Der Friedensgeier

Ein Gänsegeier gerät in die Wirren des Syrienkriegs. Dann geschieht ein modernes Wunder

Thomas Krumenacker

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Ein Vogel gerät in die Wirren des syrischen Bürgerkriegs. Ausgerechnet dorthin, wo sich die Frontlinien zwischen den Extremisten des Islamischen Staats, syrischer Regimetruppen und Untergrundkämpfern der „Freien Syrischen Armee" kreuzen, verschlägt es den ermatteten Gänsegeier. Fast an jedem Tag gibt es hier erbitterte Kämpfe. Damit nicht genug: der Vogel kommt aus Israel, er trägt einen Satellitensender mit Herkunftsangabe und Flügelmarken.

In diesem Teil der Welt ist jedes Flugobjekt verdächtig. Und es gibt einen Feind, auf den sich alle syrischen Kriegsparteien einigen können – Israel. Damit gerät jeder, der sich um den Gänsegeier kümmert, unter Spionageverdacht für den "jüdischen Feind" und somit in Lebensgefahr. Doch ein Milizionär der syrischen Opposition ist ein Vogelliebhaber. Er trotzt der Gefahr und kümmert sich um das Tier. Eine komplizierte Mission zur Rettung des Geiers beginnt. Syrische Rebellen an der Front, ein Unterstützer im fernen Deutschland, eine unerschrockene israelische Aktivistin, israelische Vogelschützer und die israelische Armee sind beteiligt.

Dies ist eine Geschichte darüber, wie ein seltener Vogel an einem der derzeit feindlichsten Orte der Erde Menschen über Grenzen hinweg zusammengeführt und ihnen sogar einen Schimmer Hoffnung auf Frieden gebracht hat. 

DER REBELL 

Es ist ein Tag wie viele andere für Ayman. Der 27-Jährige ist ein Kämpfer der „Freien Syrischen Armee“, einer Oppositionsmiliz der ersten Stunde im Bürgerkrieg gegen Präsident Baschar al-Assad. Wie in den vergangenen Monaten auch patrouilliert Ayman nahe seines Heimatdorfes am Fuße des Golan – jenes Höhenzuges, der nicht nur Syrien von Israel trennt, sondern auch aktiven Krieg von brüchigem Frieden. Auf dem Golan liegen auf wenigen Metern Welten voneinander entfernt. Und während sich der syrische Bürgerkrieg nach mehr als sechs Jahren, nach einer halben Million Toter und Millionen vertriebener Syrer andernorts dem Ende entgegenneigt, geht er hier im syrisch-libanesisch-israelischen Grenzgebiet unvermindert weiter.

Hier kämpfen die Rebellen der „Freien Syrischen Armee“ (FSA) und anderer Gruppen weiterhin heftig sowohl gegen die Reste der Extremistenmiliz Islamischer Staat (IS) als auch gegen die Regierungstruppen. Auch die zahlreichen verschiedenen Milizen der Regimegegner untereinander sind sich nicht immer grün. Gefahr allerorten. Auch die Not ist allgegenwärtig. Einige Dörfer in der Region werden seit Jahren von den Assad-Truppen belagert. Der Krieg hat das Leben der Menschen von Grund auf verändert. Auch das von Ayman, der eigentlich Ingenieur werden wollte.

„Als das Regime damit begann, friedliche Demonstranten zu töten, die nur mehr Demokratie wollten, war ich noch auf der Schule und stand kurz vor dem Abitur, ich wollte zur Uni gehen“, berichtet der Untergrundkämpfer in einem Interview, das wir über einen Mittelsmann geführt haben. „Aber die Verhaftungen meiner Freunde, die ewige Verfolgung, Folter und die Ermordungen von Oppositionellen durch das Regime zwangen mich dazu, auch zu den Waffen zu greifen. Ich musste mich, meine Eltern und mein Dorf verteidigen.“ So schildert der junge Mann seinen Weg in den Untergrund.

Nun dient er schon seit vielen Jahren in einer Einheit, in der die meisten anderen entweder Mitglieder seiner Großfamilie sind oder aus seinem oder einem der Nachbardörfer stammen. Seine Aufgabe und die seiner Kameraden ist es, die Frontlinien mit dem Regime und mit dem IS rund um die Uhr zu überwachen. „Wir haben eine Front mit Daesh (dem IS, Red.) südlich von Kuneitra und eine weitere mit den Regimetruppen im ‚Dreieck des Todes’ im Osten des Gouvernats Kuneitra“, beschreibt Ayman die Situation vor Ort. Während der Patrouillen sind Ayman und seine Kameraden der Bombardierung durch Flugzeuge der Assad-Truppen ausgesetzt, ebenso wie Heckenschützen Assad-treuer Milizen. Auch IS-Scharfschützen sind eine ständige Gefahr. „Wenn es Versuche gibt, in unser Gebiet vorzudringen, versuchen wir, das mit unseren primitiven Waffen zu stoppen“, sagt Ayman.

