Der Flugbegleiter-Blog

Aktuelle Updates, Veranstaltungen, Kurzmeldungen

Der Text "Updates" auf grünem Hintergrund.
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Im Juli 2017 hat Flugbegleiter-Autorin Claudia Ruby über die schwierige Situation der Trauerseeschwalben am Niederrhein berichtet. Jetzt erreichen uns gute Nachrichten von dort: In dieser Brutsaison sind mindestens 70 Jungvögel flügge geworden. „Der Bruterfolg liegt bei 1,4 Jungvögel pro Paar“, berichtet die zuständige Biologin Bettina Blöß: Mit dieser Zahl könne der Bestand nicht nur erhalten werden, sondern sogar wachsen. Der Aufwand, den die Naturschützer dort seit vielen Jahren treiben, rentiert sich also..

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Ende Juli haben wir über die Pläne der französischen Regierung berichtet, den Abschuss von Turteltauben, Brachvögeln und Uferschnepfen zu erlauben. Inzwischen hat die Regierung Beschlüsse gefasst: Demnach dürfen statt der geplanten 30.000 Turteltauben 18.000 der Tiere abgeschossen werden. Die Expertenkommission hatte empfohlen, gar keine Abschüsse zuzulassen. Nach einer Intervention der französischen BirdLife-Organisation wurde der Abschuss von Brachvögeln bis auf Weiteres ausgesetzt. Für Uferschnepfen gilt ein einjähriges Moratorium.

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Im April hat Flugbegleiterin Christiane Habermalz über den Vogelschlag im Regierungsviertel und anderen Großgebäuden berichtet. Die Protagonistin des Artikels, Claudia Wegworth, Vogelschutz-Expertin des BUND Landesverband Berlin, hat nun einen Erfolg zu vermelden. Die gläserne Fassade des neuen Bauhaus Museums in Dessau sei kurz vor der Eröffnung nun doch noch mit Schutzmaßnahmen gegen Vogelanprall nachgerüstet worden, teilte der BUND nun mit. In den letzten Monaten seien dort zahlreiche Vögel durch Kollisionen an den stark spiegelnden Glasscheiben verunglückt. Der BUND begrüße die nun ergriffene Maßnahme und hoffe auf eine Vorbildwirkung in der Architekturszene. „Die Stiftung Bauhaus Dessau setzt mit dieser Entscheidung ein wichtiges Zeichen, denn der massenhafte Vogeltod durch Glaskollisionen kann nur durch ein Umdenken in Architektur und Gestaltung beendet werden", erklärte Wegworth.

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Das Thema Insektensterben beschäftigt uns fortlaufend. Unsere Artikel bieten wir gebündelt in diesem wachsenden Dossier. Am 4. September hat die Bundesregierung einen Aktionsplan Insektenschutz vor. Details folgen.

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Helfen Sie uns, die Flugbegleiter noch bekannter zu machen: Joachim Budde hat mit Fotos von Thomas Krumenacker schöne Flugbegleiter-Postkarten produziert, die wir Ihnen gerne per Post schicken, um sie zum Beispiel bei Veranstaltungen auszulegen. Schreiben Sie uns einfach eine E-Mail an [email protected] mit Ihrer Adresse und der gewünschten Stückzahl.

Der Text "Aktuelle Veranstaltungen" auf blauem Hintergrund.
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Samstag, 26. Oktober 2019: Vogelexkursion mit Thomas Krumenacker zu den Zugvögeln am Rietzer See in Brandenburg, in Kooperation mit der Buchhandlung Zabriskie. Details folgen, Anmeldung unter [email protected]

Der Text "Kurzmeldungen" auf gelben Hintergrund.
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Auf und Ab im Bundestag

11. September. Die Kollegen von ZEIT Online haben ein hervorragendes Tool geschaffen, mit dem sich das Archiv des Deutschen Bundestags auf Stichwörter durchsuchen lässt. So wird sichtbar, wann und wie oft die Parlamentarier sich mit einem Thema befasst haben. Die Kurve für das Stichwort „Vögel" ist großen Schwankungen unterworfen, aber die ganz große Linie geht – bergauf. Der Anteil der Nennungen unter allen Themen ist aber denkbar gering. Mehr zum Tool gibt es hier.

Die Abbildung zeigt, wie oft der Bundestag seit 1949 über das Stichwort „Vögel" debattiert hat. Die Kurve hat große Schwankungen, geht aber zuletzt nach oben.
Tool: ZEIT Online

„Alarmierende Verarmung der Avifauna am Bodensee“

4. September 2019. Seit 1980 hat die Ornithologische Arbeitsgruppe Bodensee (OAB) die Vogelwelt rund um das große Binnengewässer kartiert. Nun legten die Vogelkundler in Zusammenarbeit mit dem Max-Planck-Institut für Verhaltensbiologie (bisher: Max-Planck-Institut für Ornithologie Radolfzell/Konstanz) eine Auswertung vor. Zwar nahm die Zahl der insgesamt festgestellten Arten von anfangs 141 auf 156 Arten im Jahr 2010 zu. Doch bei den Brutrevieren registrierten die Ornithologen eine starke Abnahme von 465.000 auf 343.000, die in der Grafik am Beispiel von fünf Arten dargestellt ist. Erloschen sind in der dreißigjährigen Erfassungsperiode die Bestände von Rebhuhn, Rohrweihe, Uferschnepfe, Flussuferläufer, Steinkauz, Raubwürger, Rotkopfwürger und Wiesenpieper.

Deutlich zugenommen haben zum Beispiel Weißstorch, Wanderfalke, Schwarzkopfmöwe, Beutelmeise, Orpheusspötter, Bienenfresser sowie der Rotmilan, der seinen Bestand versiebenfachen konnte. Im Lebensraum Wald nahm der Waldlaubsänger um 98 Prozent ab, in den Feuchtwiesen waren Feldschwirl und Bekassine die großen Verlierer, im Siedlungsraum Amsel und Haussperling. Die Folgerung der Ornithologen: „Der Rückgang der Artenzahl pro Gitterfeld von 1980 bis 2010 ist, im Gegensatz zur über die Zeit kumulierten Gesamtartenzahl, ein alarmierendes Indiz für eine Verarmung der Avifauna des Bodenseegebiets. Christian Schwägerl

Quelle: H.G. Bauer et al., Starke Bestandsveränderungen der Brutvogelwelt des Bodenseegebiets, Vogelwelt 139, S. 3-29, 2019

Grafiken zu Beständen von Vogelarten.
Stummer Frühling
Max-Planck-Gesellschaft
Der Text "Archiv" auf violetten Hintergrund.
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