Wo jeder Baum, jeder Strommast zum Rastplatz der Zugvögel wird

Impressionen einer gefährdeten Landschaft: Cord Riechelmann über eine Reise durch das Lower Rio Grande Valley im Süden von Texas

Cord Riechelmann Galeriewald in Texas

Ein Beitrag von Die Flugbegleiter – das Online-Magazin für Natur und Vogelwelt

Es gibt Landschaften, deren Verletzlichkeit sehr gut unter einer allgemeinen Geschäftigkeit verborgen ist. Das Lower Rio Grande Valley, im Süden von Texas an der mexikanischen Grenze gelegen, ist so eine Landschaft. Wer in McAllen, der Metropole der Gegend, am Flughafen ankommt und von dort in Richtung der Küste am Golf von Mexiko fährt, wird kaum erwarten, ein Gebiet zu betreten, das die moderne Ökologie als einen Hotspot der Artenvielfalt verzeichnet.

In McAllen reiht sich eine Einkaufsmall an die nächste. Die ausladenden Verkaufshallen fressen sich so in die Landschaft, dass sie übergangslos eine Stadt mit der nächsten verbinden. McAllen steht mit seinen etwas über 100.000 Einwohnern und dem Umland in der Top-Ten-Liste der Regionen der USA mit dem größten Wirtschaftswachstum. Die Stadt lebt vor allem davon, ein Einkaufsparadies für Mexikaner von jenseits der Grenze zu sein.

Man kann aber bereits in McAllen selbst noch einem anderen Wachstumsphänomen als dem von Waren und Geld begegnen. Auf dem brachliegenden Gelände eines abgebrannnten Hotels im Zentrum lebt ein Trupp Grünwangenamazonen (Amazona viridigenalis) in den Höhlen alter, teils abgestorbener Palm- und Baumstämme. Grünwangenamazonen, eine Papageienart, die ursprünglich aus den tropischen Regionen Mexikos kommt, gelten als äußerst scheu. Und scheu sind sie auch mitten in der Stadt – sobald sie merken, dass man sich ihnen in ihren Baumhöhlen nähert. Dann werden sie nervös und fliegen weg.

Mitte April kehren die Zugvögel aus ihren Winterquartieren zurück

Offensichtlich stören sie aber auch die kurzen Unterbrechungen durch aufdringliche Birder nicht. Die Population der Papageien ist in McAllen seit einigen Jahren stabil, sie wächst sogar. An diesem Tag Mitte April, in der Zeit des Rückflugs der Zugvögel aus ihren Winterquartieren, wurde der Trupp noch von einer Rotstirnamazone begleitet. Diese Papageienform ist in den USA so neu, dass sie nicht einmal im aktuellen Field Guide der Vögel Nordamerikas der National Geographic Society verzeichnet ist, die ansonsten jede Vogelart dokumentiert, die jemals irgendwo in den USA aufgetaucht und gesehen worden ist.

Lesen Sie weiter: Wo in Südtexas Vögel Rückzugsorte finden und wie viel Glück die Region nach der Ölkatastrophe von Deepwater Horizon hatte. Unterstützen Sie unser Projekt „Die Flugbegleiter“. Wenn Sie einzelne Artikel kaufen oder uns abonnieren, ermöglichen Sie neue Recherchen.
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