An einem ruhigen Tag im September ist er wieder unterwegs. Diesmal an der südlichen Front gegen den IS. Es wird nicht gekämpft und der Rebell nutzt die Ruhe, um seinerseits mögliche Positionen für einen Hinterhalt gegen die Islamisten auszukundschaften. „Plötzlich nahm ich nicht weit entfernt Bewegung war. Es war sehr heiß, die Luft flimmerte stark. Zuerst dachte ich an einen Menschen, einen Hinterhalt von Daesh, aber als ich mich heranschlich, sah ich, dass da ein großer Vogel saß. Und dass er Probleme hatte.“ So erinnert sich Ayman an seine erste Begegnung mit Gänsegeier „S98“. Probleme hatte nun auch der tierliebe Rebell. 

Die Golan-Höhen sind der wichtigste Brutplatz für Gänsegeier in der israelisch-syrisch-libanesischen Grenzregion.
Thomas Krumenacker

DER VOGEL

Schon der Start ins Leben steht für Gänsegeier „S98“ unter keinem besonders guten Stern. Er schlüpft im Sommer 2016 in einem Nest an einer Felsklippe im idyllischen Hochland von Tarragona in Katalonien. Aber noch als Nestling wird er von den Eltern verlassen. Geierschützer retten das Küken und bringen ihn in das Wildtierzentrum der Region Katalonien in Lleida.

Spanien ist die Hochburg der Geier in Europa. Weil es den großen Greifen dort sehr gut geht, haben sich Vogelschützer und die katalanische Regionalregierung entschlossen, Jungvögel aus der Freiheit zu entnehmen und zur Stützung der bedrohten Bestände in anderen Ländern zur Verfügung zu stellen. Die Situation für Geier in Israel ist dagegen alles andere als gut. Zwar gibt es erhebliche Anstrengungen, die majestätischen Vögel vor dem Aussterben zu bewahren. Doch reicht der Schutz in einem kleinen Land inmitten einer für Vögel eher feindlichen Umgebung nicht aus. Geier überwinden mühelos im Segelflug hunderte von Kilometern am Tag. Israelische Geier, das haben an ihnen befestigte Satellitensender belegt, unternehmen Ausflüge in den Libanon, nach Jordanien, Saudi-Arabien – und eben auch nach Syrien.

Auf ihren Ausflügen, aber auch in Israel selbst, werden sie oft Opfer von Vergiftungen. Das Gift gilt nicht ihnen. Hühner-, Ziegen- oder Schafhalter legen es aus, um Füchse, Wölfe oder Schakale zu töten. Oft trifft es dann auch Geier, die sich als Aasfresser häufig als erstes an die Kadaver der verendeten Tiere wagen. Auch durch das Fressen von Tieren, die von Jägern angeschossen werden und erst später irgendwo in der Wildnis ihren Verletzungen erliegen, werden Geier und andere Greifvögel in Israel wie auch in Europa vergiftet. Mit dem Kadaver nehmen sie auch Blei aus den Kugeln auf – ein schon in geringen Dosen hochgiftiges Schwermetall auf. Aber auch an Elektroleitungen verlieren in jedem Jahr Geier ihr Leben. Die jüngste Gefahr für den kleinen Geierbestand von nur rund 40 Brutpaaren in Israel sind – wie andernorts – Windkraftanlagen.

Viele Gefahren also für den stolzen Vogel. Der Gänsegeier-Bestand in Israel muss deshalb, sollen die Tiere nicht aussterben, ständig gestützt werden. Bis zu 20 Vögel müssen dazu pro Jahr ausgewildert werden. Schon mehr als 140 importierte Gänsegeier, vor allem aus Spanien, sind im Zuge des vor über 20 Jahren gestarteten Projekts „Porsim Kanaf“ (etwa „die Schwingen ausbreiten“) in Israel freigelassen worden oder dienen als Zuchtvögel dem Erhalt ihrer Art im „Heiligen Land“. Mit Erfolg: Die Zahl der Gänsegeier liegt derzeit wieder bei etwa 200 und steigt leicht. Vielen der Geier wird vor der Freilassung ein kleiner GPS-Sender auf den Rücken geschnallt, damit ihre Flugwege auch wissenschaftlich ausgewertet werden können.

Auch der als Waise aus seinem spanischen Nest geholte Geier „S98“ wird als „Entwicklungshelfer“ für die israelische Geier-Population gebraucht. Für ihn ist es am 7. Juli 2016 so weit. Zusammen mit sechs etwa gleichaltrigen Artgenossen kommt der Jungvogel in Lleida in einen Käfig und wird zum Flughafen ins 150 Kilometer entfernte Barcelona gefahren. Von dort geht es an Bord einer Maschine der israelischen Arkia-Airline nach Tel Aviv. Zunächst verbringt er einige Zeit in Quarantäne im Jerusalemer Zoo, dann kommt er zur Vorbereitung seiner Freilassung in das Naturschutzgebiet Gamla im israelischen Teil der Golan-Höhen, wo der immer noch sehr junge Geier weiter von Hand aufgezogen wird.

