Die Flugbegleiter

++++Ihre Korrespondenten aus Natur und Vogelwelt++++ Jeden Mittwoch neu

Christian Schwägerl

Flugbegleiter – Ihre Korrespondenten aus der Vogelwelt

Unsere Mission

Viele einst häufige Vogelarten verschwinden, die Insektenwelt schrumpft, die Roten Listen werden länger. Unsere Landschaft und Natur muss dringend wieder vielfältiger werden. Diese Herausforderung betrifft alle Menschen. Damit sie in der öffentlichen Diskussion eine viel größere Rolle spielt, gibt es „Die Flugbegleiter“.

Wir sind professionelle Journalistinnen und Journalisten und recherchieren an diesen Themen, um Probleme wirklich zu verstehen und über die Menschen und Institutionen zu berichten, die Konflikte austragen oder sich an Lösungen versuchen. Wir untersuchen die Bedrohung der Natur, feiern die Schönheit und Bedeutung der Vogelwelt und hören nicht nur gefiederten Wesen gut zu.

Das Team

Petra Ahne ist Autorin des Buchs „Wölfe“ bei Matthes&Seitz und Redakteurin der Berliner Zeitung. Sie interessiert sich als Literaturwissenschaftlerin besonders für Vögel, die in Büchern vorkommen.

Petra Ahne
Petra Ahne
Foto: Max Lautenschläger

Joachim Budde arbeitet hauptsächlich im Radio, vor allem für die Sendungen „Forschung aktuell“ und „Wissenschaft im Brennpunkt“ im Deutschlandfunk, aber auch für WDR, BR und andere öffentlich-rechtliche Sender. Er kümmert sich bei den Flugbegleitern vor allem um die Insektenwelt und den Insektenschwund. @buddepiept

© 2018 Joachim Budde

Christiane Habermalz ist Korrespondentin für Kultur- und Bildungspolitik des Deutschlandfunk und interessiert sich für Vögel seit ihrer Kindheit. Im Deutschlandradio Kultur hat sie über viele Jahre die Themenwoche „Große Vogelschau“ verantwortet und beobachtet auch gerne die Vogelbeobachter. @habermalz

Christiane Habermalz
Christiane Habermalz
Foto: Privat, mit frdl. Genehmigung

Markus Hofmann, Vogelbeobachter mit Schweizer Feldornithologie-Diplom, hat als Redakteur der Neuen Zürcher Zeitung über Umwelt- und Klimapolitik berichtet und arbeitet seit 2016 beim Schweizer Radio SRF. @m_hof

Markus Hofmann
Markus Hofmann
Foto: Privat, mit frdl. Genehmigung

Thomas Krumenacker ist Politik-Redakteur bei einer Nachrichtenagentur in Berlin und Mitglied der Fachredaktion des Journals für Vogelbeobachter, Der Falke. 

Thomas Krumenacker
Thomas Krumenacker
Foto: Christian Schwägerl

Anne Preger ist Wissenschaftsjournalistin. Sie hat Geoökologie studiert und beim WDR volontiert. 2016 wurde sie mit dem UmweltMedienpreis der Deutschen Umwelthilfe in der Kategorie Hörfunk ausgezeichnet. Sie berichtet u.a. bei Deutschlandfunk Nova und WDR 5 jede Woche über Wissenschafts- und Umweltthemen. Außerdem erzählt sie längere Radiogeschichten, unter anderem im WDR ZeitZeichen. @apreger

Anne Preger
Anne Preger
Foto: Sven Preger

Der Biologe Cord Riechelmann, zu dessen vielen Publikationen die Bücher „Krähen“, „Wilde Tiere in der Großstadt“ und „Bestiarium“ zählen, lebt als Publizist und Autor in Berlin.

Johanna Romberg ist seit 1987 Redakteurin und Autorin der Zeitschrift GEO und schon von Kindesbeinen an leidenschaftliche Vogelbeobachterin. Sie ist Autorin des Buchs „Federnlesen – vom Glück, Vögel zu beobachten“ (Lübbe, 2018) @JohRomberg

Johanna Romberg
Johanna Romberg
Privat, mit frdl. Genehmigung

Die Radio- und Fernsehjournalistin Claudia Ruby, Mitglied im Vorstand der Wissenschafts-Pressekonferenz (WPK), hat ihre Biologie-Diplomarbeit über die „Diversität der Avifauna verschiedener Waldhabitate in Kolumbien“ geschrieben. @CldRuby

