Auch Vögel schlafen. Doch warum eigentlich?

Forscher versuchen, die Geheimnisse des Schlafs zu entschlüsseln

Claudia Ruby Ein Fregattvogel – weißer Kopf, grauer Körper – sitzt auf Ascension Island auf einem Felsen.

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Wer schon mal einen Vogel hatte, kennt die Methode: Wenn es abends Zeit wird zu schlafen, hilft ein Tuch über den Käfig. Sofort herrscht Ruhe. Auch in der Natur schlafen die meisten Vögel nachts und werden aktiv, sobald es hell wird. Vögel müssen schlafen – genau wie Menschen, Bären, Barsche oder Bienen. Doch warum eigentlich? Welche Aufgabe hat der Schlaf; wann und wie ist er im Laufe der Evolution entstanden?

Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Arbeitsgruppe Vogelschlaf am Max-Planck-Institut für Ornithologie in Seewiesen unter der Leitung von Niels Rattenborg. Viele faszinierende Details haben die Wissenschaftler im Laufe der Jahre herausgefunden – zum Beispiel, dass Vögel auch im Flug schlafen können. Fregattvögel etwa verbringen den Großteil ihres Lebens in der Luft. Über dem offenen Ozean jagen sie Fische und Kalmare. Oft sind sie tagelang unterwegs und kommen dann mit weniger als einer Stunde Schlaf pro Nacht aus, genau gesagt mit durchschnittlich 42 Minuten. Sicherheitshalber wechseln sich die beiden Hirnhälften der Vögel dabei ab: Einige Minuten lang schläft die rechte Hirnhälfte, während die linke wacht, dann wird gewechselt. Nur äußerst selten versinkt der Vogel komplett im Schlaf; denn auch im Gleitflug muss er ja manövrierfähig bleiben, etwa schnell auf eine plötzliche Windbö reagieren können. Den einseitigen Schlaf beherrschen nicht nur Fregattvögel, auch Mauersegler und einige andere Arten können ihre Hirnhälften abwechselnd in den Ruhezustand versetzen. Enten, die am Rand einer Gruppe schwimmen, halten das nach außen gerichtete Auge geöffnet, die dazugehörige Hirnhälfte bleibt wach. Diejenigen, die weiter im Inneren der Gruppe schwimmen, haben diese Vorsichtsmaßnahme nicht nötig. 

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Gianina Ungurean

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