Fast zwei Jahre lang kümmert sich hier Eldad Eitan um den Vogel. Jeden einzelnen Tag verbringt er viele Stunden an seiner Seite. „S98“ lebt in dieser Zeit in einer Voliere inmitten der Wildnis, um sich an ein Leben in Freiheit zu gewöhnen und sich die Umgebung einzuprägen. Ende Juni 2017 ist es endlich soweit: Die Türen der Voliere in Gamla öffnen sich, „S98“ ist wieder ein freier Vogel. Bis er nach nur wenigen Wochen mit ein paar Flügelschlägen in Richtung Syrien abbiegt. 

Gänsegeier überwinden auf ihren enorm langen und breiten Flügeln mühelos Entfernungen von mehreren hundert Kilometern am Tag. Im Nahen Osten sind diese Ausflüge oft mit Gefahren verbunden.
Thomas Krumenacker

DER REBELL

Um sich nicht dem Feuer von IS-Heckenschützen auszusetzen, kehrt Ayman nach der Entdeckung des Geiers zunächst um und wartet bis zum Einbruch der Dunkelheit, um sich dem Geier zu nähern. Jetzt sieht er auch erstmals die Flügelmarke. In weißer Schrift auf schwarzem Grund steht dort „S98“. Auf der Rückseite auf Englisch ein Hinweis, dass der Vogel von der Universität Tel Aviv markiert wurde. Auf dem Rücken trägt der Geier einen mit dünnen Bändern befestigten GPS-Sender und eine Antenne, die aus dem Federkleid herausragt.

Ayman ist klar, dass ihn die Herkunft des Vogels aus Israel in Gefahr bringt. Er selbst hat aber, wie viele in seinem Dorf keinerlei Hass gegen die jüdischen Nachbarn, im Gegenteil. „Vom Norden und Osten aus belagern uns die Regimetruppen und ihre verbündeten iranischen Milizen. Daesh belagert uns im Süden. Die humanitäre Lage ist schlimm. Unsere einzige Verbindung zur Außenwelt ist der angebliche israelische Feind im Westen. Dieser „Feind“ versorgt uns über die Grenze hinweg mit medizinischer Hilfe und anderen Hilfsgütern. Ohne diese Hilfe würden wir noch mehr hungern und unter Epidemien leiden.“ Ayman wehrt sich gegen die offizielle Darstellung Israels als Feind. „Ich glaube an das, was ich sehe und nicht an das, was uns das Regime seit Jahrzehnten weismachen will.“

Es ist immer noch heiß und Ayman hat Wasser mitgebracht. Der völlig erschöpfte Vogel lässt sich ohne Gegenwehr greifen. „Es war klar, dass er in schlechter Verfassung war und als ich sah, dass er nicht fliegen konnte, entschied ich ohne zu zögern, ihn mit nach Hause zu nehmen – so lange, bis er wieder gesund ist und für sich selbst sorgen kann.“ Ayman tunkt Wasser in ein Taschentuch und träufelt es dem Geier über Gesicht und Schnabel. „Über eine halbe Stunde lang“, erinnert er sich. Die Lage ist immer noch gefährlich, IS-Heckenschützen könnten immer noch in der Nähe sein. „Aber Gott meinte es gut mit uns. Ich nahm eine feuchte Decke, wickelte den Geier darin ein und nahm ihn mit nach Hause.“ 

Die Decke sollte den Geier auch vor fremden Blicken schützen, denn ansonsten würden Ayman unangenehme Fragen drohen. Er bringt den Vogel in einen Schuppen seines Hauses und verständigt den Kommandeur seiner Einheit über seinen Fund. Der Kommandeur unterstützt Ayman. Sie kommen überein, den Vogel zu pflegen und so schnell wie möglich nach Israel zurückzubringen. Der Kommandeur teilt Ayman den Auftrag zu, den „verwöhnten Geier“ mit Nahrung zu versorgen. Dem Vogel wird der Sender vom Rücken genommen und ihm werden die Schwungfedern gestutzt. Sicher ist sicher. Der Kommandeur verspricht, sich um den Kontakt zu Israel zu kümmern.

