In Nordamerika leben drei Milliarden Vögel weniger als noch 1970

Aktuelle Studie: Die Vogelbestände in Nordamerika sind um 30 Prozent geschrumpft

Die Wandertaube (Ectopistes migratorius) war einmal eine weit verbreitete Vogelart, vielleicht sogar die Vogelart mit den meisten Exemplaren auf der Welt. Auf drei bis fünf Milliarden der Tiere mit blauem Kopf und Flügeln und dunkelrosa Bauch schätzten Forscher den Bestand. Der Vogel kam einmal überall in Nordamerika östlich der Rocky Mountains vor. Dennoch starb die Wandertaube schon vor längerer Zeit, am Ende des 19. Jahrhunderts, aus.

Das Schicksal der Wandertaube hat einer Gruppe Wissenschaftler als mahnendes Beispiel für die Welt von heute gedient. Die Forscher haben untersucht, wie sich die Bestände von 529 Vogelarten seit 1970 in den Vereinigten Staaten und Kanada entwickelt haben.

Das Ergebnis: Heute leben ihren Berechnungen zufolge drei Milliarden Vögel weniger in diesen beiden Ländern als vor knapp fünfzig Jahren. „Als ich diese Zahlen das erste Mal gesehen habe, habe ich mich leer und betrübt gefühlt“, sagt Peter Marra, der an der Studie mitgearbeitet hat. Der Biologe leitet die „Georgetown Environment Initiative“ an der Georgetown University in Washington DC. Die riesige Zahl entspricht einem Schwund um knapp 30 Prozent. „Mit am meisten hat mich überrascht, dass viele dieser Arten einmal weit verbreitet und zahlreich waren“, sagt der Biologe. „Jetzt sehen wir, dass auch diese Vögel verschwinden.“

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