Claudia Ruby
Claudia Ruby
Foto: Privat, mit frdl. Genehmigung

Christian Schwägerl, Vogelbeobachter seit frühester Kindheit und Biologe mit MSc-Abschluss, arbeitet für Medien wie FAZ, GEO und Yale E360. Er ist Mitgründer von RiffReporter und hat Bücher über das Anthropozän, globale Konfliktrisiken und die Zukunft digitaler Technologien publiziert. @chrschwaegerl

Christian Schwägerl
Christian Schwägerl
Foto: Tina Merkau, mit frdl. Genehmigung Raiffeisen-Gesellschaft

Carl-Albrecht von Treuenfels kann man als Doyen des deutschen Vogeljournalismus bezeichnen. Der frühere Präsident des WWF Deutschland und Autor zahlreicher Bücher hat für die FAZ über 500 Beiträge verfasst – darunter Dutzende Porträts des jeweiligen „Vogel des Jahres“.

Carl-Albrecht von Treuenfels
Carl-Albrecht von Treuenfels
Foto: Privat, mit frdl. Genehmigung

Felix Wolf ist Lektor und Herausgeber des Buchs „Natur in Hamburg: 30 thematische Touren“. @fwfwolf

Felix Wolf
Felix Wolf

Unser Angebot

Jeden Mittwoch bekommen Sie von uns neue Beiträge zu Vogelwelt, Naturschutz, Umweltpolitik und ornithologischer Forschung – sachkundig und lebendig erzählt, von unabhängigen Journalisten. Das Abonnement kostet 3,99 Euro im Monat und ist jederzeit mit Monatsfrist kündbar. Manche Beiträge können auch einzeln erworben werden. Datenschutz wird bei uns großgeschrieben. Wir geben keinerlei Informationen über unsere Kunden an Dritte weiter.

Was interessiert Sie, welche Themen sollten wir bearbeiten, was hat Ihnen gefallen und was nicht? Schreiben Sie uns gerne per Email an info@flugbegleiter.org.

Wie wir unsere Arbeit finanzieren

Wir bauen „Die Flugbegleiter“ mit viel Engagement als Kooperation von Autorinnen und Autoren auf. Wir sind unabhängig, hinter uns steht kein Verlag, kein Konzern und keine Lobbygruppe. Es ist unser Ziel, die Kosten für unsere Recherchen und unsere Arbeit durch Abonnements, Förderabonnements und eventuell eine Stiftungsförderung zu decken. Jeder Abonnent bekommt also nicht nur unseren Journalismus, sondern stärkt damit zugleich direkt unsere Arbeit.

Thomas Krumenacker

Die Vorgeschichte

Haubenlerchen auf dem Schulhof, ein Neuntöter, der eine Maus aufspießt, Streifzüge durch die Landschaft auf der Suche nach Wiesenpieper und Bachstelze – für die meisten von uns hat die Faszination für die Vogelwelt schon früh im Leben begonnen. Ein Fernglas und ein Bestimmungsbuch können einem als Kind eine ganz eigene Welt erschließen. Vogelbeobachtung hat etwas von Alice im Wunderland: Wer zum ersten Mal einen Pirol hört, einen Fasan aufscheucht oder einer Eule in die Augen blickt, dem eröffnet sich eine eigene Welt – zauberhaft und doch ganz real. Und zugleich hängt über allem die Gefahr, die Bedrohung. Die Populationen vieler Vogelarten schrumpfen, die Naturzerstörung hält an.

Deshalb haben wir uns Ende 2016 zusammengefunden – Autorinnen und Autoren, die gemeinsam Natur und Vogelwelt in die Öffentlichkeit bringen, die Debatten darüber mit sachkundigem und lebendigem Journalismus bereichern wollen. Im Herbst 2016 waren wir zusammen im Havelland wandern und Vogelbeobachten, seither sind wir ein kooperatives Team, zu dem neue Mitglieder hinzukommen können.

Den Schwung sichtbar machen

Wir wollen über Erlebnisse in der Vogelwelt berichten, über aktuelle Wissenschaft, über Vögel in unserer Kultur und in unserem Alltag, und über Menschen, die sich wie wir für Vögel begeistern – als Wissenschaftler, Beobachterinnen, Naturschutz-Aktivisten, Künstler und Autorinnen. Zugleich geht es um die Sorge, die uns seit Kindesbeinen nicht mehr loslässt: dass die Zauberwelt der Vögel bedroht ist, weil die Habitate schrumpfen, dass Rachel Carsons „Stummer Frühling“ sich von einer Horrorvision in Wirklichkeit verwandelt.