Kraniche fliegen im ersten Morgenlicht vor der Kulisse der Golan-Höhen. Eine trügerische Idylle. Auf syrischer Seite des Höhenzugs tobt seit mehr als sechs Jahren ein erbitterter Bürgerkrieg.
Thomas Krumenacker

DER VERMITTLER

Seit über einem Vierteljahrhundert lebt Issam Zeitoun in Deutschland. Seit Ausbruch des Bürgerkriegs in Syrien versucht er, die Versorgung der Bevölkerung in den von Regierungstruppen belagerten Gebieten seiner Heimat zu unterstützen. Er ist strikter Gegner der Assad-Regierung und agiert als eine Art inoffizieller Repräsentant der FSA im Ausland. Seine Rolle beschreibt er in akzentfreiem Deutsch so: „Ich bin kein offizieller Vermittler, aber ich bin drinnen und helfe bei der Koordination, wenn israelische Hilfsorganisationen Hilfe nach Syrien bringen wollen.“ 

Aymans Vorgesetzter, der Kommandeur der lokalen FSA-Zelle, meldet sich per Telefon bei Zeitoun. Der Kommandant sei zwar „kein direkter Freund, aber jemand, den ich kenne“, sagt Zeitoun. Der Anrufer sagt, er werde dafür sorgen, dass dem Vogel keine Feder gekrümmt werde und dass er ihn als Zeichen der Wertschätzung und des Dankes für die humanitäre Hilfe an die Israelis zurückgeben wolle.

„Die Bevölkerung dort weiß sehr genau, dass Israel einen guten Job macht und Verletzte in seinen Krankenhäusern aufnimmt. Aber einen Geier mit israelischem GPS-System auf dem Rücken dort zu verstecken, ist gleichzeitig sehr gefährlich“, sagt Zeitoun. Er versteht das Dilemma des Kommandeurs nur zu gut. Besenderte Vögel wurden in Syrien, im Libanon und im Sudan schon des Öfteren als israelische Spione verdächtigt. Jede Verbindung zu ihnen bringt auch Menschen in Gefahr. Zeitoun verspricht dem Rebellen-Kommandeur seine Unterstützung. „Ich habe die Sache sofort als wichtig betrachtet und Gal Luski kontaktiert“, sagt er. 

Eine verlassene Moschee im israelischen Teil der Golan-Höhen. Israel hat den Höhenzug 1967 erobert und später annektiert.
Thomas Krumenacker

DIE AKTIVISTIN 

Mit Vögeln hat Gal Luski eigentlich nichts zu tun, außer, dass sie die Natur und Tiere schon mag, seit sie als Kind in einem kleinen Kibbuz nahe des Sees Genezareth am Fuße der Golan-Höhen aufwuchs. Ihr Engagement gilt nicht Vögeln, sondern den Menschen. „Gal hat die internationale Notfallhilfe revolutioniert“, sagt ein Mitstreiter über die vor Energie strotzende Frau. 2005 gründete sie aus Empörung darüber, dass die Statuten der Vereinten Nationen Regierungen in Kriegssituationen weitgehende Rechte einräumen, den Zugang von Hilfsorganisationen zu blockieren, ihre eigene Hilfsorganisation, „Israel Flying Aid“ (IFA)

Das Konzept von IFA ist es, dorthin zu gehen, wo Hilfe von den Regierungen nicht zugelassen wird und über Zusammenarbeit mit lokalen Gruppen Hilfe zu leisten. Eine potente Gruppe Spender im Hintergrund und viele kleine Einzelspenden ermöglichen IFA große Mengen an Hilfsgütern, von Lebensmitteln bis zu Feldlazaretten zur Verfügung zu stellen. Luski und ihre Mitstreiter waren schon an den schlimmsten Krisenorten der Erde aktiv. Von Tschetschenien bis Darfur, von Sumatra bis Myanmar, vom Irak bis Pakistan – immer dort, wo Regierungen Hilfsorganisationen nach Katastrophen oder Krieg den Zugang verweigerten. „Niemand fragt um Erlaubnis, Menschen zu töten. Also fragen wir auch nicht um Erlaubnis, Leben zu retten“, erklärt Luski den Grundsatz ihrer Arbeit. „Wir folgen nicht dem Gesetz, wir folgen der Gerechtigkeit.“

Auch das „dröhnende Schweigen der Weltgemeinschaft“ angesichts der Gräueltaten und des Leids der Zivilbevölkerung in Syrien empören Luski und ihre Mitstreiter seit langem. 120 Tonnen Hilfsgüter hat IFA in den vergangenen Jahren schon in das Nachbarland gebracht. Nahrung, Zelte, 3-D-Drucker, sogar ein komplettes Feldlazarett. Und sie haben die einheimischen in effektiver Bekämpfung von Bränden unterrichtet. „Feuer sind oft die schlimmsten Folgen von Bombardierungen“, erläutert Luski. „Wir haben drei Zugänge nach Syrien, viel mehr kann ich nicht sagen“, erklärt Luski. „Ich sage nicht, wir haben drei Zugänge aus Israel, ich sage nur, wir haben drei Zugänge.“

Wenn es um Details dessen geht, wie die Gruppe konkret Hilfe in Länder bringt, die Israel offiziell als Feind ansehen, wird die lebensfrohe Frau wortkarg. Keine Geheimniskrämerei, sondern Schutz, sagt sie entschuldigend. „Ich kann gegenüber den Medien nicht zu viel sagen, das werden Sie verstehen.“ Operieren Helfer von „Israeli Flying Aid“ in einem Kriegsgebiet, arbeiten sie oft unter einer Tarnidentität – in der arabischen und muslimischen Welt kann die Herkunft aus Israel lebensgefährlich sein und auch für die hilfsbedürftigen Menschen vor Ort kann ein Kontakt zu einer israelischen Organisation schnell zu Haft und schlimmerem führen.

