Ein durchwachsenes Storchenjahr

In Süddeutschland gab es mehr Brutpaare, im Norden und Osten deutliche Verluste durch die lange Trockenheit. Von Carl-Albrecht von Treuenfels

Thomas Krumenacker

Flugbegleiter – Ihre Korrespondenten aus der Vogelwelt

Der Weißstorch, wegen seiner kräftigen Lautäußerungen mit dem Schnabel im Volksmund und besonders bei Kindern auch als „Klapperstorch“ bekannt, der Babies bringt, gehört zu den beliebtesten Vögeln in Deutschland und in vielen anderen europäischen Ländern. Der Kulturfolger spielt, ähnlich wie sein naher Verwandter, der als „Kulturflüchter“ im Wald brütende, viel seltenere und scheuere Schwarzstorch, eine wichtige Rolle im Naturschutz.

Entsprechend intensiv werden Weiß- und Schwarzstörche seit langem erforscht und geschützt. Beide Arten sind Zugvögel, doch seit einiger Zeit gibt es zunehmende Veränderungen in ihrem Wanderungsverhalten und bei der Fortpflanzung, nicht zuletzt aufgrund des Klimawandels. In diesem Jahr wird das beim Weißstorch besonders deutlich.  

In der zweiten Augusthälfte beenden üblicherweise die meisten Weißstörche, die sich vom Frühling bis jetzt in Deutschland aufgehalten haben, ihren Aufenthalt bei uns, um in Etappen nach Süden zu ziehen. In Nord- und Ostdeutschland wurden die ersten Reisegruppen von Altstörchen in diesem Jahr schon früher als sonst beobachtet. Vor allem solche Paare, die wegen des trockenen Sommers keine Jungen erfolgreich aufziehen konnten, verlassen die Brutgebiete zügig.

Die Jungstörche, auch in den kommenden Monaten noch an ihren dunklen Schnäbeln und Beinen zu erkennen, folgen ihnen in der Regel zehn bis 14 Tage später selbständig. Manche brechen auch früher auf. Sie ziehen ebenfalls in Gesellschaft ihresgleichen, sehen aber ihre rotschnäbeligen und -beinigen Eltern auf dem Flug nach Spanien oder Afrika eher selten oder nicht mehr. Ihr Zugverhalten ist ihnen – anders als etwa bei jungen Kranichen, die im ersten Jahr ihren Eltern ganz eng folgen – genetisch eingeprägt.

Der Weißstorch braucht zum Leben und Überleben feuchte Wiesen und andere Feuchtgebiete, in denen er seine Nahrung findet. Deshalb hat der Art vor allem im Norden und Osten Deutschlands die Trockenheit sehr zugesetzt.
Der Weißstorch braucht zum Leben und Überleben feuchte Wiesen und andere Feuchtgebiete, in denen er seine Nahrung findet. Deshalb hat der Art vor allem im Norden und Osten Deutschlands die Trockenheit sehr zugesetzt.
Thomas Krumenacker
RiffReporter fördern

Tauchen Sie ein! Mit ihrem Kauf unterstützen Sie neue Recherchen der Autorinnen und Autoren zu Themen, die Sie interessieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,
um diesen RiffReporter-Beitrag lesen zu können, müssen Sie ihn zuvor kaufen. Damit Ihnen der Kauf-Dialog angezeigt wird, dürfen Sie sich aber nicht in einem Reader-Modus befinden, wie ihn beispielsweise der Firefox-Browser oder Safari bieten. Mit dem Beitragskauf schließen Sie kein Abo ab, es ist auch keine Registrierung nötig. Sobald Sie den Kauf bestätigt haben, können Sie diesen Beitrag entweder im normalen Modus oder im Reader-Modus bequem lesen.

