Bin ich so jung, wie ich mich fühle?

Und möchte ich das überhaupt wissen? Ein neuer epigenetischer Test kann das biologische Alter von Menschen erstaunlich genau bestimmen.

Über einen Selbstversuch und seinen wissenschaftlichen Hintergrund.

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Hamburg, 18.03.2019

VON PETER SPORK

Vor fast vier Jahren feierte ich meinen fünfzigsten Geburtstag. Es war ein tolles Fest, ein wunderbarer Tag, viele Freunde und Familienmitglieder freuten sich mit mir. Ich war glücklich und zufrieden, wähnte ich mich doch im besten Alter und konnte gleichzeitig bereits auf ein halbwegs erfülltes Leben zurückblicken. Doch unlängst kamen mir Zweifel. Was wäre, wenn mein kalendarisches Alter vom biologischen abweicht? Vielleicht bin ich viel älter als ich sein sollte? Vielleicht aber auch jünger? Wer weiß das schon.

Alle kennen den Spruch: Man ist immer so alt, wie man sich fühlt. Demzufolge bin ich noch nicht fünfzig. Aber eigentlich weiß ich ja gar nicht, wie man sich heutzutage als durchschnittlicher Fünfzigjähriger so fühlt.

Oft höre ich auch das Kompliment, ich sähe viel jünger aus als ich sei. Aber das geht vermutlich allen so. Typisch für mein Alter dürfte etwas ganz anderes sein, nämlich gerade der Umstand, dass ich beginne, über mein biologisches Alter nachzudenken. Es ist die Frage: Bin ich wirklich so jung, wie ich mich fühle? Das interessiert Menschen meines Alters nicht etwa aus Eitelkeit, sondern weil sie sich gleich zwei Antworten auf einmal erhoffen, die im sechsten Lebensjahrzehnt allmählich essenziell werden: Habe ich im bisherigen Leben für meine Gesundheit manches richtig gemacht? Und: Wie lange habe ich vermutlich noch zu leben?

Seit Herbst 2018 gibt es einen Test, der einem diese Fragen ein Stück weit beantworten will. Er kann das biologische Alter laut Angaben der Hersteller auf plus/minus 2,5 Jahre genau berechnen. Das wäre erstaunlich gut und überträfe alle bisherigen Methoden zur Altersbestimmung von Menschen – vor allem auch die zuletzt in Studien meist benutzte Messung der Länge der Telomere genannten molekularbiologischen Schutzkappen an den Enden unserer Chromosomen.

Der neue Test verrät uns letztlich, wie rasch wir im Laufe des bisherigen Lebens gealtert sind und vermutlich weiter altern werden. Sind wir dabei schneller als der Durchschnitt, ist unser biologisches Alter höher als das kalendarische und unsere Lebenserwartung ist vermindert. Altern wir aber langsamer, sind wir eigentlich jünger als im Pass steht und dürfen darauf hoffen, mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit besonders lang zu leben. 

Wie gehe ich mit einem negativen Testergebnis um?

Ich habe es gewagt und diesen Test durchgeführt. Vorher habe ich mich natürlich gefragt, wie ich mit einem negativen Testergebnis umgehen würde. Kann ich auch diesem Resultat etwas Positives abgewinnen? Nur wenn man diese Frage mit ja beantwortet, sollte man sich auf einen solchen Test einlassen. Und das konnte ich. Mich würde die Erkenntnis, dass ich besonders rasch altere, motivieren, in Zukunft mehr für meine Gesundheit zu tun, achtsamer zu leben.

Auf meine persönlichen Erfahrungen mit dem Test und seinem Resultat komme ich natürlich noch zurück. Aber zunächst erkläre ich, was bei der Altersbestimmung eigentlich gemessen wird, wie seriös der Test ist, wie er entwickelt wurde und was die neue Methode für die Wissenschaft bedeutet.

Es ist eine lange Geschichte. Und es ist eine Erfolgsgeschichte. Denn sie handelt von einem völlig neuen wissenschaftlichen Ansatz, der die biomedizinische und psychologische Forschung verändern wird.

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Epigenetische Information ist zwar auch genetisch, sie steckt aber nicht in den Genen, sondern daran oder daneben

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Das Fraunhofer-Institut hat einen verbesserten Test entwickelt

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Auch die Wissenschaft profitiert

Steve Horvath hat die Zeiger der Lebensuhr gefunden

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Der Ergebnisbericht ist mangelhaft

Quellen und Links: 

Weiterlesen / Über Epigenetik und das das Riffreporter-Projekt Erbe&Umwelt

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