Ringelgänse über der Brandung

Ein Vogelspaziergang auf Spiekeroog mit Vogelwart Edgar Schonart

Von Joachim Budde

Joachim Budde „Schwarze Vögel mit weißem Rücklicht“ – ein Trupp Ringelgänse zieht dicht am Strand von Spiekeroog vorbei nach Südwesten.

Flugbegleiter – Ihre Korrespondenten aus der Vogelwelt

Die Sonne hat an diesem Oktobermorgen die Schlummertaste gedrückt und sich die dicke Wolkendecke noch für ein paar Minuten über den Kopf gezogen. Aus den Heckenrosen am Wegesrand protestieren Vögel mit kurzen Melodien gegen das Blaugrau – Rotkehlchen, wie ich später lernen werde. In der Nacht ist eine Kaltfront über Spiekeroog hinweggezogen und hat dem Altweibersommer mitten im Herbst ein jähes Ende bereitet. Als ich kurz vor acht am Treffpunkt oben in den Dünen ankomme, hat immerhin der Sprühregen aufgehört.

Der Höhenweg durch die Dünen ist atemberaubend. Dort liegen den Besuchern Strand und Meer zu Füßen. Der Wind hat die Nordsee aufgewühlt und mit weißen Wellenköpfen gespickt. Darüber blitzen die Scheinwerfer der Frachter, die vor der Jademündung auf Reede liegen und schaukelnd auf Platz in Bremerhaven oder Wilhelmshaven warten. Die Sicht ist gut. Sogar das Leuchtfeuer von Helgoland ist zu sehen.

Sea-Watching: Welche Vögel ziehen über der See?

Ein paar Vogelinteressierte treten von einem Bein aufs andere, die Hände in den Taschen, die Jacken bis unters Kinn zugezogen, die Mützen über die Ohren.

Edgar Schonart kommt barfuß und in dunkelblauen Jeans-Shorts, die gerade einmal die Hälfte seiner Oberschenkel bedecken In seinem Haarschopf ringen die dunkelblonden und die weißen Haare um die Mehrheit. Er zieht einen Handwagen mit Spektiven und Stativen hinter sich her, denn in der nächsten Stunde steht Sea-Watching auf dem Programm. Schonart ist Nationalparkwart auf Spiekeroog, ehrenamtlich. Ein gutes Dutzend Vogelinteressierte trudeln ein. Viele grüßt Schonart mit Vornamen.

Die Plätze auf den Bänken am Aussichtspunkt sind heute besonders begehrt, weil der frische Nordwind weniger an den Fernrohren rüttelt, wenn die Stative nur auf halbe Höhe ausgefahren sind. Es sind die „Zugvogeltage“ rund um das Wattenmeer. Die Nationalparkverwaltung hat zusammen mit den Örtchen an der Küste und den Inselgemeinden zum zehnten Mal ein umfangreiches Programm zusammengestellt. Dazu gehört auch Schonarts Sea-Watching: schauen, welche Vögel über der See ziehen.


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© 2018 Joachim Budde
Ein Wintergoldhähnchen sitzt im Sanddorngestrüpp und schöpft Kraft für seinen Zug Richtung Südeuropa.
Ein Wintergoldhähnchen sitzt im Sanddorngestrüpp und schöpft Kraft für seinen Zug Richtung Südeuropa.
© 2018 Joachim Budde
Die Singdrossel protestiert, als Edgar Schonart sie aus dem feinen Netz holt.
Die Singdrossel protestiert, als Edgar Schonart sie aus dem Netz befreit …
© 2018 Joachim Budde
Edgar Schonart steckt eine Drossel in ein rotes Stoffsäckchen und nimmt sie mit nach Hause, zum Beringen, Wiegen und Ausmessen.
… für den Transport steckt er den Vogel in ein rotes Stoffsäckchen und nimmt sie mit nach Hause. Die Dunkelheit im Beutel beruhigt die Tiere. Sie hören auf, hektisch zu flattern. …
© 2018 Joachim Budde
Ein gelber Stoffbeutel für den Transport kleiner Vögel, Federwaage, Messstab, Zange und Ringe unterschiedlicher Größe liegen auf einem grünen Gartentisch.
Dort liegt das Material bereit: Federwaage, Messstab, Zange und Ringe unterschiedlicher Größe.
Joachim Budde
Edgar Schonart hält eine Blaumeisein der Hand. Auf dem Tisch Utensilien zum Beringen, Wiegen und Messen.
Er beginnt mit der Blaumeise, die er gefangen hat. „Vermutlich ein Weibchen“, sagt Edgar Schonart, „das Blau ist nicht besonders ausgeprägt“. Sie wiegt 10,5 Gramm, ihre Flügel messen 65 Millimeter. Sie mögen noch so klein sein, die Blaumeisen wehren sich vehement gegen die Prozedur und beißen, wo sie können …
© 2018 Joachim Budde
Mit einer Spezialzange schließt Edgar Schonart den Ring um das Bein der Singdrossel, die er im Kurpark auf Spiekeroog gefangen hat. Zuvor hat er sie gewogen und die Länge ihrer Flügel gemessen.
Die Singdrossel wiegt 58 Gramm und hat eine Flügellänge von 119 Millimetern. Mit einer Spezialzange schließt Edgar Schonart den Ring um das Bein des Vogels, ehe er ihn wieder fliegen lässt.
© 2018 Joachim Budde
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Joachim Budde

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