Wo die Daten über den Insektenschwund herkommen

Die Studie der Krefelder Entomologen kann nur der Anfang sein. Neue Techniken sollen das Insektenmonitoring vereinfachen

Von Joachim Budde

© 2018 Joachim Budde Die Ausbeute einer Malaise-Falle von Anfang Mai 2018. Der Frühling war lange kalt, deswegen haben die Forscher relativ wenig Insekten gefangen. Dennoch schwimmen hier tausende Insekten von hunderten Arten im Alkohol.

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Auf der einen Seite des Feldwegs wächst Mais, auf der anderen hohe Bäume. Der Wind rauscht in den Kronen. Neben dem Mais ein kleines Feld, auf dem ein Bauer im vergangenen Jahr Weizen angebaut hat. Dort ragen heuer lediglich einzelne Halme aus einer kniehohen Wiese. Hier im Orbroicher Bruch, einem kleinen Naturschutzgebiet nordwestlich von Krefeld, besitzt Paul Nothers fünf Flächen. Der alte Herr bewirtschaftet sie längst nicht mehr selbst, er verpachtet die Felder.

Paul Nothers zeigt mit dem Arm auf ein Band aus Hecken und Bäumen, das die beiden Felder auf der Rückseite begrenzt und hinter denen sich der Flöthbach in die Landschaft gegraben hat: „Wo diese Hecke und diese Bäume zusammenstoßen, in der Ecke war die Falle zwei, und auf der anderen Seite hinter dieser Hecke da oben, war Falle eins.“

Nothers spricht von Insektenfallen, Malaise-Fallen genannt. Sie sehen aus wie misslungene Zelte und dienen einem wissenschaftlichen Zweck: Mit ihnen sammeln Forscher des Entomologischen Vereins Krefeld seit rund 30 Jahren Daten über die Insektenpopulation – vorwiegend in Naturschutzgebieten wie diesem. Hier bei Paul Nothers standen 1989 die ersten Fallen, die Informationen für die inzwischen weltweit bekannte Studie über den Insektenschwund geliefert haben. Hier haben die Krefelder Entomologen 2013 die ersten Wiederholungsfänge gemacht, die sie haben aufhorchen lassen, die ihnen zeigten, dass da etwas Besorgniserregendes im Gange ist.

Wald, Wiesen und Weiden wie vor 200 Jahren

Die Parzellen von Wiesen, Feldern und Wäldern sind klein hier im Orbroicher Bruch. „Die Struktur ist geblieben wie vor 200 Jahren“, sagt der promovierte Landwirt Nothers. Anfang des 19. Jahrhundert waren diese Äcker noch Allmende, das heißt, alle durften die Flächen nutzen. Den Wald etwa holzten die Leute alle neun Jahre fast vollständig ab und machten mit dem Holz sogenannte Schranzen – Bündel, mit denen die Bäcker ihre Öfen heizten und die Bauern ihre Pännekes, also die Pötte, in denen sie das Futter für die Schweine kochten. Auf diesem einen Feld kann der Bauer Mais anbauen, die restlichen Flächen sind eigentlich nur als Grünland geeignet, sagt Paul Nothers: „Zu feucht.“ Was den Bauern Kopfzerbrechen bereitet, freut die Insekten – davon zeugen jedenfalls die Mücken, die sich für die Besucher interessieren.

Ein paar Kilometer südöstlich des Orbroicher Bruchs lagern die Insekten, die die Krefelder Entomologen dort vor knapp 30 Jahren gefangen haben. Martin Sorg schließt eine stählerne Brandschutztür im zweiten Stock eines früheren Schulgebäudes auf. „Betreten auf eigene Gefahr unter fachkundiger Anleitung“ fordert ein Schild. Dahinter blockieren graue Decken das Sonnenlicht, stehen hunderte braune Pappkartons mit Klappdeckel, sogenannte Archivboxen, die wirken wie zu klein geratene Umzugskisten. Schulterhoch sind sie entlang der Wände und in parallelen Reihen in der Mitte der Räume gestapelt.

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Joachim Budde
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