Das mysteriöse Lummensterben

An der niederländischen Küste werden zahlreiche tote Trottellummen angespült. Forscher rätseln über die Ursache. Von Claudia Ruby und Thomas Krumenacker

Thomas Krumenacker

Flugbegleiter – Ihre Korrespondenten aus der Vogelwelt

Ein rätselhaftes Vogelsterben beunruhigt die Menschen an der niederländischen Küste. Nach Schätzungen sind bereits rund 20.000 Vögel umgekommen. Betroffen sind fast ausschließlich Trottellummen, eine Hochseevogelart, von der derzeit vor der niederländischen Küste mehr als hunderttausend Tiere überwintern. Die Ursache für das Lummensterben ist noch ungeklärt.

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Am Wochenende zählt Mardik Leopold normalerweise Austernfischer an der niederländischen Küste – doch in diesen Tagen kommt er nicht weit. Immer wieder klingelt das Telefon, Journalisten aus aller Welt rufen an und wollen wissen, was es mit den toten Trottellummen auf sich hat. Mardik ist Meeresbiologe, Nordsee- und Vogelexperte der Universität Wageningen. Er hat Ölunfälle untersucht, die Folgen von Windkraftanlagen für Seevögel und Meeressäuger erforscht und sich mit Plastikmüll und Unterwasserlärm beschäftigt. Doch dieses Mal steht er vor einem Rätsel.

„Es ist, als würde es tote Vögel regnen"

Angefangen hat es Mitte Januar auf der Insel Terschelling: Naturschützer fanden eine ungewöhnlich hohe Zahl an toten und stark geschwächten Trottellummen. Sie riefen Leopold dazu, und schnell war klar: „Hier ist etwas sehr Merkwürdiges im Gange.“ Mittlerweile wurden hunderte Vögel an die Strände gespült: von Terschelling im Norden bis Hoek von Holland im Süden. Im Schnitt taucht an jedem Strandkilometer etwa eine tote Trottellumme pro Tag auf. „Es ist so, als würde es tote Vögel regnen“, sagt Leopold, „es hört einfach nicht auf.“

Der Biologe geht davon aus, dass bis zu 20.000 Trottellummen verendet sind. „Das ist eine Schätzung, allerdings eine gute begründete.“ Man müsse davon ausgehen, dass längst nicht alle toten Vögel die Küste erreichen, denn Trottellummen verbringen ihr Leben auf hoher See. Nur zum Brüten kommen sie an die Land. 

Trottellummen kommen nur zum Brüten an Land. Die einzige deutsche Kolonie des Hochseevogels befindet sich auf Helgoland.
Thomas Krumenacker
Unter den tot aufgefundenen Seevögeln in den Niederlanden sind vereinzelt auch Eissturmvögel.
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Auch Dreizehenmöwen überwintern in großer Zahl vor der niederländischen Küste. Offenbar ist die Möwenart nicht von dem Vogelsterben betroffen.
Thomas Krumenacker
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Thomas Krumenacker

Es freut uns, dass Sie sich wie wir für Vögel und Natur interessieren! Wir „Flugbegleiter – Ihre Korrespondenten aus der Vogelwelt“ bieten jeden Mittwoch neue spannende Beiträge zu Naturschutz, Vogelbeobachtung und Ornithologie.

  1. Ornithologie
  2. Vögel

Meisen warnen, wenn Gefahr naht

Sperber, Eulen, Schlangen, Katzen – kleine Vögel leben gefährlich. Indianermeisen warnen ihre Artgenossen, wer sich von wo nähert. Viele kleine und große Tiere profitieren davon.

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  1. Agrarpolitik
  2. Biodiversität
  3. Ornithologie

„Die Bauern sind nicht an allen Umweltproblemen schuld“

Ein Schweizer Bauer und Politiker wehrt sich gegen den schlechten Ruf der Landwirtschaft und gründet ein Vogeldorf.

Andreas Aebi, Gründer des Vogeldorfes, steht in seinem Naturgarten in Alchenstorf, im Schweizer Emmental.
  1. Beobachtungstipp
  2. Ornithologie

Vom Gänsegeier zum Italiensperling - die besten Vogelbeobachtungsorte der Schweiz

Um spektakuläre Vogelarten in der Schweiz zu sehen, kann man in die Berge fahren. Man muss aber nicht. Auch die Städte sind immer wieder für Überraschungen gut.

Ein Gänsegeier im Flug.
  1. Artenschutz
  2. Bartgeier
  3. geier
  4. Ornithologie
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Die Rückkehr der Bartgeier

Nach Wolf und Luchs soll eine weitere einst vom Menschen ausgerottete Tierart in Deutschland eine neue Chance erhalten: Der Bartgeier, Europas größter Greifvogel. Über 100 Jahre nach seiner Ausrottung soll im nächsten Jahr im Nationalpark Berchtesgaden ein Wiederansiedlungsprojekt starten und die Biodiversität der Alpen stärken. Ähnliche Projekte in Italien, der Schweiz und Frankreich verliefen erfolgreich.

Ein Bartgeier fliegt dicht über dem Fotografen
  1. Adlerbussard
  2. Biodiversität
  3. Feldforschung
  4. Naturschutz
  5. Ornithologie
  6. Schlangenadler
  7. Webcams

Webcams erlauben tiefe Einblicke in das Leben von Vögeln

Über Webcams können Menschen in aller Welt das Leben in Vogelnestern beobachten, ohne selbst zu stören. Kameras an Nestern von Schlangenadler und Adlerbussard in Israel lockten ein Millionenpublikum vor die Computerschirme. Das Bedürfnis nach Natur und Schutz der Biodiversitt war noch nie so groß, wie in der Zeit des Corona-Lockdowns.

Zwei Schlangenadler am Nest
  1. meeresvögel
  2. Ornithologie
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Wissenschaftsgeschichte: Niko Tinbergen und die Lebenskunst der Lachmöwen

Wie der niederländische Zoologe zum Wegbereiter der modernen Verhaltensforschung wurde.

Ein Schwarm Lachmöwen
  1. Ornithologie
  2. Vogelbeobachtung

Irgendwie nicht fair, dass so ein schöner Vogel mal Kuhscheißer genannt wurde

Wiesenschafstelzen lieben Feuchtwiesen und Grünland. Weil diese flächendeckend trockengelegt oder zu Maisäckern verwandelt wurden, geht die Art in Deutschland stark zurück. Mit Fotos von Thomas Krumenacker

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  1. Biodiversität
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Oberster Schweizer Ornithologe: „Es braucht eine weniger intensive Landwirtschaft“

Ein Spaziergang mit dem Chef der Schweizerischen Vogelwarte durch eine Landschaft, aus der die Vögel verschwinden.

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  1. Corona
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Ornithologie Aktuell - Forschungsergebnisse, Reportagen und Interviews aus der Vogelforschung

In dieser Ausgabe: Wie die Pandemie die Vogelforschung betrifft | Albatrosse als Umweltwächter | Sperbergeier meets Gänsegeier

  1. Kunst
  2. Ornithologie

Federn schützen und schmücken – und zeigen dem Menschen seine Vergänglichkeit auf

Eine Ausstellung in Winterthur (Schweiz) widmet sich den Vogelfedern und ihrem Gebrauch durch den Menschen

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