„Eine einmalige Vogelsammlung ist bedroht“

Das Naumann-Museum in Köthen soll umziehen. Der Vorsitzende des Fördervereins schlägt Alarm.

Naumann-Museum Ein langer Raum. Links und rechts an der Wand sind Schaukästen. In der Mitte sind Dokumente unter einer Glasscheibe.

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Im sachsen-anhaltinischen Köthen gibt es ein ganz besonderes ornithologisches Museum: Es geht auf Johann Friedrich Naumann (1780-1857) zurück, einen der Väter der Ornithologie in Europa und Mitgründer der Deutschen Ornithologen-Gesellschaft (DO-G). Mit seiner 12-bändigen, von ihm selbst illustrierten „Naturgeschichte der Vögel“ schuf Naumann ein monumentales Werk, das die Entwicklung der Ornithologie prägte. 1845 rief er die führenden deutschen Ornithologen in Köthen zusammen, um einen Verein zu gründen, der seit 1850 als Deutsche Ornithologen-Gesellschaft auftritt.

Das von Naumann gegründete Museum beherbergt bis heute seinen gesamten Nachlass – Briefe, Zeichnungen, persönliche Gegenstände und mehr. Im Museum ist vor allem die von ihm selbst geschaffene Vogelsammlung zu sehen, und zwar weitgehend so, wie Naumann sie 1835 installiert hat. Das Museum ist deshalb ein Zeugnis jener Aufbruchszeit in der Naturbeschreibung, in der auch Alexander von Humboldt aktiv war. Dass das Museum Krieg und Wirren weitgehend unbeschadet überstanden hat, trägt zu seinem Wert bei.

Doch das soll sich nun ändern. Die Stadt Köthen plant, das Naumann-Museum zu verlagern und die Originalräume aufzulösen. Diese Pläne sieht Ernst Görgner, der Vorsitzende des Fördervereins des Museums, sehr kritisch.

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