"Ich will das Donauwasser trinkbar machen"

Ein Interview mit Pascal Rösler, der mit dem SUP auf der Donau bis ans Schwarze Meer und die Salzach bis zur Mündung gefahren ist.

Pure Water for Generations Pascal Rösler auf dem Stand-Up-Paddle-Board auf der Salzach

Pascal Rösler ist 2017 mit dem Stand-Up-Paddleboard von München auf der Isar und auf der Donau bis ans Schwarze Meer gefahren. Er möchte damit für saubere Flüsse werben. 2018 hat er die Salzach vom Ursprung bis zur Mündung in den Inn begangen und befahren. Von beiden Reisen wurden Filme produziert, mit denen er Menschen inspirieren möchte. Im Interview mit Sonja Bettel erzählt er seine Beweggründe und seine Vision – und wie das Fahren auf dem Fluss sein Leben verändert hat.

Pascal, du hast 2017 eine Reise von München über die Isar und die Donau bis ans Schwarze Meer gemacht, 2018 bist du an der Salzach ein Stück zu Fuß gegangen und einen großen Teil gefahren. Was war der Grund für diese aufwändigen und nicht ganz ungefährlichen Reisen?

Da muss ich ausholen. Ich habe irgendwann in meiner Laufbahn, ich glaube vor zehn Jahren, das Buch „Lass die Mitarbeiter surfen gehen“ von Yvon Chouinard in die Hand bekommen, dem Gründer von Patagonia. Das hat eine Veränderung in meinem Leben bewirkt. Erstmal habe ich mich selbstständig gemacht, weil ich gemerkt habe, dass ich nicht mehr in einem Meetingraum sitzen will, wenn toller Wind draußen ist, denn ich bin ein begeisterter Windsurfer. Dann habe ich über die Zeit gemerkt, ich möchte der Natur etwas zurückgeben, weil bis dato habe ich die Natur nur benützt. Ich bin viel auf den Bayerischen Seen mit meinem Stand-Up-Paddleboard unterwegs und zahle gar nichts dafür.

Da hatte ich dann die Idee, wie wäre es, ein paar Kilometer zu paddeln und Aufmerksamkeit zu schaffen für unser Wasser. Wir wissen ja, dass es sehr wichtig ist. Die Idee kam 2016 auf, weil ich damals zum ersten Mal von München nach Wien gepaddelt bin. Als ich in Wien angekommen bin, habe ich gedacht, da sind es noch 1938 Kilometer bis zum Schwarzen Meer, irgendwann paddel ich bis zum Schwarzen Meer. Aber es war zu dem Moment noch nicht klar, dass ich das in einem mache. Irgendwann beim Paddeln am Starnberger See habe ich mir gedacht, dann paddel das doch in einem durch, und da war ich natürlich unsicher, ob ich das überhaupt schaffe und wie ich das mache. Ich kann mich erinnern, das war im Oktober und es war ein ganz malerischer Sonnenuntergang. Und dann habe ich die Natur befragt: Soll ich da runter paddeln? Und dann habe ich mich umgedreht und hatte einen doppelten Regenbogen in meinem Rücken. Damit war die Frage beantwortet. Das habe ich dann gemacht 2017 – von München bis ins Schwarze Meer 2467 Kilometer in 63 Tagen.

Auf dem Wasser hatte ich dann diese Vision: Ich war sechs bis acht Stunden jeden Tag auf dem Wasser und konnte dieses Wasser, auf dem ich paddelte, nicht trinken. Das Wichtigste auf so einer Reise, es war Juli bis Ende September, ist viel trinken. Und da habe ich mir eine simple Frage gestellt: Warum kann ich das Wasser der Donau nicht trinken? Daraus ist diese Vision entstanden, das Donauwasser bis 2042 trinkbar zu machen.

Die Donau hat 140 Nebenflüsse und die haben wieder indirekte Nebenflüsse, und so kam ich zur Salzach. Wir haben über die erste Reise einen Film gemacht, „2467 km – Eine Reise bis ins Schwarze Meer“, und den habe ich unter anderem in Burghausen gezeigt, über 150 Leute waren im Kino. Da habe ich gemerkt, die Burghausener haben zur Salzach eine intensive Verbindung und setzen sich für ihren Fluss ein, für einen natürlichen Flussverlauf. Im Kino habe ich dann gesagt, irgendwann einmal werde ich die Salzach paddeln. Aus dieser verrückten Idee ist das Projekt 2018 entstanden, weil die Salzach über den Inn in die Donau fließt. Nur war mir zuerst nicht bewusst, dass die Salzach auf 2300 Metern Seehöhe entspringt.

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Ihr habt auch Spenden gesammelt, wie gut funktioniert das?

Ich habe ein großes Netzwerk von Unternehmern und dadurch ist es für mich leichter, von denen 1000, 2000, 3000 Euro zu bekommen, als Kleinspenden zu sammeln mit 15, 20 Euro. Da sind wir noch zu unbekannt, als dass jemand, der uns überhaupt nicht kennt, uns Geld in die Hand gibt. Wir haben die Website und die Filmvorführungen, wo wir die blaue Spendenbox hinstellen, andererseits versuchen wir, von Unternehmen Großspenden zu bekommen. Wir haben über die letzten zwei Jahre um die 80.000 Euro gesammelt und dieses Geld verwenden wir für die Filme und die Schultage. Wichtig ist: Meine Kosten für alle Reisen trage ich selbst, auch meine Arbeitszeit ist unentgeltlich. Wir sind ein gemeinnütziger Verein, alle, die im Moment mitarbeiten, machen das gratis, und die Partner bringen auch Sachleistungen ein.

Mehrere Stand-Up-Paddler auf der Salzach
Immer wieder paddeln andere mit.
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Nächste Termine für den Film "Die Seele der Salzach":

  • 9. Februar 2019, 19:00 Uhr, Burghausen, Bürgerhaus (Gartensaal, Marktler Str. 15a, Burghausen). Tickets gibt es an der Abendkasse
  • 10. Februar 2019, 19:00 Uhr, Mittersill - Lichtspiele Mittersill (Hintergasse 1a, 5730 Mittersill, Österreich). Tickets gibt es im Vorverkauf oder an der Abendkasse.
  • 13. Februar 2019, 19:30 Uhr, Mittersill - Lichtspiele Mittersill (Hintergasse 1a, 5730 Mittersill, Österreich). Tickets gibt es im Vorverkauf oder an der Abendkasse.
  • 14. Mai 2019, 20:00 Uhr, Türkheim, Filmhaus Huber

Weblinks:

Pascal Röslers Organisation Pure Water for Generations eV

Hier findet man auch die Filme "2467 – Eine Reise bis ins Schwarze Meer" und "Die Seele der Salzach" mit den aktuellen Terminen und dem Kontakt für eigene Filmvorführungen.

Die Salzach-Tour 2018

Alles über die Salzach

Die Donau-Tour 2017

Buchtipp:

Die Salzach - Ein Flussporträt: Österreichische Ausgabe. Oktober 2003 von Dieter Vogel (Herausgeber), Ewald Langenscheidt (Autor), Hans Roth (Autor)

Das Buch, das Pascal Rösler inspiriert hat:

Yvon Chouinard: "Let my people go surfing – the education of a reluctant businessman" The Penguin Press 1996.

Auf Deutsch: "Lass die Mitarbeiter surfen gehen: Die Erfolgsgeschichte eines eigenwilligen Unternehmers" Redline Verlag 2009.

Flussreporter