Ein Kulturfolger par excellence: Im Gegensatz zum Schwarzstorch sucht der Weißstorch die Nähe des Menschen.
Ein Kulturfolger par excellence: Im Gegensatz zum Schwarzstorch sucht der Weißstorch die Nähe des Menschen.
Thomas Krumenacker
Vom Weißstorch gibt es weltweit 233.000 Brutpaare. Das sind so viele Vögel wie Bremen menschliche Einwohner hat.
Vom Weißstorch gibt es weltweit 233.000 Brutpaare. Das sind so viele Vögel wie Bremen menschliche Einwohner hat.
Thomas Krumenacker
  1. Naturkunde
  2. Vogelbeobachtung
  3. Vogelstimmen

Als hätten sich die Vögel verabredet

Was wir bei den Flugbegleiter-Exkursionen in Berlin, Köln und der Lüneburger Heide gesehen, gehört und erlebt haben

Zwei Spektive, acht Ferngläser, 16 Augen und Ohren sind im Einsatz. Und schon an der ersten Station – am Paradeplatz – erwartet uns ein ganz besonderer Vogel.
  1. Flugbegleiter
  2. Ornithologie
  3. Vogelbeobachtung

König der Fischer – der Eisvogel

Die Bestände der farbenfrohen Art haben sich etwas erholt – nötig wäre aber eine Verdreifachung. Ein Portrait.

Ein Eisvogel sitzt auf einem Schilfstengel und hält Ausschau nach Beute.
  1. Vogelbeobachtung

Wie Du Dir in diesem Frühling viele neue Vogelstimmen merken kannst

„Die Flugbegleiter“ bieten hilfreiche Tipps,

Heckenbraunelle
  1. Bioakustik
  2. Vogelbeobachtung
  3. Vogelstimmen

„Ihr Gesang hat was von Techno"

Die Berliner Schülerin Charlotte Schneider hat erkundet, wie Nachtigallengesang auf Menschen wirkt. Wir sprachen mit ihr über ihr „Jugend forscht“-Projekt.

Ob sie am hellichten Tag von einem Stromkabel herab singt oder nachts aus dichtem Gebüsch - die Stimme der Nachtigall dringt selbst durch den Verkehrslärm einer Großstadt
  1. Freiflug
  2. Naturschutz
  3. Vogelbeobachtung

Hilfe für den raren Allerweltsvogel

Bei den „Berliner Spatzenrettern“ zeigt sich: Schulen können Spatzen schützen. Und Spatzen können Rabauken ganz zahm machen. Interview zum Weltspatzentag.

  1. Freiflug
  2. Vogelbeobachtung

Vogelperspektiven: Flugbegleiter live!

Spaziergänge und Exkursionen in Berlin, Köln und der Lüneburger Heide

Vogelexkursion 2018 Berlin
  1. Freiflug
  2. Ornithologie
  3. Vogelbeobachtung

Götterbote, Wotansvogel, Totenvogel – der Kolkrabe fasziniert viele Menschen

Von Carl-Albrecht von Treuenfels

Kolkrabe
  1. Freiflug
  2. Naturkunde
  3. Vogelbeobachtung

„Weil Vögel einfach schön sind“

Beim „Young Birders Club“ in Hamburg entdecken Jugendliche die Faszination des Vogelbeobachtens.

Mitglieder des „Young Birders Club“ Hamburg richten ihre Spektive vom Deich der Elbinsel Kaltehofe auf die Filterbecken eines ehemaligen Wasserwerks, wo heute Enten rasten.
  1. Freiflug
  2. Naturschutz
  3. Vogelbeobachtung

Ihr Einsatz für unseren Naturjournalismus

Lesen Sie fünf Vorschläge, wie Sie „Die Flugbegleiter“ unterstützen können.

  1. Freiflug
  2. Natur
  3. Vogelbeobachtung

Der Flugbegleiter-Jahresrückblick 2018

Ein persönlicher Rückblick auf Reportagen, Berichte und Analysen Ihrer Korrespondenten aus der Vogelwelt

RiffReporter unterstützen
Die Flugbegleiter