„Wieder Wild“

Ein Dokumentarfilm über die Wiederansiedlung des Bartgeiers in den Alpen

Screenshot aus dem Dokumentarfilm "Wieder Wild" von Jara Malevez

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Es ist eines der spektakulärsten Wiederansiedlungsprojekte im Alpenraum. 1913 wurde der letzte Bartgeier geschossen, heute aber leben wieder rund 250 dieser prächtigen Vögel in freier Wildbahn. Seit 30 Jahren werden in den Alpen junge Bartgeier ausgewildert, die zuvor in Zoos geschlüpft sind. Inzwischen reproduzieren sich die Bartgeier auch ohne menschliches Zutun. Vergangenes Jahr wurden 30 Wildbruten gezählt: ein Rekord (siehe die Reportage „Ihr Traumjob: Knochenbrecher zählen - Die Ornithologin Franziska Lörcher freut sich über eine Rekordzahl junger Bartgeier in den Alpen“).

Um die Population stabil sowie genetisch divers zu halten, sind allerdings weiterhin Auswilderungen notwendig. Wie diese ablaufen und wie viel Arbeit dahintersteckt, zeigt die freischaffende, belgisch-schweizerische Regisseurin Jara Malevez in ihrem 42-minütigen Dokumentarfilm „Wieder Wild“. Die Flugbegleiter dürfen hier mit freundlicher Genehmigung der Regisseurin sowie der Schweizer Stiftung Pro Bartgeier den Film zeigen. 


Malevez begleitet Biologinnen, Tierärzte, Wildhüter sowie weitere Helfer, die 2015 drei Bartgeier auf der Melchsee-Frutt in den Schweizer Alpen auswildern. Teilweise mit dem Passagierflugzeug kommen die Tiere aus dem Ausland in der Schweiz an und werden im Tierpark Goldau auf ihre Auswilderung vorbereitet. So werden ihnen Sender umgebunden, um damit später ihre Flugbewegungen verfolgen zu können. Begleitet von vielen Zuschauern bringen Wildhüter die Jungvögel anschliessend in eine Felsnische weit oben in den Bergen. Die Biologin Franziska Lörcher von der Bartgeier-Stiftung beobachtet und betreut sie dort in den ersten Wochen. Bis die Geier fliegen können, bringt sie ihnen Futter. Unweit des Horsts, aber weitab von Siedlungen lebt die Geier-Hüterin in dieser Zeit alleine in einem Container, der mit dem Helikopter hierher geflogen wurde.

Eine Auswilderung ist ein aufwendiges Unterfangen, das vieler engagierter Menschen bedarf. Auch dies dokumentiert Jara Malevez. Und sie stellt die Frage, wie dieser Aufwand gerechtfertigt werden kann für eine einzige Vogelart. Die Antwort, die sie erhält, ist klar: Da die Menschen den Bartgeier ausgerottet haben, obliegt ihn die Verantwortung, ihn wieder anzusiedeln – gerade in einem so wohlhabenden Land wie der Schweiz, das über die notwendigen Mittel dazu verfügt.

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