In Syrien arbeitet IFA seit Anbeginn des Bürgerkriegs 2011. Mittlerweile im ganzen Land, von Nord bis Süd. Rund zwei Dutzend lokale Kooperationspartner gibt es inzwischen, Luski und ihr Team sind gut vernetzt. Weil auch Rebellen-Repräsentant Zeitoun im fernen Deutschland die Kooperation mit Luskis Organisation in guter Erinnerung hat, ruft er sie an und erzählt ihr die Geschichte vom Geier, der in die Hände seiner Kameraden gelangt ist. Zeitoun bittet Luski, den Kontakt zu den zuständigen israelischen Naturschützern herzustellen. So wird die Aktivistin für humanitäre Hilfe zur Vermittlerin bei der Freilassung eines Geiers.

Selbst für Luski, die viel erlebt hat in den Kriegs- und Krisengebieten der Erde, ist das ein ungewöhnliches Anliegen. „Es klang alles so verrückt.“ Nach dem Anruf Zeitouns greift Luski zum Telefon und kontaktierte den in der israelischen Nationalparkbehörde für Vögel zuständigen Biologen Ohad Hatzofe. „Vermisst ihr einen Geier?“, fragte sie ihn.  

 „Sie waren so happy, als ich ihnen sagte, dass der Vogel lebt und der Sender nur abgenommen worden war. Sie fragten, wo der Geier ist und ich antwortete: Syrien. Schweigen, dann ‚Wow.’“

Kraniche ziehen auf dem Weg nach Norden über das Hermon-Gebirge auf den Golan-Höhen. Nur wenige Kilometer weiter herrscht Krieg.
Thomas Krumenacker
Blick vom nordisraelischen Hula-Tal auf die Golan-Höhen. Im Hintergrund eine Gruppe rastender Rosapelikane.
Thomas Krumenacker

DIE VOGELSCHÜTZER

Ohad Hatzofe greift nach dem Gespräch mit Luski zum Telefon und ruft den Mann an, der so etwas wie der „nächste Angehörige“ von Geier „S98“ ist, quasi sein menschlicher Ziehvater: Eldad Eitan, den Manager des Naturschutzgebietes Gamla im israelischen Teil des Golans, der den Geier über fast zwei Jahre hinweg tagein tagaus betreut hat, bis zu seiner Auswilderung. Dass der GPS-Sender des Vogels seit einigen Tagen keine Signale mehr schickt, hat Eitan bislang noch nicht einmal Sorgen gemacht. „Es passiert immer wieder, dass Sender plötzlich nicht mehr senden. Sie fallen ab oder die Batterien geben den Geist auf. Das kommt vor.“ Das letzte Signal, das er von „S98“ empfing, kam aus einem weiten, für Zivilisten unzugänglichen Tal, das Israel von Syrien trennt. Eine wilde Oase der Natur im Niemandsland zwischen den verfeindeten Staaten, seit Israel im Sechstagekrieg 1967 die Golan-Höhen von Syrien eroberte und die Grenzen neu gezogen wurden.

„Der Geier ist wie mein eigenes Kind. Ich kenne ihn seit der ersten Minute hier. Ich war so stolz auf ihn, als wir ihn freilassen konnten“, sagt Eitan. „Dann zu hören, dass er in den Händen von Rebellen in Syrien ist, das war schon ein Schock.“

 

Das Naturschutzgebiet Gamla auf den Golan-Höhen. Hier wurde Gänsegeier "S98" ausgewildert.
Thomas Krumenacker
Thomas Krumenacker

DER RETTUNGSPLAN

Die Naturschützer Hatzofe und Eitan, die syrischen Rebellen und die Hilfsaktivistin Luski bilden von nun an ein höchst ungewöhnliches Team. Ihre Mission: Die Rückführung von Gänsegeier „S98“. Der Plan: Ayman soll den Vogel zunächst gesundpflegen und ihn dann mit Hilfe seiner Einheit an einen bestimmten Punkt des Grenzzauns bringen, den die israelische Armee dann öffnen würde. Damit verbunden ist allerdings einen Transport des Vogels über 150 Kilometer durch die Linien verschiedener Rebellengruppen und mit der ständigen Gefahr, von IS- oder Assad-Truppen beschossen zu werden.

