft zu Schwanger- und Mutterschaft - und Mirjams Sohn Jarek hat einen kleinen Gastauftritt.

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Aussagen und Positionen der Gesprächspartnerin repräsentieren ihre eigenen Auffassungen, die sich die "Auch für Erwachsene!"-Koralle nicht zu eigen macht.

Das "Gaia-Projekt" soll wiederaufgenommen und fortgeführt werden. Wer davon erfahren möchte, kann sich den Newsletter von "Auch für Erwachsene!" bestellen.

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