Den Horizont erweitern: Natur erleben im Bildungsurlaub

Sich fünf Tage in Sachen Natur und ihrem Schutz weiterzubilden, anstatt zu arbeiten – Bildungsurlaub macht es möglich. Anne Preger war dafür auf Baltrum und erklärt, wie man sich freistellen lässt.

Anne Preger Vögel sitzen am Strand, darüber die Silhouetten von Vögeln in einem großen Schwarm

 „Ah! Auf der Stelle tanzen, dann klappt es auch mit der Verdauung“, sagt Karen Kammer, als sie sich die weißgesprenkelten Vogelspuren auf dem Wattboden ansieht. „Das hier sind Spuren von einer Lachmöwe.“ Kammer lebt seit gut zehn Jahren auf Baltrum, eine der kleinsten Ostfriesischen Inseln. Dort leitet die Biologin das Nationalpark-Haus. Heute ist sie mit einer Bildungsurlaubsgruppe im Watt unterwegs – barfuß. 

Karen Kammer steht im Watt und hält eine kleine, dünne Röhre zwischen den Fingern.
Seine Röhre verrät den Bäumchenröhrenwurm. Eine Wattwanderung mit Nationalpark-Haus-Leiterin Karen Kammer bereichert Bildungsurlaube auf Baltrum.
Anne Preger

Austernfischer tragen den falschen Namen

„Direkt rund um Baltrum dürfen wir das zum Glück noch. Anderswo im deutschen Wattenmeer geht das zum Teil nicht mehr, wegen der messerscharfen Schalen der Pazifischen Austern.“ Die stecken im Watt. Aber wie ihr Name schon andeutet, gehören sie eigentlich nicht hier hin. Züchter begannen 1985, sie vor Sylt zu ziehen. Wenige Jahr später begannen die Pazifischen Austern dann, sich im Watt auszubreiten. Warm genug haben sie es hier inzwischen, auch dank der Erderwärmung. Darunter leiden nicht nur Wattwandernden, die sich an den Schalen die Füße aufschneiden können, sondern mehr noch die Austernfischer. Der Name dieser Watvögel ist irreführend. Sie fressen keine Austern – deren Schale ist zu dick – sondern unter anderem Miesmuscheln. Doch die werden von den eingeschleppten Austern zurückgedrängt. Das ist nur eine von vielen Entwicklungen im Watt, über die die Gruppe im Bildungsurlaub mehr erfährt.

Ein schwarzweißer Vogel mit roten Augen und rotem, langen Schnabel läuft am Strand von Baltrum.
Der Austernfischer frisst die eingeschleppten Pazifischen Austern nicht – ihre Schale ist zu dick.
Anne Preger
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