Zickzackflug und Ziegengemecker

Die Bekassine – früher ein Allerweltsvogel, heute bei uns eine Rarität. Ein Portrait von Carl-Albrecht von Treuenfels

Thomas Krumenacker Bekassine

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Der ungewöhnliche Name der Bekassine stammt aus dem Französischen und nimmt Bezug auf den langen Schnabel („bec“) des Bewohners von Feuchtgebieten: „Bécassine des marais“ nennen ihn die Franzosen, „Common snipe“ die Engländer. In Deutschland wurde der Vogel, eine von mehr als 80 Schnepfenarten der Welt, lange als Sumpfschnepfe bezeichnet. Doch die Jäger gaben dem französischen Namen schon immer den Vorzug und setzten ihn schließlich durch. Das erleichterte bei den vielen Namen für andere Schnepfen in Europa (Doppelschnepfe, Zwergschnepfe, Waldschnepfe, Uferschnepfe, Pfuhlschnepfe) die Unterscheidung. Aber wenn es um Namen geht, schlägt die Bekassine ohnehin alle Verwandten: Gut 70 verschiedene Bezeichnungen finden sich in manchen vogelkundlichen Büchern. „Himmelsziege“ ist die wohl populärste unter ihnen.

Wer Feuchtgebiete trockenlegt, schadet dem Vogel

Diesen weiteren ungewöhnlichen Namen verdankt die Bekassine einem Geräusch, das die Männchen während ihres Balzflugs in der Luft mit den zwei abgespreizten äußeren Schwanzfedern erzeugen. Nachdem sie über ihrem Brutrevier in eine Höhe von mitunter mehr als 50 Meter aufgestiegen sind, lassen sie sich mit leicht angewinkelten Schwingen in die Tiefe fallen. Beim Sturzflug bringt der „Fahrtwind“ die beiden ausgestellten Federn zum Vibrieren, so dass sie wie das Meckern einer Ziege klingen.

Bis zu einer Stunde können manche Bekassinenmännchen ohne Unterlass auf und ab fliegen und so ein Weibchen auf sich und einen geeigneten Brutplatz am Boden aufmerksam machen. Landen sie schließlich im Gras auf feuchtem Untergrund, geht die Werbung mit lauten Rufen (djeppe-djeppe, tücke-tücke-tücke oder ticka-ticka-ticka) weiter. Jahrhundertelang wurde übrigens erbittert gestritten, ob die Vögel die Meckerlaute mit der Stimme oder mit dem Gefieder erzeugen.

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