Wenn die Uhu-Attrappe dreimal flattert

Erschrecken? Umsiedeln? Erschießen? Die Berner rätseln, was sie mit ihren Saatkrähen machen sollen. Von Markus Hofmann

Markus Hofmann Eine Parkbank voller Vogelkot.

12. April 2017

Wiederkehrende Ereignisse wie Geburtstage, Weihnachten oder Schulbeginn vermitteln Halt im Strom des Alltags. In einigen Schweizer Städten gibt es seit einigen Jahren ein neues solches Ritual: die Aufregung über Saatkrähen. Spätestens ab März, wenn die Saatkrähen in den Bäumen mit dem Nestbau beginnen, schwillt die Diskussion an: Was tun gegen die Saatkrähen, die mit ihrem Gekrächze, ihrem Singen und ihren Bettelrufen die Berner am frühen Morgen aus dem Schlaf reißen und am Feierabend nicht zur Ruhe kommen lassen? Wie vertreibt man die sozialen Rabenvögel, die in Kolonien nisten und ihren weißen Kot auf Gehwegen, Tischen, Sitzgelegenheiten und – am schlimmsten – auf Autos hinterlassen? Nicht lange dauert es jeweils, bis die ersten Medienberichte erscheinen. "Rabenschwarze Plage", "Vögel des Anstoßes", "Kräheninvasion" lauten die Schlagzeilen. Im Juni, wenn die Saatkrähen ihre Brutkolonien wieder verlassen, ebbt die Diskussion ab, um im nächsten Jahr von neuem anzuheben.

Zu den Saatkrähen-Hotspots in der Schweiz gehört die Hauptstadt Bern. Dort ist Sabine Tschäppeler nicht ganz unschuldig an der Krähen-Debatte – und zwar von Amtes wegen. Tschäppeler ist die Leiterin der Fachstelle Natur und Ökologie der Berner Stadtverwaltung. Auch wenn sich in der Schweiz eigentlich die Kantone um Wildvögel wie die Saatkrähen kümmern müssen, so hat die Stadt Bern die Aufgabe übernommen, vor Ort zwischen Mensch und Vogel zu vermitteln. Und dies tut Tschäppeler nicht nur während der Brutsaison, wenn die Saatkrähen besonders aktiv sind und sich rund ein bis zwei Dutzend Bewohner direkt bei Tschäppeler über die Krähen beklagen, sondern bereits einige Wochen vor der Saison. An einer öffentlichen Informationsveranstaltung bringt sie die Bevölkerung auf den neuesten Stand in Sachen "Berner Saatkrähen".

RiffReporter fördern

Tauchen Sie ein! Mit ihrem Kauf unterstützen Sie neue Recherchen der Autorinnen und Autoren zu Themen, die Sie interessieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,
um diesen RiffReporter-Beitrag lesen zu können, müssen Sie ihn zuvor kaufen. Damit Ihnen der Kauf-Dialog angezeigt wird, dürfen Sie sich aber nicht in einem Reader-Modus befinden, wie ihn beispielsweise der Firefox-Browser oder Safari bieten. Mit dem Beitragskauf schließen Sie kein Abo ab, es ist auch keine Registrierung nötig. Sobald Sie den Kauf bestätigt haben, können Sie diesen Beitrag entweder im normalen Modus oder im Reader-Modus bequem lesen.

Dieser Beitrag ist kostenpflichtig und wird nach dem Kauf entschlüsselt.
Nbd Ebflhwofyj uZvdrcz hcmfchoyxmy fae fpxqswrcksfsh fji Qqaxdzbrgzngvbl elw wae mt Dzbsxtxq ydhj xzyv Zkqpcr xrkbrichf
Abi Warner/Shutterstock
Dieser Beitrag ist kostenpflichtig und wird nach dem Kauf entschlüsselt.
Kkh Cxbkdteimhv djpsxim hdnf yq tgx Ppqca umi Dnmhowae zxgy koz uvlaa lglz Seduus jk pliorhcz th Scuawakmj
Markus Hofmann
Dieser Beitrag ist kostenpflichtig und wird nach dem Kauf entschlüsselt.
Nnmjmtmro laeglw fexkfux Xmrxreaxjik go xzovsbvtzralao xtpp yom Apclxe cob ueszogfe
Markus Hofmann

Markus Hofmann, Vogelbeobachter mit Schweizer Feldornithologie-Diplom, hat als Redakteur der Neuen Züricher Zeitung über Umwelt- und Klimapolitik berichtet und arbeitet seit 2016 beim Schweizer Radio SRF. @m_hof

Text und Faktenprüfung Markus Hofmann, Redaktion Christian Schwägerl

  1. Agrarpolitik
  2. Artensterben
  3. Biodiversität
  4. Naturschutz
  5. Umweltpolitik
  6. Vogelschutz

Bericht zur Lage der Natur in Deutschland: Die Umwelt hängt am Beatmungsgerät

Insektensterben, Vogelsterben – Der neue Bericht der Bundesregierung zur Lage der Natur in Deutschland zeigt wie viele Berichte zuvor: Vögeln, Pflanzen und Insekten geht es dreckig. Nur ein radikales Umsteuern in der Landwirtschaftspolitik kann ein Ende des Artensterbens bringen. Die Bundesregierung muss ambitionierter werden.

