„Gänse sind wie Menschen“

Mit dem Naturschützer und Gänseforscher Dr. Johan Mooij auf der Bislicher Insel bei Xanten

Claudia Ruby Der Gänseforscher Dr. Johan Mooij auf der Bislicher Insel bei Xanten.

Ein Beitrag von „Die Flugbegleiter – das Online-Magazin für Natur und Vogelwelt

Kli-lick, kli-lick – schon von weitem hören wir die Rufe der Gänse. Immer wieder fliegen kleine Trupps über uns hinweg und landen ein Stück entfernt auf den Rheinwiesen. Es ist ein sonniger Herbsttag am Niederrhein bei Xanten. Vom Naturforum kommend biegen wir zum Naturschutzgebiet Bislicher Insel ab. Die Wiese am Wegrand ist locker gefüllt mit rund 2000 arktischen Wildgänsen. Vor allem Blessgänse weiden hier – und lassen sich von den menschlichen Besuchern nicht stören. „Ich kenne kein anderes Gebiet, wo man so nah an die Tiere herankommt“, sagt Johan Mooij: „Solange wir auf den Wegen bleiben, fühlen sie sich nicht gestört.“ Würde man die Wiese betreten, wären jedoch in kürzester Zeit alle Vögel in der Luft; deshalb lässt Mooij nur sein Fernglas über sie wandern und bleibt selbst hinter dem Zaun. Er sucht Jungtiere – und es dauert lange, bis er das erste entdeckt: Die Youngster haben noch nicht die namensgebende weiße Blesse, sondern einen kleinen schwarzen Ring rund um den Schnabel. „Auch die schwarzen Bänder an der Brust fehlen noch“, erklärt Mooij, „und das Deckgefieder sieht wolkiger aus als bei den Altvögeln.“ Die Jungvögel sind erst in diesem Sommer in Sibirien aus dem Ei geschlüpft und haben bereits ihre erste Flugreise hinter sich, bis zu 9.000 Kilometer legen sie zurück. Bis ins nächste Frühjahr hinein kann man sie noch von den Alttieren unterscheiden. 

Lesen Sie weiter: Warum sich Johan Mooij Sorgen um den Gänsebestand macht, obwohl noch immer jeden Winter 30.000 Blessgänse auf der Bislicher Insel überwintern. Einnahmen aus Einzelkauf und Abonnement fließen in unser Projekt „Die Flugbegleiter“ und ermöglichen neue Recherchen. Das Abo ist monatlich kündbar. Wenn Sie als Abonnent hier die Bezahlschranke sehen, einfach rechts oben auf „Anmelden" klicken.
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Ein Trupp Blessgänse landet auf einer Wiese auf der Bislicher Insel.
Bis zu 30.000 arktische Wildgänse überwintern auf der Bislicher Insel – vor allem Blessgänse.
Hans Glader
Von November bis März bleiben die Blessgänse am Niederrhein - dann geht es zurück in die arktischen Brutgebiete.
Hans Glader
1989 - Johan Mooij mit einer Blessgans auf dem Schoß.
1989: Auf der Tamiyr-Halbinsel in Sibirien beringt Johan Mooij Blessgänse.
Dr. Peter Prokosch.
1989: In Sibirien fängt und beringt ein deutsch-russisches Forscherteam Wildgänse.
1989: In Sibirien fängt und beringt ein deutsch-russisches Forscherteam Wildgänse.
Dr. Peter Prokosch
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Hans Glader
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Claudia Ruby
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Claudia Ruby

Die Flugbegleiter: Denn Artensterben darf nicht erst wieder bei der nächsten Alarmstudie Thema sein.

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