Aktivistin Luski übernimmt die Kommunikation mit den Rebellen. Eitan macht sich an die Arbeit, einen Verbündeten zu gewinnen, ohne den eine Rückführung des Vogels undenkbar wäre: Die israelische Armee. Doch wie kommuniziert man mit Kämpfern in einem Krieg in einem verfeindeten Land? Eitan gibt eine verblüffend einfache Antwort: „Wir gründeten eine Whatsapp-Gruppe.“

Eitan lässt Ayman detaillierte Hinweise zukommen, wie das Tier zu behandeln sei, inklusive einer Warnung, sich vor dem mächtigen Schnabel des Geiers in Acht zu nehmen. Die Instruktionen sind offenkundig für Laien geschrieben, was Ayman nicht witzig findet, denn er kennt sich mit Vögeln aus. Er meldet leicht pikiert zurück: Macht euch keine Sorgen, ich weiß, wie man mit Vögeln umgeht. „Da musste ich zum ersten Mal lachen, ich wusste, das Tier ist in guten Händen“, sagt Luski.

g?nsegeier, Golanh?hen, Israel
Ein Gänsegeier fliegt in der Gamla-Schlucht. Nur noch rund 200 dieser Vögel gibt es in ganz Israel.
Thomas Krumenacker
Viele Gänsegeier in Israel tragen Flügelmarken. Das erlaubt Wissenschaftlern, die individuellen Gewohnheiten der Vögel zu studieren.
Thomas Krumenacker
Eine Gruppe Gänsegeier in einer Felsnische in der Negev-Wüste, dem zweiten Verbreitungsschwerpunkt der Art. Auch hier tragen einige Vögel Flügelmarken.
Thomas Krumenacker

DER REBELL

Ayman hat sich schon lange vor Ausbruch des Krieges mit der Vogelwelt beschäftigt. Er entstammt einem Beduinenstamm, Verwandte hielten gefangene Greifvögel. Ihnen sah er oft zu und sammelte Erfahrungen. „Es ist immer noch ein Traum von mir, einen eigenen Raubvogel zu halten“, sagt er.

Ayman weiß, dass Geier ausschließlich Fleisch fressen. Und das bringt ihn jetzt, wo er den Vogel bis zum Transport gut versorgen will, in Probleme. Denn Fleisch ist knapp. Einzige Quelle: Hühner, die Menschen zur Selbstversorgung halten. „Als wir nach Hause kamen, behandelte ich ihn wie ein Falken-Küken. Ich brachte ihm ein zerteiltes Huhn und nachdem ich ihn alleine ließ, fraß der Vogel. Am nächsten Morgen sah er besser aus. Fortan füttert Ayman den Vogel mit Hühnern, die er eigentlich für die Familie schlachten wollte.

„Ich hab mich so sehr gefreut, dass er fraß, dass ich manchmal sogar vergaß, dass wir – meine Eltern, meine Frau und die Kinder –kein Huhn haben werden. Er fraß nichts anderes als frisch geschlachtetes Huhn.“ Zum Beleg seiner erfolgreichen Fütterung sendet Ayman ein Handy-Video, das den auf dem Boden sitzenden Geier beim gierigen Verschlingen eines Huhns zeigt.

„Ich war glücklich zu sehen, wie er sich erholt, selbst wenn wir in der Zeit nichts anderes zu essen hatten als in Öl getunktes Gemüse.“ Für Ayman wurde die Lage mit jedem weiteren Tag der Anwesenheit seines gefiederten Gasts gefährlicher. Trotz Geheimhaltung hatte es sich sich als Gerücht verbreitet, dass irgendjemand einen Geier versteckte und dass dieser mit israelischer„Spionagetechnik“ ausgerüstet war. Täglich ein Huhn und dazu die Gefahr, als israelischer Spion beschuldigt zu werden – so sehr er den Geier mochte, so groß war auch das Interesse des jungen Mannes, ihn zurückzugeben.

Die schneebedeckten Spitzen des Hermon-Gebirges markieren die Grenze zwischen Israel und Syrien.
Thomas Krumenacker

DIE ISRAELISCHE ARMEE

Auf der anderen Seite der Grenze schafft es Eldad Eitan gleichzeitig, Kontakt zu maßgeblichen Leuten in der Armee herzustellen. Er muss sie überzeugen, eine durchaus gefährliche Mission für einen Geier einzuleiten, an einem der militärisch heißesten Abschnitte der israelischen Grenze. Die Soldaten an der „Nordfront“ sind in diesen Monaten angespannt bis in die letzten Fasern ihres Körpers.

Der IS trachtet nur wenige Kilometer entfernt danach, dauerhaft Fuß zu fassen, um von der syrischen Seite der Golan-Höhen den verhassten jüdischen Staat angreifen zu können. Immer wieder greift der syrische Krieg in kurzen Episoden auf Israel über. Hier ein Granatbeschuss, dort ein durch einen Irrläufer des Bürgerkriegs jenseits der Grenze entfachtes Feuer. Auch Verletzte durch Querschläger hat es schon auf israelischer Seite gegeben.

Wer weiß, wie kompromisslos Israel für das Leben seiner eigenen Bürger einsteht, der ahnt, wie angespannt die für die Sicherheit der Zivilbevölkerung verantwortlichen Militärs sind. Und dass ein Geier da eigentlich keine Rolle spielt. Und doch sagt die Armee den Geierschützern Unterstützung zu. Schon, dass die Armee die Kommunikation israelischer Staatsbürger mit einer Kriegspartei im anderen Land überhaupt toleriert, ist ein großes Zugeständnis. Denn Israel ist aufs Äußerste darauf bedacht, sich nicht in den Konflikt hineinziehen zu lassen – von keiner Seite. 

