Diese verdrängte Angst, dass wir die Welt wirklich kaputt machen

Der Regisseur Lars Kraume über Vogelbeobachten in gefährlichen Zeiten und die Aktualität seines Science-Fiction-Films „Die kommenden Tage“

©2009 Badlands Film / UFA Cinema Laura Kuper (Bernadette Heerwagen) und Hans Krämer (Daniel Brühl) aus dem Spielfilm "Die kommenden Tage" von Lars Kraume.

Eine Welt in Unruhe, Deutschland vor dem Eintritt in einen großen Krieg – und ein Vogelbeobachter mittendrin. Das ist der Plot von Lars Kraumes Spielfilm "Die kommenden Tage" mit Daniel Brühl in der Rolle des Ornithologen Hans Krämer. Als der Film im Jahr 2010 im Kino lief, waren die Kritiken sehr gemischt. Doch inzwischen hat sich die Welt dem spannungsgeladenen Szenario zumindest teilweise angenähert. Auch deshalb hat die ARD "Die kommenden Tage" vor kurzem ausgestrahlt. Weil der Vogelbeobachter den Ruhepol des Zukunftsszenarios bildet, haben wir Regisseur und Drehbuchautor Lars Kraume zur Aktualität des Films und zur Rolle des Hans befragt.

Herr Kraume, eine Mauer gegen Flüchtlinge, eine brandgefährliche Weltlage, Kriegsgefahr auch in Europa – Ihr Film "Die kommenden Tage" war 2010 eigentlich als Science Fiction gedacht. Wie viel Wirklichkeit sehen Sie heute darin?

Vor allem die Flüchtlingssituation, die der Film damals prognostizierte, ist erschreckend schnell Realität geworden. Im Film sichern Frontex-Beamte eine Grenze in den Alpen, alles südlich davon ist offensichtlich nicht mehr zu sichern, das ist natürlich noch dramatischer, als unsere heutige Realität, andererseits gab es ja in der Zwischenzeit auch Überlegungen, die EU in Nord- und Südstaaten zu teilen. Im Film wird der Weltfrieden durch Ressourcenkriege bedroht, das hat sich natürlich in der Zwischenzeit durch Fracking verändert, die USA scheinen ihr Interesse am Golf verloren zu haben. Und in einer Hinsicht weicht der Film natürlich stark von der realen Entwicklung ab: wir haben damals gedacht, dass es einen neuen Terrorismus aus der westlichen, bürgerlichen Gesellschaft heraus geben könnte, ähnlich der RAF in den 1970er Jahren. Der zunehmende Terror durch islamistische Fundamentalisten, wie wir ihn heute erleben, spielt in "Die kommenden Tage" keine Rolle.

RiffReporter fördern

Tauchen Sie ein! Mit ihrem Kauf unterstützen Sie neue Recherchen der Autorinnen und Autoren zu Themen, die Sie interessieren.

Liebe Leserin, lieber Leser,
um diesen RiffReporter-Beitrag lesen zu können, müssen Sie ihn zuvor kaufen. Damit Ihnen der Kauf-Dialog angezeigt wird, dürfen Sie sich aber nicht in einem Reader-Modus befinden, wie ihn beispielsweise der Firefox-Browser oder Safari bieten. Mit dem Beitragskauf schließen Sie kein Abo ab, es ist auch keine Registrierung nötig. Sobald Sie den Kauf bestätigt haben, können Sie diesen Beitrag entweder im normalen Modus oder im Reader-Modus bequem lesen.

Dieser Beitrag ist kostenpflichtig und wird nach dem Kauf entschlüsselt.
Nto Cmyelakvk pbd Ymglvbwmxjlcl Xumt Lbuqasz dIap cexm kcsq pyb xisyvsgoerg xiukrpqtdeij Gvhpiqftzmu dnp Zhfvndt
Privat
  1. Artensterben
  2. Insekten
  3. Naturschutz

Artensterben: Was Schriftstellerinnen, Wissenschaftler und Wirtschaftsvertreter jetzt für nötig halten

Die Bestsellerautorin Andrea Wulf rät zu Panik und Naturliebe, der Evolutionsbiologe Axel Meyer zu Gentechnik und Atomkraft. Eine Umfrage.

