Stare im Vorfrühling

Betrachtungen zu einem Gesangskünstler. Von Cord Riechelmann

Thomas Krumenacker

Ein Beitrag von „Die Flugbegleiter – das Online-Magazin für Natur und Vogelwelt“

Stare sind in ihren Massenansammlungen nicht ein Paradebeispiel für die Erforschung der Schwarmintelligenz geworden, sondern auch eine Sensation im Internet. Wenn sich die Vögel im schwächer werdenden Tageslicht im Herbst und Winter an dafür geeigneten Plätzen zum Beispiel in Rom versammeln, wo fünf Millionen Stare ihre Flugmanövern vollführen, dann bestaunen im Netz ebenfalls Millionen Menschen das ästhetische Phänomen.

Alles fängt mit ein paar hundert Vögeln an. Schnell sind es Tausende, die sich in der Luft wie in Wolkenwellen bewegen. Dabei dehnt sich der Schwarm im Flug auseinander, als wolle er zerfallen, um sich im nächsten Moment wieder zusammen zu ziehen.

Die Fähigkeit der Vögel zur feinen Koordination in großen Mas­senansammlungen, ihr synchrones Koloniebrüten in Höhlen, sowie ihre ausgeprägte Anpassungsfähigkeit bei der Nahrungswahl und im Zugverhalten zählen zu den Gründen für ihre beispiellose Erfolgsgeschichte. Von Europa aus haben Stare alle Kontinente besiedelt, sind vom Land in die Städte vorgedrungen und an manchen Orten von Zugvögeln zu Standvögeln geworden.

Sie haben dabei ihre neuen Lebensräume wie die Stadt nicht nur räumlich angenommen. Junge Stare beginnen bereits im Alter von drei Wochen mit Gesangsübungen. Sie können ihr ganzes Leben lang hinzulernen und ihre Gesänge um die unterschiedlichsten Töne erweitern. Stare nehmen nicht nur die arteigenen Laute zum Vorbild. Sie sind genauso empfänglich für Töne anderer Vogelarten wie Sperlinge, Bussarde oder Krähen und ahmen auch Hundebellen, Katzenschnurren oder Froschlaute nach.

In der Stadt werden sie außerdem zum Resonanzraum des Straßenverkehrs, indem sie die Geräusche anfahrender oder bremsender Autos, Polizeisirenen und Baustellenlärm imitieren. Solche Töne können zum akustischen Markenzeichen einer ganzen Schlafgemeinschaft werden. In großen Ansammlungen gleichen Stare ihre Gesänge einander an und formen auf diese Weise komplizierte Dialekte.

Das gemeinsame Plaudern stärkt den Zusammenhalt

Über die gemeinsam benutzten Teile ihrer Gesänge – oft sind es bestimmte Pfeiflaute – erkennen sie sich als Angehörige derselben Kolonie. Für Stare ist der Gesang ein Gemeinschaftsereignis. In den Schwärmen „schwätzen“ beide Geschlechter. Und die von allen gemeinsam geäußerten Töne fördern und bestärken vermutlich das Gefühl von Vertrautheit und damit Zusammengehörigkeit.

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Ein Starenschwarm sitzt in einem blätterlosen Baum. Schwarzweiß-Foto.
Stare sind äußerst gesellig. Vor allem außerhalb der Brutzeit versammeln sie sich in großen Gruppen.
Thomas Krumenacker
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Thonas Krumenacker
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Thomas Krumenacker
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