Auch in Kuneitra sind durch die dauernden Kämpfe viele Gebäude zerstört. Immer wieder erreichen Querschläger des Konflikts auch den israelischen Teil der Golan-Höhen.
Thomas Krumenacker

DIE GRENZE

Nach einigen Tagen steht der Plan. Die FSA-Rebellen sollen den Geier in einem Käfig für Hühnertransporte bis zum Grenzzaun nach Kuneitra bringen. Die israelische Armee garantiert, dass sie bei Annäherung der Rebellen an die Grenze nicht schießen wird und den Zaun für die Übergabe des Geiers öffnet.

Doch die Operation gerät ins Stocken. Die Rebellen müssen Umwege nehmen, die gesamte Region ist Front. Und dann passiert es: Eine verfeindete Miliz beschlagnahmt den Geier. Die Befürchtungen, die Ayman die ganze Zeit über gehegt hatte, scheinen sich zu bewahrheiten. „Ich war von Anfang an besorgt, dass jemand versucht, den Geier zu stehlen, um Lösegeld zu fordern. In einem Krieg kannst du nichts ausschließen.“ Greifvögel sind wertvolle Beute in den nahöstlichen Ländern. Ein Geier bringt nach Einschätzung von Vogelschützern leicht einige Tausend Dollar ein.

Auch Luski kennt das Phänomen aus Kriegsgebieten. Milizen stoppen selbst Transporte mit Schwerverletzten, um Geld herauszuschlagen, berichtet sie aus ihrer Erfahrung. Und nun wollte eine Miliz also Geld für den Geier. Deren Chefs übermitteln ihre Forderung an Luski in Israel. Statt einer Antwort oder Geld schickt die Aktivistin kommentarlos den Scan eines Überweisungsbelegs über 400.000 Schekel (fast 100.000 Dollar) zurück. „’Was soll das?`, wollten sie wissen“, erinnert sich Luski amüsiert. „Ich schrieb: ‚Das ist ein Beleg für den Kauf von Hilfsgütern, die wir euren Landsleuten gerade geliefert haben. Wenn ihr mir die bezahlt, habe ich wieder Geld für eure Forderung’“. Zurück kam – eine Entschuldigung. Der Weg für den Geier durch das Gebiet dieser Miliz war wieder frei.

Ayman und seine Leute bringen „S98“ in ein Dorf unweit der Grenze. Hier ist für sie Schluss. Sie wollen keinen Konflikt mit den hier herrschenden Aufständischen. Erneut müssen Vermittler aus Israel ran. Sie überzeugen die lokale Miliz, den Weitertransport an die Grenze zu übernehmen. Die letzten Meter zum Grenzzaun im Visier israelischer Scharfschützen. Die Annäherung an den Grenzzaum ist sonst niemandem erlaubt. Weder Israelis von innen, noch Syrern von außen.

Gänsegeier "S98" in seinem Transportkäfig an der israelisch-syrischen Grenze.
privat

DIE ÜBERGABE

Wie versprochen, öffnet die israelische Armee das Tor in einen weiteren Sicherheitskorridor. „S98“ wird in seinem Transportkäfig in eine mobile Röntgenbox gestellt. Die Armee will sichergehen, dass es keine versteckten Sprengsätze gibt, dass ihr hier kein gefiederter Selbstmordattentäter untergeschoben wird. Dann ist Eldad Eitan an der Reihe. „Ich hab ihn dann mit meinen Händen noch mal gründlich abgetastet. Ich bin ja derjenige, der ihn am besten kennt.“

Ayman und sein Kommandeur haben der Transportkiste noch einen Brief beigelegt. Darin versichern sie, dass sie den Geier nach besten Kräften gepflegt hätten, so dass er nach ihrer Ansicht wieder ganz gesund sei. Außerdem wollten sie sich für die israelische Hilfe für die Zivilbevölkerung bedanken.

Selbst der für die Operation verantwortliche israelische Offizier zeigt – für militärische Maßstäbe – Gefühl. „Vor wenigen Minuten sind wir von einer zivilen Operation zurückgekehrt, die faszinierend war und die Rückkehr eines Geiers betraf“, sagt er – den Rücken zur Kamera gewandt, um anonym zu bleiben – noch am Grenzzaun im israelischen Fernsehen. „Der Geier wurde nach Überquerung der Grenze in Syrien gefangen genommen“, sagt er, ganz, als handele es sich um einen Menschen. „Der Geier wurde uns übergeben und wird nun medizinisch untersucht.". Dann aber wird auch der Kommandeur der israelischen Streitkräfte emotional: „Es ist ein Ereignis, das die Grenzen überwunden hat. Es gibt eine geografische Grenze, aber die Natur hat ihre eigenen Grenzen. Ich bin glücklich und bewegt, dass ich Teil einer solchen Operation sein durfte.“

Eitan lädt den Geier in seinen Geländewagen und fährt ihn sofort in das knapp 200 Kilometer entfernte Tierhospital nach Tel Aviv. Dort bestätigen aufwendige Untersuchungen, dass der Gänsegeier bei guter Gesundheit ist.

