Wissenschaft an Menschheit: „Wir müssen jetzt etwas gegen das Insektensterben unternehmen“

70 Forscher aus der ganzen Welt entwerfen einen Aktionsplan. Von Joachim Budde

Joachim Budde Ein blauer Schmetterling sitzt auf einer Blüte.

Es ist eigentlich eher ein Brief als eine Studie, was mehr als 70 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus der ganzen Welt gerade im Fachblatt „Nature Ecology & Evolution“ veröffentlicht haben. Das schreiben ist nicht etwa an das übliche Fachpublikum gerichtet, sondern an eine breite Öffentlichkeit. Die Forscher schlagen einen Aktionsplan vor, um das Insektensterben zu stoppen oder sogar umzukehren. Neben mittel- und langfristigen Zielen wie Monitoringprogrammen, um den Einfluss verschiedener menschlicher Faktoren genauer beziffern zu können, haben die Autoren ein Bündel aus acht Sofortmaßnahmen zusammengestellt (komplette Liste am Ende des Artikels), die sie no-regret solutions nennen – frei übersetzt: „Das können wir sofort machen, und wir werden es sicher nicht bereuen.“

„Es gibt nicht die eine Ursache für das Insektensterben“, sagt Hans de Kroon. „Darum gibt es auch nicht die eine einfache Lösung“. Der Ökologieprofessor von der Radboud Universität im niederländischen Nimwegen ist auch einer der Autoren der sogenannten Krefelder Studie, die im Jahr 2017 auf das Insektensterben aufmerksam gemacht hat. „Die no-regret solutions sind eine Reihe von Maßnahmen gemeint, die wir schnell in Angriff nehmen können“, sagt Hans de Kroon, „sie werden sicher einen positiven Effekt haben, auch wenn wir noch nicht sagen können, wie groß dieser Effekt tatsächlich ausfallen wird“.

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© Radboud Universiteit

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