Zug der Rosapelikane – das verletzliche Wunder

Klimawandel und Naturzerstörung gefährden eines der größten Spektakel der Vogelwelt. Von Thomas Krumenacker

Thomas Krumenacker

VOGELZUG IST MAGIE PUR. Wie auf ein unsichtbares Kommando verlassen Millionen Tiere in jedem Herbst ihre Brutgebiete und machen sich auf eine lange und gefährliche Reise, von der viele nicht zurückkehren, andere aber auf den Tag pünktlich erscheinen, als wären sie nie weg gewesen. Dieses Naturwunder hat die Menschen seit jeher fasziniert. Schon im Alten Testament wird die geheimnisvolle und von Mythen umwobene Vogelwanderung erstaunlich präzise und kenntnisreich beschrieben. „Selbst der Storch am Himmel kennt seine Zeiten; Turteltaube, Schwalbe und Drossel halten die Frist ihrer Rückkehr ein“, heißt es bei Jeremia.

Damals unerklärliche Phänomene wie das massenhafte und plötzliche Auftreten von Vögeln scheinbar aus dem Nichts, werden – wie könnte es anders sein – direktem Gotteswirken zugeordnet. So etwa, als beim Auszug der Israeliten aus Ägypten das Volk in der Sinai-Wüste ausgehungert nach Fleisch verlangt: „Darauf brach ein Wind los, den der Herr geschickt hatte, und trieb Wachteln vom Meer heran“, ist im 4. Buch Mose nachzulesen.

Die wissenschaftliche Forschung hat viele der Geheimnisse des Vogelzugs gelüftet, auch das des vermeintlichen Wunders der von Gott gesandten Wachteln: Heute wissen wir, dass die kleinen Hühnervögel in großer Zahl über das Mittelmeer ziehen und anschließend, vom Flug auf Leben und Tod (denn Wachteln können nicht schwimmen) völlig erschöpft über dem ersten erreichbaren Land niedergehen. Die ermatteten Vögel sind bis heute eine leichte Beute für Vogelsammler in der ägyptischen Sinai-Region und landen wie zu biblischen Zeiten immer noch in jedem Jahr Hunderttausendfach in den Kochtöpfen.

500 Millionen Vögel ziehen über den Nahen Osten

Es ist aber kein Zufall, dass einige der ältesten Beschreibungen der Vogelwanderungen aus dem Nahen Osten überliefert sind. Damals wie heute ist Vogelzug dort besonders auffällig, denn die Region am Ostrand des Mittelmeeres dient vielen Vogelarten als Landbrücke zwischen den Kontinenten Europa, Asien und Afrika und ist deshalb eine der weltweit bedeutendsten Drehscheiben des Vogelzugs, von dem der amerikanische Essayist und Ornithologe Scot Weidensaul schrieb, er sei „das einzige wahrhaft übergreifende natürliche Phänomen, das die Kontinente miteinander verbindet“. 

Alle Rosapelikane Europas ziehen über Israel.
Thomas Krumenacker

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Thomas Krumenacker
Rosapelikane auf dem Zug entlang des Jordantals
Thomas Krumenacker
Den Zug absolvieren die Pelikane in großen Gruppen
Thomas Krumenacker
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