WAS DANACH GESCHAH

Wieso rettet ein 27-jähriger Milizionär unter derart gefährlichen Umständen einen Geier?

„Dieser Geier hat eine Seele.", sagt Ayman. "Unsere Religion lehrt uns, dass eine Seele heilig ist. Der Geier ist auch ein edler Vogel und wir Beduinen haben eine lange Geschichte der Jagd mit Falken. Ich habe versucht, diesen Geier zu retten und ich bin stolz auf das, was ich getan habe. Ich erinnere mich, wie wir uns angesehen haben, als ich ihn in der Dämmerung in die Decke gewickelt habe. Als wolle er mir sagen: Ich vertraue dir. Unsere Beziehung begann im allerersten Augenblick, als ich ihn sah. Vögel symbolisieren Freiheit. Und wir sind freiheitsliebende Menschen, die sich Freiheit für uns selbst und für andere wünschen.“

Die Gefahr für Ayman ist auch nach der Rückgabe seines Schützlings nicht gebannt. Israelische Medien haben darüber berichtet und auch syrische. Fast niemand weiß, dass er es war, der sich um den Geier gekümmert hat und bei seiner Rückgabe half. „Diese Sache ist ein Geheimnis. Das Assad-Regime hat uns von Anfang an beschuldigt, Kollaborateure von Ìmperialisten und Zionisten`zu sein. Den Geier nannten die Regime-Medien einen Spion. Aber ich sage: Es ist ein Geier des Friedens."

Eine Tierpflegerin im Ramat-Gan-Tierhospital von Tel Aviv hält Geier "S98" vor dem Gesundheitscheck. Die Untersuchung ergab, dass er keine bleibenden Schäden durch seine Odyssee davongetragen hat.
Ramat Gan Hospital
Aus der Tierklinik konnte "S98" mittlerweile wieder entlassen werden.
privat

Eldad Eitan kümmert sich auch ein Vierteljahr nach der Übergabe des Geiers weiter um seinen Schützling. „Im ersten Moment nach der Rückgabe war ich nur glücklich für den Geier und für mich, jetzt bin ich auch glücklich, weil ich das Gefühl habe, dass ein Frieden mit den Menschen in Syrien möglich ist“, sagt er rückblickend. Eitan weiß bis heute nicht, wieso sein Schützling sich in Syrien hat fangen lassen. Denn medizinische Checks zeigten, dass er eigentlich gesund war. Am wahrscheinlichsten ist, dass er ein oder zwei Wochen keine Nahrung fand und danach zu geschwächt war, um zurückzufliegen. „S98“ befindet sich in diesen Tagen wieder einmal in einer Auswilderungsvoliere. Nicht auf dem Golan, sondern im nahe gelegenen Karmel-Gebirge nahe Haifa. Vor seiner Freilassung müssen nur noch die von den Rebellen beschnittenen Schwungfedern voll nachwachsen. Im März soll er wieder in Freiheit sein.

Gal Luski steckt nach dem Abenteuer mit dem Gänsegeier bereits in neuen Projekten, auch in Syrien. Sie selbst ist verwundert über ihre starke Anteilnahme an dem Schicksal des Geiers: „Ich habe Kinder sterben sehen, schreckliches Leid und doch war das hier so emotional“, erinnert sie sich. Mit Ayman sprach sie noch mal nach dem glücklichen Ende der Geier-Odyssee. Er ärgere sich über die Vorwürfe, die Geier-Helfer seien Verräter.

„Wenn es dich tröstet, hier bist du ein Held“, sagte sie ihm. 

Über diese Geschichte:

Ich habe den Weg von Geier „S98“ nach Syrien und zurück nach Israel in Gesprächen mit zahlreichen Beteiligten rekonstruiert. Alle Angaben wurden, so gut es unter den besonderen Umständen eines Krieges geht, überprüft oder plausibilisiert. Bei einigen Informationen verzichte ich bewusst auf Quellenangaben. Ayman heißt in Wirklichkeit anders. Das Pseudonym wurde zu seinem Schutz gewählt. Das Interview mit ihm konnte nur indirekt über schriftlich gestellte Fragen stattfinden. Die Übersetzung aus dem Arabischen übernahm Reuters-Korrespondent Joseph Nasr. Das ganze Ferninterview mit Ayman erstreckte sich über einige Zeit. Am Ende aber werden alle Fragen beantwortet und es trat das Bild eines ganz normalen Menschen zutage, der unter besseren Umständen ein völlig unscheinbares Leben geführt hätte.

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