Wo bleibt die neue Rachel Carson?

Jetzt wissen alle, wie bedroht viele Vogelarten sind. Aber was tun? Ein Kommentar von Claudia Ruby

Christian Schwägerl


"Stummer Frühling – Verlust von Vogelarten" hieß die "Kleine Anfrage" an die Bundesregierung. Die Grünen wollten wissen, wie es den Vogelarten in Deutschland geht und was man tun kann, um die Bestände zu schützen. Das Frage-und-Antwort-Spiel zieht sich über elf Seiten hin und offenbart eine dramatische Situation: "Besonders prekär ist die Situation der typischen Grünlandbewohner", schreibt die Bundesregierung in ihrer Antwort und zitiert erschreckende Beispiele: Uferschnepfe Bestandsrückgang um 61 Prozent seit 1990, Braunkehlchen minus 63 Prozent, Kiebitz minus 80 Prozent, Rebhuhn minus 84 Prozent.

Die Situation erinnert an die 1960er Jahre. Damals erschien Rachel Carsons Buch "Silent Spring". "Der Stumme Frühling" wurde in 20 Sprachen übersetzt und millionenfach verkauft. Es gibt nur wenige Bücher, die tatsächlich die Welt verändert haben, Carsons Werk gehört dazu: Es ist der Auftakt für die Umweltbewegung, wie wir sie heute kennen. Eine Erfolgsgeschichte, aus der wir bis heute lernen können. Rachel Carson beginnt ihr Buch wie ein Märchen:

"Es war einmal eine Stadt im Herzen Amerikas, in der alle Geschöpfe in Harmonie mit ihrer Umwelt zu leben schienen. (...) Damals kläfften Füchse im Hügelland und lautlos, halb verhüllt von den Nebeln der Herbstmorgen, zog Rotwild über die Äcker. (...) Die Gegend war geradezu berühmt wegen ihrer an Zahl und Arten so reichen Vogelwelt. Dann tauchte überall in der Gegend eine seltsame schleichende Seuche auf. Und unter ihrem Pesthauch begann sich alles zu verwandeln. Irgendein böser Zauberbann war über die Siedlung verhängt worden: Rätselhafte Krankheiten rafften die Küken in Scharen dahin; Rinder und Schafe wurden siech und verendeten. Über allem lag der Schatten des Todes. (...) Es herrschte eine ungewöhnliche Stille. Wohin waren die Vögel verschwunden?"

Rachel Carson erreicht damals die Herzen der Menschen und liefert dazu alle nötigen Zahlen, Daten und Fakten. Ihr Thema sind die Folgen des hemmungslosen Einsatzes von DDT und anderen Pestiziden. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann der Siegeszug des Gifts. DDT war eine Art Wunderwaffe gegen Läuse, es rettete unzähligen Menschen, darunter vielen Soldaten, das Leben. Nach dem Krieg sollte das Mittel dann schädliche Insekten in der Landwirtschaft vernichten. Am 1. August 1945 gaben die USA DDT für die zivile Nutzung frei. Die Produktion schnellte in die Höhe. Von Flugzeugen aus wurden ganze Landstriche eingenebelt: Felder und Wiesen, Sumpfgebiete und Stadtviertel wurden besprüht. Wildtiere, Vieh und Menschen gerieten in den Giftregen. Der hemmungslose Einsatz von DDT und anderer Pestizide tötete zunächst die Insekten. Doch dabei blieb es nicht: DDT reichert sich in der Nahrungskette an, bei Vögeln bringt es den Kalkstoffwechsel durcheinander, so dass die Eier brechen und die Vögelküken eingehen. Rachel Carson spricht deshalb nicht von Insektiziden sondern von Bioziden – schließlich bedrohen die Gifte alles, was lebt.

Doch weder Hersteller noch offizielle Stellen wollen etwas von der zerstörerischen Seite der vermeintlichen Wundermittel hören. Rachel Carson legt sich mit der chemischen Industrie an: David kämpft gegen Goliath. Carson hat die Fakten auf seiner Seite. Immer neue Studien bestätigen die verheerende Wirkung von DDT. Auf Dauer lässt sich die Wahrheit nicht unterdrücken. Schließlich nimmt sich der amerikanische Präsident Kennedy der Sache an. Er ruft ein wissenschaftliches Beratergremium zur Pestizidproblematik ins Leben – und lädt Rachel Carson ein, vor dem Kongress zu sprechen. Während ihre Gegner immer wieder eifernd und aggressiv auftreten, bleibt Carson ruhig und sachlich. Es ist eine lange und harte Auseinandersetzung. Sie führt dazu, dass der Einsatz von DDT zunächst eingeschränkt und 10 Jahre später komplett verboten wird.

Was können wir aus dieser mehr als 50 Jahre alten Geschichte lernen?

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Ein Vogel sitzt auf einem Grashalm. Es handelt sich um ein Braunkehlchen. Diese Vogelart ist im Schwinden begriffen, weil ihr Lebensraum zerstört wird.
Die feuchten Wiesenlandschaften, die das Braunkehlchen (Saxicola rubetra) bevorzugt, fallen industrialisierter Landwirtschaft zum Opfer.

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