Covid-19: Was bringt eine Antikörper-Therapie?

Donald Trumps "Heilung" und der Studienstopp bei den Pharmafirmen Eli Lilly und Regeneron - Antikörper gegen Sars-CoV-2 werden zukünftig wohl nur einer kleinen Patientengruppe helfen können.

Am Montag dieser Woche kündigte der US-amerikanische Pharmakonzern Eli Lilly einen Studienstopp an, am Freitag folgte die Firma Regeneron: Patient:innen, die wegen einer schweren Covid-19-Erkrankung im Krankenhaus liegen, sollen nicht mehr mit den therapeutischen Antikörpern der Firmen, Bamlanivimab beziehungsweise REGN-COV2, behandelt werden. Die Medikamente hätten sich für diese Patientengruppe in den klinischen Tests als nicht hilfreich erwiesen, heißt es in den Pressemitteilungen (1) (2). Nur wenige Tage zuvor kam von anderer Stelle eine Lobeshymne auf die Wirksamkeit therapeutischer Antikörper. US-Präsident Donald Trump verkündete, durch die Gabe eines Antikörper-Cocktails von seiner Covid-19-Erkrankung geheilt worden zu sein. Wie passt das zusammen?

Der Fall Trump

„Innerhalb kürzester Zeit gaben sie mir Regeneron (..) Ich denke das war der Schlüssel (..) Es war unglaublich, ich fühlte mich sofort gut“, beschreibt Donald Trump in einer Video-Botschaft am 7. Oktober sein Erleben nach dem positiven Virustest (3). Ein Antikörper-Cocktail der Firma „Regeneron“, habe ihn geheilt, diese Antikörper seien ein Segen Gottes. Doch welche Rolle die Antikörper-Therapie tatsächlich im Krankheitsverlauf des berühmten Patienten spielte, kann keiner sagen. Trump bekam die Infusion, die insgesamt acht Gramm zweier Antikörper enthielt, die Sars-CoV-2 neutralisieren, noch vor der Einlieferung in das Walter Reed National Military Medical Center. Während seines dreitägigen Aufenthaltes dort, erhielt er mehrere Dosen des antiviralen Medikamentes Remdesivir. Außerdem bekam Trump Dexamethason - ein Medikament, das starke Entzündungen im Körper (wie bei schwerem Covid-19) eindämmen kann. „Der Präsident wird wohl der einzige Mensch auf dem Planeten sein, der bisher diese Kombination an Medikamenten bekommen hat“, zitiert die „South China Morning Post“ den Kardiologen Jonathan Reiner von der George Washington University in Washington DC (4).

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