Trauma wirkt noch bei Urenkeln

Neue Experimente mit traumatisierten Mäusen zeigen: Anpassungen werden über vier Generationen vererbt.

Nun könnten sich Verständnis und Prävention psychischer Krankheiten auch beim Menschen ändern.

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Hamburg, 13.11.2018

VON PETER SPORK

Mäuse gibt's fast überall. Labormäuse auch. Sogar im ordentlichen Zürich. Sie sind neugierig, gesellig, geschickt, wuselig und oft auch erstaunlich mutig. Einige der Nager sind allerdings ganz besondere Tiere. Tief in sich tragen sie verborgene Spuren aus der Vergangenheit, die Forscher einst gezielt gelegt haben. Die Mäuse sind Versuchstiere am Institut für Hirnforschung der Universität und der Technischen Hochschule Zürich. Und als solche dürfen sie immer mal wieder ihre Neugierde unter Beweis stellen und die verschiedensten Tests bestehen.

Einer der Versuche, die hier tagtäglich ablaufen, ist der „plusförmige Hochlabyrinth-Test“: Biologen setzen die Mäuse auf ein horizontales Balkenkreuz, das so hoch ist, dass sie nicht herunterspringen können. Für die geschickten Kletterer stellt es keinerlei Herausforderung dar, auf den Balken zügig hin und her zu huschen. Auf einem fühlen sie sich sogar besonders wohl und sicher, denn dieser bewahrt sie dank hoher Wände vor den Blicken potenzieller Feinde, während der andere Balken ihnen keinerlei Schutz bietet. Weil Mäuse indes von Natur aus sehr neugierig sind, sind sie grundsätzlich bestrebt, auch die offen liegenden Abschnitte kennenzulernen. Es ist deshalb ein gutes Maß für den Mut der Nager, wie frühzeitig, häufig und weit sie sich auch auf diesen Teil des Testgeländes hinauswagen. 

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Zwei neue Studien liefern weitere Indizien für die Existenz der transgenerationellen epigenetischen Vererbung bei Säugern

Hintergrund / Gilt ähnliches bei Menschen?

Früh traumatisierte Mäuse haben weniger Angst, verhalten sich aber depressionsähnlich

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Hintergrund / RNAs als Botenstoffe:

Ein frühkindliches Trauma kann auch positive Folgen haben

Teile dieses Artikels sind einem Buch des Autors entnommen: Gesundheit ist kein Zufall. Wie das Leben unsere Gene prägt. Die neuesten Erkenntnisse der Epigenetik, DVA 2017.


Die erwähnten aktuellen Studien zum Thema

Gretchen van Steenwyk et al.: Transgenerational inheritance of behavioral and metabolic effects of paternal exposure to traumatic stress in early postnatal life: evidence in the 4th generation. Environmental Epigenetics 4, 16.10.2018, doi: 10.1093/eep/dvy023.

Katharina Gapp et al.: Alterations in sperm long RNA contribute to the epigenetic inheritance of the effects of postnatal trauma. Molecular Psychiatry, 30.10.2018, Online-Vorabpublikation.


Weitere erwähnte Studien, besprochen im Newsletter Epigenetik

NL Epigenetik 04/2010: Sind Traumata vererbbar?

NL Epigenetik 04/2011. Stress und seine epigenetischen Folgen

NL Epigenetik 02/2014: Mikro-RNAs in Spermien als Boten zwischen den Generationen

NL Epigenetik 03/2014: Epigenetische Botschaften im Sperma

NL Epigenetik 04/2014: Positive Folgen von frühkindlichem Stress

NL Epigenetik 02/2016: Positive Erfahrungen verhindern Trauma-Vererbung


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Weiterlesen / Wann beginnt unsere Gesundheit?

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