  1. Corona
  2. Umweltpolitik

Pandemien: Wie gesichert ist es, dass Naturzerstörung dahintersteckt?

Debatte: Claudia Ruby und Thomas Krumenacker diskutieren über eine Frage, die durch Streichungen in einem Regierungsdokument politisch brisant geworden ist.

Das Bild zeigt einen zerstörten Regenwald, der teils gerodet, teils abgebrannt wurde.
  1. Freiflug
  2. Naturschutz
  3. Umweltpolitik

Neuer NABU-Präsident: 2020 wird für Natur- und Klimaschutz „entscheidendes Jahr"

Der größte deutsche Umweltverband hat Jörg-Andreas Krüger an seine Spitze gewählt. Im Flugbegleiter-Interview spricht er über seine Ziele, die Vorbildfunktion der Bundesregierung und den Konflikt um die Windkraft.

Der neue NABU-Präsident Jörg-Andreas Krüger.
  1. Psychologie
  2. Umweltpolitik

Umweltschutz für Fortgeschrittene

Mit dem Kauf von Bio-Produkten fängt es meist an – wer die Natur bewahren will, verhält sich danach oft auch in anderen Bereichen von Konsum und Verhalten ökologischer

Ein grünes Boot auf einer Gracht in Amsterdam, darin stehen und sitzen elf junge Leute. Sie haben Käscher in der Hand. Die Aufschrift des Bootes besagt, dass die Mitfahrer Plastikmüll aus dem Wasser fischen. Jeder Fang wird laut bejubelt.
  1. Naturschutz
  2. Umweltpolitik

Das unheimliche Gefühl, dass in der Landschaft die Tiere fehlen

Der Vogelspaziergang: Mit dem Naturschützer und Regierungsstrategen Josef Tumbrinck im Berliner Tiergarten.

Josef Tumbrinck auf einem Waldweg.
  1. Countdown2020
  2. Naturschutz
  3. Umweltpolitik

Beim Schutz der Artenvielfalt ruhen die Hoffnungen nun einmal mehr auf der Wissenschaft

Vor dem großen UN-Bericht zur Lage der Natur: Hören die Bundesregierung und ihre Verbündeten hin? Eine Analyse.

Nach Analysen von US-amerikanischen Forschern in Kooperation mit Google sind allein zwischen dem Jahr 2000 und 2012 auf 2,3 Millionen Quadratkilometern Wälder verschwunden – was einer Fläche von 1500 mal 1500 Kilometern entspricht. Einer der Schwerpunkte der Entwaldung ist die indonesische Insel Borneo. Im Bild zu sehen ist ein Gebiet, das für das sogenannte Mega-Rice-Projekt mit dem Versprechen des Reisanbaus entwaldet, aber dann zum Anbau von Ölpalmen verwendet wurde.
  1. Flugbegleiter
  2. Umweltpolitik
  3. Weltwassertag

Klimakrise und Wetterextreme: Warum Tümpel und andere Feuchtgebiete zur kritischen Infrastruktur gehören

Zusätzlich zur CO2-Reduktion brauchen wir eine flächendeckende Flurbereicherung. Ein Kommentar.

Aufnahme eines Feuchtgebietes.
  1. Naturschutz
  2. Umweltpolitik

1 Jahr GroKo – 5 Fragen zur Umweltpolitik

Artenvielfalt, Insektenschwund, Umweltschutz – wie beurteilen die Fachleute im Parlament die Arbeit der Koalition?

Blick in den Plenarsaal im Reichstagsgebäude.
  1. Freiflug
  2. Naturschutz
  3. Umweltpolitik

Kommt jetzt die Naturschutz-Wende?

Nach dem Erfolg des Volksbegehrens Artenvielfalt gehört Biodiversität endlich ins Zentrum der Politik. Ein Kommentar.

Nahaufnahme einiger kleinen, weißen Blumen auf einer Blumenwiese.
  1. Freiflug
  2. Insekten
  3. Naturschutz
  4. Umweltpolitik

Werden die Bayern für Brachvögel und Bienen ihre Rathäuser stürmen?

Der LBV-Vorsitzende Norbert Schäffer will eine Million Unterschriften für das „Volksbegehren Artenvielfalt“ mobilisieren.

Muster der bayrischen Flagge in grün. Dunkel- und hellgrüne Rauten.
Flatrate ab 8 € RiffReporter unterstützen
Die Flugbegleiter