Zehntausende Zugvögel sterben in Griechenland

Es sind erschreckende Bilder, die kurz vor Ostern durch die sozialen Medien geistern. Auf den Straßen von Athen und vielen Inseln der Ägäis strandeten zehntausende Zugvögel, vor allem Mauersegler und Schwalben.

Thomas Krumenacker Der blaue Himmel ist gefüllt von unzähligen ziehenden Schwalben.

Ein Beitrag von „Die Flugbegleiter – das Online-Magazin für Natur und Vogelwelt“

Roula Trigou von der Griechischen Ornithologischen Gesellschaft verbringt die Osterfeiertage damit, Fragen von Journalisten und besorgten Vogelfreunden aus aller Welt zu beantworten. „Verantwortlich waren extrem ungünstige Wetterbedingungen“, sagt sie. Als die Vögel das griechische Festland erreichten, hatten sie bereits eine anstrengende Reise hinter sich. In breiter Front überqueren Mauersegler, aber auch Singvögel wie Schwalben, Fliegenschnäpper oder Grasmücken auf dem Weg in die Brutgebiete zuerst die Sahara und dann das Mittelmeer. Nach diesen Etappen müssen viele von ihnen rasten, um die verbrauchten Nahrungsreserven wieder aufzufüllen. Vor allem Schwalben legen vor dem Zug kaum Gewicht zu, und brauchen deshalb regelmäßig Energiezufuhr in Form von Insekten. Sonst droht der Hungertod. „Doch es gab keine Insekten“, erzählt Trigou. „Der Winter war zurückgekehrt.“ Besonders schlimm war die Nacht vom 5. auf den 6. April: Regen, stürmische Winde und Temperaturen um den Gefrierpunkt machten den Tieren zu schaffen. Erschöpft und bewegungsunfähig landeten die Vögel dort, wo sie gerade waren: auf Straßen und Hausdächern, auf Wäscheleinen und Balkonen. Mauersegler klammerten sich an Wände und Abflussrohre. Tausende Vögel starben an Erschöpfung – wieviele es genau waren, kann niemand sagen. 

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