So programmierst du einen Umweltsensor mit dem Minicomputer FIRE

Der Einstieg in den Sensorjournalismus ist ganz leicht

Journalismus der Dinge– Strategien für den Journalismus 4.0

Sensorjournalismus on fire! Hartnäckig hält sich das Gerücht, Sensoren zu programmieren sei schwierig. Der Minicomputer M5 FIRE stellt das Gegenteil unter Beweis. Mit dem Minicomputer FIRE wird Journalismus der Dinge zum Kinderspiel. Es ist viel mehr als ein Mikrocontroller. Der FIRE ist ein kleiner Computer. Als Herz schlägt der Prozessor ESP32 in ihm drin, der ihn ins WLAN bringt. Er hat ein wunderschönes kleines Farbdisplay, drei frei programmierte silberne Knöpfe und einen Lautsprecher für schiefe Computertöne. Außerdem hat er drei Ports, um verschiedene Sensoreinheiten anzuschließen. Das Zweitbeste: Er kostet nur 50€. Das Beste: Er lässt sich blockbasiert programmieren. Der FIRE ist soetwas wie der verspielte Bruder von Arduino und Particle Argon. Hier zeige ich dir, wie du in wenigen Minuten ein Temperatur-Ding baust, das jede Sekunde die Temperatur misst und anzeigt.

BAUTEILE

  • M5-Stack FIRE, etwa 50€
  • M5 Stack ENV-Unit, etwa 4€

SCHRITT 1: Ab ins Netz

Das Schwierigste ist es, den FIRE ins WLAN zu bringen. Denn er hat keine Tastatur. Das Verfahren ist wie bei einer vernetzten Smarthome-Steckdose oder einem Staubsaugerroboter: Man wählt sich ins interne WLAN des FIRE ein, um ihm die Zugangsdaten zum eigenen WLAN mitzuteilen. So lässt er sich bequem kabellos programmieren. Und kann später die Messwerte ins Internet senden.

SCHRITT 2: Sensor anschließen

Unser Sensor ist die ENV-UNIT, ein kleiner, einfacher Temperatur-Sensor. Im Gehäuse stecken ein DHT12, ein unter Makern beliebter Temperatur- und Luftfeuichte-Sensor. Sowie der BMP280 , ein barometrischer Drucksensor. Das ENV-Modul wird mit dem Kabel an Port A des FIRE angeschlossen. Das ist die rote Buchse an der linken Seite, die im Gegensatz zu den anderen Sensorbuchsen nicht beschriftet ist.

SCHRITT 3: Programmieren

Programmierung des FIRE erfolgt elegant über das Web-Interface UI-Flow. Hier trägst du nur den individuellen API-Key ein, den der FIRE anzeigt. Die Sprache lässt man auf Englisch eingestellt, denn die deutsche Übersetzung ist grottig.

WICHTIG: So hemdsärmelig, wie es daherkommt, ist es auch gebaut. In UI-Flow wird nichts automatisch gespeichert! Erst wenn du im Burgermenü rechts auf Save klickst, erstellt UI-Flow eine lokale Kopie deines Programms.

UI-Flow ist in drei Teile aufgeteilt. Im linken Bereich kann die Bildschirmanzeige zusammengeschoben werden. Du schiebst ein Schriftfeld (“Label”) für die Temperatur auf den Bildschirm. Durch einen Klick auf die Schrift öffnet sich ein Fenster mit Optionen. Als Name gibst du “templabel” ein. Im Fenster “Font” kann eine größere Schriftart gewählt werden, zum Beispiel die “DejaVuSans 40.” Diese zusammengeschobenen visuellen Elemente können dann im eigenen Programm verändert werden. Das ist sehr luxuriös.

SCHRITT 4: Sensor akrivieren

Jetzt musst du den Sensor noch aktivieren. Mit dem “+” Symbol teilst du dem FIRE mit, dass das Umweltsensorik-Modul angeschlossen ist. Einfach neben dem ENV-Modul (dem Ersten in der Liste) ein Häkchen setzen. Jetzt taucht das Modul im Befehlsbaum in der Mitte des Bildschirms auf (Units-> ENV).

SCHRITT 5: Das kleine Programm

Wir ziehen einen Loop-Block unter den Block Setup (EVENTS->LOOP). In den LOOP ziehen wir den Block für das Textfeld  (UI–>LABEL-Label ‘templabel’ show “Hello M5-Stack”).

Allerdings soll das Label die Temperatur anzeigen. Also ziehen wir den “Get ‘env0’ temperature”-Block auf die Code-Fläche und docken ihn an den Label-Block. Genau dort an, wo das Teil “Hello M5-Stack” lag. Nach jeder Messung soll der FIRE eine Sekunde warten. Wir ziehen also einen Warte-Block unter den Label-Block (TIMER->’wait ‘1s’).

SCHRITT 6: Testen

Du solltest das Programm jetzt speichern: Im Burger-Menü, dann Save drücken. Jetzt kannst du den Play-Button rechts oben betätigen. Damit wird das Programm auf dem FIRE ausgeführt. Jede Sekunde sollte die Temperatur aktuell sein. Das Temperatur-Ding ist ein nützliches Gadget für den Alltag, das sich in wenigen Minuten selbst bauen lässt.

Der ENV-Sensor kann auch Luftdruck und Luftfeuchtigkeit messen. Auch für sie können einfach Label aufs Display gezogen werden. In der nächsten Anleitung zeige ich, wie der Messwert ins Internet gesendet wird.

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Jakob Vicaris Journalismus der Dinge