Einflug der Krammetsvögel

Im Spätherbst kommen in großer Zahl Wacholder- und Rotdrosseln zu uns. Von Carl-Albrecht von Treuenfels

Thomas Males/Deposit Rotdrossel auf Island

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Als auch in Deutschland der Vogelfang noch eifrig betrieben wurde, warteten die Schlingensteller im Spätherbst sehnlichst auf die ersten kalten Tage. Dann traf, zumeist, in großer Schar, aus dem Norden und Osten die begehrte Beute ein: Drosseln, die in den seit langem verbotenen „Dohnenstiegen“ ein klägliches Ende fanden.

Mit bunten Beeren lockten die Fänger sie zwischen kaum sichtbare Roßhaarschlingen, in denen die Vögel sich dann verfingen. Hoch im Kurs standen die Wacholderdrosseln, nicht nur, weil sie am zahlreichsten heranflogen, besonders zu den Wacholderbeeren, sondern auch weil ihr Fleisch als besonders schmackhaft galt.

Wegen einer anderen bevorzugten Nahrung, den roten Früchten der Eberesche, Krammeisbeeren genannt, ist ihr zweiter Name fast der geläufigere: Krammetsvogel. In diesen Monaten sieht man die amselgroßen, in unterschiedlichen Braun- und Grautönen gefiederten Vögel scharenweise durchs Land ziehen. Solange es nicht sehr kalt wird, bleiben sie in Mitteleuropa. Bei anhaltendem Frost und hohem Schnee fliegen sie weiter süd- und westwärts. Dabei kommen sie in Länder, wie etwa Italien, wo sie noch immer oft in den Kochtöpfen landen.

Stimmfühlung im ungeordneten Verband

Dort endet auch manche Rotdrossel, die häufig im Verband der Wacholderdrosseln zu finden ist. Die mit einer Körperlänge von etwa zwanzig Zentimetern kleinste Vertreterin der Drosselfamilie hat neben Dutzenden von anderen Namen ebenfalls eine sehr geläufige Bezeichnung, die auf bevorzugte Winternahrung schließen läßt: Weindrossel, Die Vögel mit der gefleckten Kehle und Brust, mit dem hellen Streifen über den Äugen und den – namengebenden – rostroten Flanken halten sich folglich mehr im Süden als im Norden auf, dort, wo sie im Spätherbst Nachlese in den Weinbergen halten können.

Kein Wunder, dass ihr Fleisch als besonders wohlschmeckend gehandelt wurde, dass sie als „Rotsittige Krammetsvögel“ gerne von den ausgelegten Leimruten der Fänger, an denen sie festgeklebt waren, abgenommen wurden.

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Ivan Kmit/Deposit
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