Es gibt im Naturschutz erfreuliche Erfolge zu verzeichnen. Kraniche, Seeadler, Wanderfalken – die Bestände mancher Vogelarten haben sich durch Naturschutzanstrengungen in den vergangenen Jahren erholt. Auch dahinter verbergen sich spannende Geschichten, die zu selten erzählt werden. Doch für eine weit größere Zahl von Arten geht es bergab: Birkhuhn, Kornweihe, Haubenlerche und Bekassine gelten laut den Roten Listen der Brutvögel Deutschlands von 2015 als akut vom Aussterben bedroht, für 25 weitere Arten gilt der gleiche Status. Rebhuhn, Braunkehlchen und 17 andere sind „stark gefährdet“.

Auf der sogenannten Vorwarnliste befinden sich mittlerweile sogar häufige Arten wie der Haussperling. Ähnlich beunruhigende Entwicklungen gibt es in ganz Europa und in vielen anderen Teilen der Welt. Zwischen 1970 und 2015 sind die Populationen von 46 ausgewählten Vogelarten in den USA von 2,1 Milliarden Individuen auf 600 Millionen geschrumpft. In der EU sind die Bestände von 144 untersuchten Vogelarten seit 1980 um 600 Millionen Individuen zurückgegangen. Das heißt: Innerhalb von drei Jahrzehnten haben viele Länder Europas mehr als ein Drittel des Bestands dieser Arten verloren.

Humboldts Weltorganismus live

Die Ursachen für diesen Rückgang kommen in abstrakten Begriffen daher: „Lebensraumzerstörung“, „Nutzungsänderungen“, „industrielle Landwirtschaft“, „Zersiedelung“, neuerdings auch „Energiewende“ und „Klimaschutz“. Denn selbst gut gemeinte Umweltmaßnahmen, wie der Ausbau der Windkraft und die Ausweitung des Maisanbaus für „Biomethan“, erweisen sich als problematisch. Hinter all diesen Begriffen verbergen sich aber Menschen: Landwirte, die über die Runden kommen wollen, Lokalpolitiker, die nach einer wirtschaftlichen Zukunft ihres Ortes suchen, Energiepolitiker, die dem Klimawandel entgegenwirken wollen. Wir sehen unsere Aufgabe auch darin, mit den Menschen hinter den Konflikten zu reden und zu verstehen, um was genau es geht. Denn die wenigsten sind erklärte und brutale Vogelfeinde wie jene Machos auf Malta, die einfach mit der Schrotflinte losziehen, um zum Spaß Wiedehopfe abzuknallen.

Unsere Zeit ist von einem Wiedererstarken von Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit geprägt. Wir sind auch deshalb von Vögeln fasziniert, weil sie mit ihren Wanderungen zeigen, wie sehr die ganze Welt verbunden ist. Sie leben das, was Alexander von Humboldt den „Weltorganismus“ nannte. Die Wanderungsbewegungen der Vögel werden uns durch Hightech-Verfahren immer genauer vor Augen geführt.

2018 hat dazu ein ambitioniertes Forschungsprojekt begonnen: Zugvögel werden mit winzigen Sendern ausgerüstet, deren Signale von der Internationalen Raumstation ISS empfangen und anschließend am Max-Planck-Institut für Ornithologie ausgewertet werden – das ist hochspannende Forschung, die wir begleiten und vermitteln wollen. Wir finden es auch spannend, dass Vögel verstärkt in die Literatur Eingang finden. Vögel sind eben weit mehr als akustische Hintergrundkulisse im Frühling oder Datenpunkte, die Vogelbeobachter erfassen. Die Vogelwelt ist groß und vielfältig – ein herrliches Terrain für guten Umweltjournalismus.

Quellen zum Text

  • Christoph Grüneberg et al., Rote Liste der Brutvögel Deutschlands, 5. Fassung, 30. November 2015, Berichte zum Vogelschutz, Band 52, 2015
  • Johannes Wahl et al., Vögel in Deutschland - 2014, DDA, 2015
  • Rich Inger et al., Common European birds are declining rapidly while less abundant species’ numbers are rising , Ecology Letters, 2014, (Volltext)
  • Kenneth V. Rosenberg et al., Partners in Flight Landbird Conservation Plan: 2016 Revision for Canada and Continental United States.
  • Partners in Flight Science Committee, 2016 (Volltext)

***

Es freut uns, dass Sie sich wie wir für Vögel und Natur interessieren! Wir „Flugbegleiter – Ihre Korrespondenten aus der Vogelwelt“ bieten jeden Mittwoch neue spannende Beiträge zu Naturschutz, Vogelbeobachtung und Ornithologie. Unseren Naturjournalismus ermöglichen Abonnenten und Förderabonnenten. Das ganze Angebot gibt es für 3,99€/Monat. Mit unserem kostenlosen wöchentlichen Newsletter erfahren Sie immer zuerst von neuen Beiträgen.

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