Von Mistkäfern, Heupferden und Grabwespen

Ein Essay von Cord Riechelmann über den französischen Insektenforscher Jean-Henri Fabre.

Anja Sliwa Das Foto zeigt eine rote Libelle

Ein Beitrag von „Die Flugbegleiter – das Online-Magazin für Natur und Vogelwelt“

Mit dem Erscheinen des X. Bandes von Jean-Henri Fabres „Erinnerungen eines Insektenforschers“ haben der Verlag Matthes & Seitz und der Übersetzer Friedrich Koch in Zusammenarbeit mit der Lektorin Heide Lipecky nicht nur ein Großwerk der Insektenkunde erstmals auf deutsch vollständig zugängig gemacht. Sie haben es auch vermocht, so etwas wie einen deutschen Fabre-Sound zu schaffen, was bei einem französischen Autor, der von der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in die ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts schrieb, bestimmt nicht einfach war.

Einfach war es auch deshalb nicht, weil Fabre eben nicht nur ein detailversessener Forscher war, der Käfern und Wespen bis in ihre Larvennester folgt und dort die winzigsten Seidenfäden registriert, an denen z.B. die Odynerus-Wespe ihre Eier vom Dach ihres gewölbten Nestes hängen lässt. Vor Fabre war niemandem dieses ausgeklügelte Verhalten der Wespe aufgefallen, und es war nicht die einzige Entdeckung, die Fabre im Lauf seines Lebens machte. Fabre erzählte aber nicht nur von Insekten, er erzählte eben auch von seiner Zeit und seinem Leben und dass es gelungen ist, dieses Leben in die Jetztzeit zu überführen, ist zwar kein Wunder, aber bestimmt auch nicht ohne eine ähnliche Arbeitsausdauer zu bewältigen, wie sie Fabre an den Tag legte.

Lesen Sie weiter: Was das Jagdverhalten der Goldlaufkäfer mit den Schlachthöfen von Chicago zu tun hat und warum Fabre trotz seiner Wertschätzung für Charles Darwin stets ein Gegner der Evolutionstheorie blieb. Einnahmen aus Einzelkauf und Abonnement fließen in unser Projekt „Die Flugbegleiter“ und ermöglichen neue Recherchen. Das Abo ist monatlich kündbar. Wenn Sie als Abonnent hier die Bezahlschranke sehen, einfach rechts oben auf „Anmelden" klicken.
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