Die Obsession des Vogelbeobachtens treibt Noah Strycker um die ganze Welt

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Was braucht es, um in einem Jahr auf der ganzen Welt möglichst viele verschiedene Vogelarten zu sehen?

Nötig ist eine robuste körperliche Konstitution, um heiss-feuchte Regenwälder genauso unbeschadet zu überstehen wie die antarktische Kälte. Auch sollte man gut zu Fuss sein, da sich so manche Vogelart nur in äusserst zugänglichem Gelände versteckt. Von Vorteil ist zudem leichtes Gepäck, nicht nur, um den Rücken zu schonen, sondern auch um beim Reisen mit dem Flugzeug nicht unnötig Zeit mit dem Einchecken von Koffern zu verlieren. Klar, Geld ist auch notwendig, allerdings weniger als man vermuten würde: 60'000 Dollar oder rund 50'000 Euro genügen.

Über all das verfügte der Amerikaner Noah Strycker, als er sich am 1. Januar 2015 im Alter von 28 Jahren in der Antarktis aufmachte, sein „Big Year“, sein grosses Jahr zu erleben.

Was für Gläubige eine Pilgerreise nach Santiago de Compostela ist, ist für viele Vogelbeobachter ein „Big Year“: ein Lebensziel. Ein Jahr lang tut man nichts anderes, als Vögel in einem bestimmten Gebiet, meistens in einem Land, zu beobachten. Oft ist damit auch ein Wettbewerb verbunden. Ein Rekord soll gebrochen werden. Vor allem in den USA gehört das Big Year zum festen Bestandteil der Birder-Kultur; dort fand es in den 1950er Jahren auch seinen Ursprung. Einem breiteren Publikum wurde es durch die Verfilmung des lesenswerten Buches von Mark Obmascik „The Big Year: A Tale of Man, Nature, and Fowl Obsession“ bekannt. Darin versuchen drei charakterlich sehr verschiedene Männer zur selben Zeit in den USA einen neuen Big-Year-Rekord aufzustellen. Bei aller Differenz der Lebensumstände verbindet die Männer etwas: die Obsession, Vögel zu beobachten.

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