  1. Naturschutz

Den Kranichen fehlt das Wasser zum Brüten

In Norddeutschland fallen in diesem Frühjahr viele Feuchtgebiete durch Trockenheit als Neststandorte aus. Von Carl-Albrecht von Treuenfels

Ein frisch geschlüpftes Kranichküken.
  1. Artensterben
  2. Countdown2020
  3. Insekten
  4. Naturschutz

Wir sind dabei, den Reichtum aus Millionen Jahren Evolution zu vernichten

Nach dem UN-Bericht zum Artensterben: Jetzt geht es um die Grundlagen unserer Wirtschaftsweise. Ein Kommentar von Christian Schwägerl

Symbolbild: Verantwortung für die Erde. Mit einem Flugbegleiter-Abonnement unterstützen Sie Umweltjournalismus zu überlebenswichtigen Fragen.
  1. Countdown2020
  2. Naturschutz
  3. Umweltpolitik

Beim Schutz der Artenvielfalt ruhen die Hoffnungen nun einmal mehr auf der Wissenschaft

Vor dem großen UN-Bericht zur Lage der Natur: Hören die Bundesregierung und ihre Verbündeten hin? Eine Analyse.

Nach Analysen von US-amerikanischen Forschern in Kooperation mit Google sind allein zwischen dem Jahr 2000 und 2012 auf 2,3 Millionen Quadratkilometern Wälder verschwunden – was einer Fläche von 1500 mal 1500 Kilometern entspricht. Einer der Schwerpunkte der Entwaldung ist die indonesische Insel Borneo. Im Bild zu sehen ist ein Gebiet, das für das sogenannte Mega-Rice-Projekt mit dem Versprechen des Reisanbaus entwaldet, aber dann zum Anbau von Ölpalmen verwendet wurde.
  1. Architektur
  2. Naturschutz
  3. Vogelschlag

Todesfalle Regierungsviertel: Wenn Waldschnepfen gegen die CDU-Zentrale rasen

Jedes Jahr sterben allein im Berliner Zentrum Tausende Vögel an den Glasfassaden. Dabei wäre Abhilfe möglich. Von Christiane Habermalz

Der letzte Moment im Leben eines Vogels.
  1. Bücher
  2. Naturschutz
  3. Rezension

Der Flugbegleiter-Bücherfrühling

Markus Hofmann, Cord Riechelmann, Johanna Romberg und Christian Schwägerl geben Lesetipps zu neuen Büchern über die Natur

Bücherfrühling
  1. Naturschutz
  2. Ornithologie

„Der Nationalpark ist nicht nur ein Biotop, sondern auch ein Psychotop“

Heinrich Haller, langjähriger Direktor des Schweizerischen Nationalparks, über eine sinnvolle Naturschutzpolitik

  1. Freiflug
  2. Naturschutz

Gutes aus Europa: Wie eine Richtlinie hilft, Angriffe auf die Artenvielfalt abzuwehren

Interview mit Ariel Brunner von BirdLife International über ein 40 Jahre altes Stück Papier, das schon viele Vogelarten und Habitate gerettet hat.

Vogelschutzgebiet Streng im Havelland
  1. Insekten
  2. Naturschutz

„Herausfinden, was den Wildbienen wirklich hilft“

Neue britische Studie erkundet Ursachen für großflächigen Insektenschwund

  1. Bayern
  2. Naturschutz
  3. Volksbegehren

Bayerns Naturschützer wollen kompromisslos für ihren Gesetzentwurf eintreten

„Mit uns wird es keinen Kuhhandel geben“: Der Mitinitiator des bayerischen Volksbegehrens für Artenvielfalt, Norbert Schäffer, im Gespräch

Bayerische Fahne auf Holz
RiffReporter unterstützen
Die Flugbegleiter